Produktionsziele 2016 verfehlt: Hat sich Tesla Motors zuviel vorgenommen?

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tesla-motors-produktionsziele-2016Tesla Motors hat die neuen Quartalszahlen veröffentlicht: Im 4. Quartal 2016 wurden insgesamt 22.200 Elektrofahrzeuge an Kunden übergeben. Damit hat Elon Musk sein selbstgestecktes Jahres-Ziel verfehlt, wenn auch knapp. 80.000 Fahrzeuge sollten im Jahr 2016 ausgeliefert werden. Geworden sind es nur 76.230. Gründe sind Produktionsverzögerungen durch die Umstellung des Tesla-Autopilot, Transportverzögerungen und Kundenverschulden.

Die Umstellung auf die neue Hardware für das Assistenzsystem „Autopilot“ habe zu Produktionsverzögerungen geführt, hieß es bei Tesla. Wie der Autobauer weiter bekanntgab, wurde das Jahresziel jedoch teilweise auch aus Gründen verfehlt, auf die man bei Tesla keinen Einfluss habe. 2.750 Fahrzeuge seien entweder aufgrund von Transportverzögerungen oder durch Kundenverschulden nicht mehr rechtzeitig ausgeliefert worden. Weitere 6.450 Modelle seien lieferbereit, konnten jedoch nicht mehr im alten Jahr versendet werden. Diese fließen stattdessen in die Zahlen für das erste Quartal 2017 ein.  Außerdem werte Tesla eine Auslieferung erst als abgeschlossen, wenn das Auto beim Kunden und alle Formalitäten komplett erledigt seien.

Der Druck auf Tesla Motors wächst

Dass der Elektropionier sowohl das Quartalsziel verfehlt hat (24.500 Fahrzeuge vom Tesla Model S und Tesla Model X waren angedacht) und auch das Jahresziel nicht erreichen konnte, hat der Aktie von Tesla Motors einen kleinen Dämpfer verpasst. Sie fiel im nachbörslichen Handel um 2 Prozent. Der Druck auf das Unternehmen war niemals größer als jetzt: Bis Ende 2018 will Elon Musk eine halbe Million Fahrzeuge verkaufen. Hohe Erwartungen werden dabei in das neue, vergleichsweise günstige Tesla Model 3 gesetzt. Für das Model 3 liegen bereits 400.000 Vorbestellungen vor und die Auslieferung soll Ende 2017 beginnen. Tesla will damit den Sprung aus der Nische in den Massenmarkt schaffen. Hinzu kommt der Erwerb des schwächelnden Solarinstallateurs SolarCity, mit dem Tesla den Autohersteller zum weltweit ersten integrierten Energiekonzern machen will, der Solaranlagen, Stromspeicher und Elektromobilität vereint.

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Kann das Tesla Model 3 rechtzeitig ausgeliefert werden?

Kritiker befürchten, dass sich Tesla insbesondere mit der Übernahme von SolarCity zuviel vorgenommen hat. Der Autobauer habe schon mit dem Elektroauto-Geschäft genug am Hals. Hoffnung gibt wiederum die Tatsache, dass die Kalifornier die Produktion 2016 im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent steigern konnten. Zudem wurden zum Ende des Jahres 52 Prozent mehr Bestellungen als im Vorjahresquartal verbucht. Ob das Unternehmen schnell genug wächst, um die Nachfrage nach dem Tesla Model 3 zeitnah bedienen zu können, bleibt abzuwarten. Elon Musk ist dafür bekannt, geplante Liefertermine nach hinten korrigieren zu müssen.

Quellen / Weiterlesen:
Tesla Shares Fall, Production For Model S, X and 3 Fall Behind Forecast – iTech Pos
Tesla Motors 2016 knapp unter Ziel: 76.230 Elektroautos ausgeliefert – ecomento.tv
Bildquelle: Tesla Motors

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. So ein Pionier hat es eben immer schwer. Auch mit den vielen Knüppeln, die ihm laufend von den Fossilen zwischen die Beine geworfen wurden – und werden.

    Aber 76.230 statt 80.000 Lieferungen, das sind nicht einmal 5% weniger.

    Vielleicht kann eMusk ja mit seinen Erfolgen den Trumpel überzeugen, dass eAutos doch eine gute Sache sind… 😀

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