Tesla soll das Stromnetz von Kalifornien stabilisieren!

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tesla-stromnetz-kalifornien-stabilisierenTesla hat den Auftrag für einen riesigen Stromspeicher bekommen, der Lastspitzen im kalifornischen Stromnetz ausgleichen soll. Das System, das der Stromversorger Southern California Edison (SCE) bestellt hat, wird in der kürzlich eröffneten Tesla Gigafactory hergestellt. Beachtlich ist auch die Geschwindigkeit, in der das passieren soll.

Der Stromspeicher soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen

Das System wird aus Powerpacks gefertigt, der größeren Version des Heimspeichers Powerwall, der ebenfalls in der Tesla Gigafactory hergestellt wird. Der Netzspeicher für SCE soll nach Fertigstellung über eine Leistung von 20 Megawatt und eine Kapazität von 80 Megawattstunden verfügen. Das reicht Tesla zufolge, um 2.500 Haushalte bei Stromausfall einen Tag lang zu versorgen oder um 1.000 Elektroautos zu laden. In Betrieb gehen soll der Speicher noch in diesem Jahr. Die Produktionskapazitäten bei Tesla seien ausreichend, um ihn in drei Monaten zu fertigen und auszuliefern.

Zum Auftragswert gibt es von Tesla keinen Kommentar, doch Schätzungen zufolge liegt dieser in zweistelliger Millionenhöhe. Die Kosten für ein Batteriesystem mit 2 Megawatt Leistung werden auf der Webseite des Herstellers mit 2,9 Millionen US-Dollar angegeben. Projekte ab 2,5 Megawatt müssen mit Tesla direkt verhandelt werden. Tesla CEO Elon Musk dürfte jedoch auch aus anderen Gründen erfreut über den Deal sein: Er möchte Tesla vom reinen Autohersteller zu einem Energieunternehmen machen, das Elektroauto, Solaranlage und Heimspeicher im Paket verkauft. Zu diesem Zweck strebt er die vielfach kritisierte Übernahme des Solarherstellers SolarCity an, wo er gleichzeitig der größte Anteilseigner ist. Die Übernahme von SolarCity durch Tesla wurde mittlerweile durch die Aktionäre der beiden Unternehmen genehmigt.

Kalifornien setzt nach Gasleck auf Batteriespeicher

Kalifornien ist auf neue Wege der Netzstabilisierung angewiesen. Anfang des Jahres war es in Porter Ranch zu einem massiven Gasleck gekommen, bei dem 97.100 Tonnen Methan und 7.300 Tonnen Ethan entwichen waren. Obwohl das Leck mittlerweile geschlossen ist, ist der Zugriff auf den größten Erdgasspeicher des Bundesstaates im Aliso Canyon noch immer eingeschränkt. Der Tesla-Speicher ist nicht der einzige seiner Art, auch der Energieversorger AES und das kanadische Unternehmen Altagas arbeiten gerade mit Hochdruck an ähnlichen Anlagen, um das Stromnetz bei Ausfällen abzusichern. Die früher dafür eingesetzten Gaskraftwerke im Großraum Los Angeles wurden mittlerweile geschlossen. Alle Projekte sollen in wenigen Monaten abgeschlossen sein – in der Vergangenheit dauerten derartige Vorhaben im Schnitt 3,5 Jahre.

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Quellen / Weiterlesen:
Goodbye Blackouts: Tesla Just Signed A Contract to Power the California Grid | Futurism
Gigafactory: Tesla baut Riesenakku für das kalifornische Stromnetz | Golem.de
Tesla Wins Massive Contract to Help Power the California Grid | Bloomberg
Addressing Peak Energy Demand with the Tesla Powerpack | Tesla
Bildquelle: Tesla Motors

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Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Kalifornien ist schon immer ein Staat gewesen, dass sehr auf seine Energieeffizienz geachtet hat (im Vergleich mit anderen US Bundesstaaten). Als Rosenfeld Effekt ist ein Ereignis bekannt, dass einzigartig in Kalifornien der Energieverbrauch pro Person zwischen 1973 und 2006 fast gleich geblieben ist, während in der kompletten USA der Energieverbrauch in der gleichen Zeit um 50% gestiegen ist.
    http://smart-cost.blogspot.de/2016/05/der-rosenfeld-effekt.html

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