Großbatterie soll nach Stromausfall das Netz wieder aufbauen

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wemag-younicos-schwerin-schwarzstartfaehig-kraftwerkNach einem großflächigen Stromausfall kommt es darauf an, schnellstmöglich die Versorgung wiederherzustellen, um Schäden in Millionenhöhe und Gefahren für Menschen zu vermeiden. Netzbetreiber verfügen dazu über sogenannte schwarzstartfähige Kraftwerke, die mittels Notstromaggregat ihre Arbeit netzunabhängig wieder aufnehmen können. Nun soll der erste Großspeicher, der Schweriner Batteriepark von Wemag und Younicos, für den Versorgungswiederaufbau nach Stromausfällen eingesetzt werden.

Wemag und Younicos wollen Batteriespeicher zum Versorgungswiederaufbau einsetzen

Der Schweriner Stromversorger Wemag will nun seinen vor anderthalb Jahren in Betrieb genommenen stationären Großspeicher für den Versorgungswiederaufbau nach Stromausfällen einsetzen: Das Wemag-Batteriekraftwerk in Schwerin bekommt im Rahmen des dreijährigen Demonstrationsprojektes „Kickstarter“ ein Upgrade von Steuerungssoftware und der technischen Anlagen und soll zukünftig gemeinsam mit EEG-Anlagen sowie Gas- und Dampfturbinenkraftwerken die Stromversorgung schnell wieder aufbauen. Das Demonstrationsprojekt verfolgt das Ziel, ein neues Schwarzstartkonzept bis zur Marktreife zu entwickeln. Im Augenblick verfügt Mecklenburg-Vorpommern auch mit konventionellen Kraftwerken nicht über die Möglichkeit, das Stromnetz nach einem großflächigen Stromausfall wieder herzustellen. Einspringen müssten Pumpspeicheranlagen in Thüringen oder Sachsen.

Das Projekt ist bisher einmalig in Deutschland. Thomas Pätzold, der Technische Vorstand der Wemag, erhofft sich viel davon: „Europas erstes kommerzielles Batteriekraftwerk bleibt auch 1,5 Jahre nach Inbetriebnahme ein Innovationstreiber. Unser Projekt zeigt einmal mehr die vielseitigen Einsatz- und damit Einnahmemöglichkeiten von intelligenten Großspeichern. Heute schon hat der Speicher am Primärregelmarkt höhere Erlöse erzielt als wir erwartet haben und ich bin überzeugt, dass sich auch diese Investition lohnen wird.“

Younicos ist für das Software-Upgrade verantwortlich

Die neue Software kommt vom Berliner Speicherspezialisten Younicos, der den Großspeicher zusammen mit Wemag errichtet hat. Das Batteriekraftwerk soll nun Funktionen wie eben Schwarzstartfähigkeit, Inselfähigkeit und die Fähigkeit der Integration erneuerbarer Energien beim Netzwiederaufbau bekommen. Clemens Triebel, der Gründer von Younicos dazu: „Smarte Software ist der Schlüssel zum Potenzial von Batteriespeichern. Sie garantiert, dass der Batteriespeicher mehrere wichtige Systemdienstleistungen wie Regelleistung, Schwarzstart- oder Inselfähigkeit verlässlich bereitstellen kann.“ Eine Simulationsplattform für das Projekt stellt die Universität Rostock bereit: Ein dynamisches Netzmodell simuliert unter realistischen Bedingungen verschiedene Störfälle. Es ermöglicht, verschiedene Szenarien eines realen Versorgungswiederaufbaus unter technischen Gesichtspunkten zu analysieren.

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Quellen / Weiterlesen:
Nach Stromausfällen: Erste Großbatterie soll das Netz wiederherstellen | WiWo Green
Eine Batterie für alle Fälle: WEMAG-Speicher zeigt Schwarzstartfähigkeit | WEMAG AG
Batteriespeicher soll schwarzstartfähig werden | NDR.de
Bildquelle: © WEMAG / Rudolph-Kramer


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