Halten Stromclouds was sie versprechen?

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stromspeicher-stromcloudsDen neuesten Trend im Strommarkt stellen derzeit Stromgemeinschaften, auch „Clouds“, „Crowds“ oder „Communities“ dar. Diese neudeutschen Modewörter bezeichnen die Gemeinschaft von Prosumern (=Stromerzeuger und -verbraucher in einem) und Consumern (=Stromverbraucher), in der Ökostrom getauscht wird. Der Clou soll dabei sein, dass der Ökostrom, den ich als Mitglied gerade nicht brauche, von einem anderen Community Mitglied genutzt wird. Wenn ich jedoch selbst wiederum Strom brauche, beziehe ich diesen automatisch von einem weiteren Mitglied, das gerade überschüssige Energie zur Verfügung hat. Eine Cloud, Crowd oder Community ist somit quasi eine automatisierte Tauschbörse für wertvollen, saftigen Grünstrom.

Von Konstantin Heiller

Ein neuer Trend in der Energiebranche: Hardwarehersteller werden zu Energieversorgern

Aus diesem Grund bieten inzwischen einige Hardwarehersteller und Energieversorger ihren KundInnen bereits solche „Strom-Clouds“ als virtuelle und automatische Tauschplattformen. Das Allgäuer Unternehmen sonnen (vorm. Sonnenbatterie GmbH) lancierte als einer der Ersten die „sonnenCommunity“ und garantiert, dass Moni aus München mit Harald aus Hamburg Strom tauschen kann. Mit dem Slogan „Saubere Energie zu 0€ Stromkosten“ wirbt der Speicherhersteller für den sonnenFlat Tarif. Laut eigenen Angaben hat sonnen alleine in Deutschland weit mehr als 10.000 Speichersysteme abgesetzt. Die „0€ Stromkosten“ stimmen auch, sofern man die monatlich anfallende Grundgebühr wegrechnet und das tarifabhängige Stromkontingent nicht überschritten wird.

Auch der große sonnen-Rivale SENEC IES (Deutsche Energieversorgung GmbH) bietet eine Stromgemeinschaft an, die „SENEC Cloud“. Der Pitch dabei lautet – frei wiedergegeben – „Strom hergeben und wieder zurückbekommen = 100% Eigenstromnutzung“. Die Cloud-Basispakete reichen von 1.500 kWh bis 4.200 kWh und kosten derzeit (25.4.2017) zwischen 16,95€ und 34,95€ pro Monat, was Strompreisen zwischen 13,48 ct/kWh und 9,99 ct/kWh entspricht. Dass jede Kilowattstunde, die über das vereinbarte Kontingent hinausgeht (z.B. 1.501 kWh oder 4.201 kWh pro Jahr) jedoch 29 ct/kWh kostet, erfährt man erst in den letzten Sekunden dieses empfehlenswerten und interessanten Webinars von SENEC.

Auch der österreichische Energielieferant KELAG, eine Tochter der RWE, hatte sich 2016 an diesem Modell der „Strombank“, in die ich im Sommer meinen Ökostrom „einzahle“ und aus der ich meinen Ökostrom im Winter wieder herausnehmen kann, unter dem Produktnamen Sonnenplus-Speicher versucht. Momentan bieten auch die EnBW mit Lumenaza und die Unternehmen Caterva, Beegy und buzzn solche Cloud-Lösungen an. Im Wochentakt ziehen derzeit weitere Hardwarehersteller mit „me-too“ Flat-Tarifen, analog zu jenen in der Mobiltelefonie, nach.

Inzwischen werden schon erste kritische Stimmen laut. Im Beitrag „Solarwatt bei Speicher-Communitys skeptisch“ sagte Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus, Solarwatt habe sich solche Modelle angeschaut, aber: „Wir sehen keinen nennenswerten Nutzen durch den Eintritt in die Community… wenn ich mich in eine Community begebe, bei der ich mindestens 18 Jahre dabei bleiben muss, um wirtschaftliche Benefits abzugreifen“ (Zitat Energate messenger). Das Spannende an dieser Aussage ist, dass Solarwatts OEM Kunde, der Energieversorger E.ON, dessen Aura-Speicher eine Whitelabel-Version von Solarwatts MyReserve zu sein scheint, genau mit so einem Konzept Werbung macht: die E.ON SolarCloud ermöglicht es angeblich, 365 Tage im Jahr seinen Sonnenstrom zu nutzen.

Alles nur schöngerechnet?

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In dem Webinar „Statt Cloud und Community – Mehr Eigenverbrauch, Smart Home und Regelenergie“ rechnet Martin Rothert von der Firma SMA die Cloud-Modelle von sonnen und SENEC IES durch und kommt zu dem Ergebnis, dass die Einsparung durch die Teilnahme an einer Stromgemeinschaft alleine wegen der kontinuierlichen Grundgebühr im Endeffekt gleich Null, bzw. verschwindend gering ist. Ein einfacher Anbieterwechsel zum günstigsten Stromanbieter würde in drei Minuten Zeitaufwand denselben Effekt bringen, wie eine jahrelange Bindung an eine Stromgemeinschaft. Und selbst wenn monatliche Einsparungen im niedrigen einstelligen Eurobereich möglich sind, so geht damit immer noch eine Anbieter-Bindung einher und genau dagegen hatten Speicher- und PV-Hersteller im vergangenen Jahrzehnt noch vehement revoltiert.

In einem anderen Webinar präsentierte auch Fenecon seinen „Energy Pool“ und E3/DC den so genannten „Zero-Tarif“, wobei alle Präsentatoren ihre Wirtschaftlichkeit argumentierten. Frei nach dem Prinzip, „traue keiner Statistik (oder Berechnung) die Du nicht selbst gefälscht hast“, bin ich überzeugt, dass es sowohl Idealszenarien für die KundInnen als auch enttäuschende Ergebnisse geben kann, je nachdem, wie hoch Erzeugung, Verbrauch, Flatrate und Stromkosten in Zukunft sind. Denn eine Preisgarantie auf 20 Jahre gibt keine Stromcommunity. Aber das ist nicht das einzige Problem bei den virtuellen Stromgemeinschaften.

Die Physik hinter der „Cloud“ (dt. Wolke)

Die Krux bei diesen „Clouds“ ist vielmehr: „Strom hat kein Mascherl“. Sofern man sich nicht mit seiner Community in einem komplett abgeschotteten Stromnetz befindet, wie beispielsweise auf einer Insel oder in den Gebirgsregionen durchaus möglich, hat man keine Kontrolle darüber, wo die Elektronen entlang der Stromleitung herkommen. In einer Cloud oder Crowd ist das nicht anders. Im Gegenteil:  je näher eine Erzeugerquelle ist, desto wahrscheinlicher ist, dass der dort erzeugte Strom bei mir ankommt. Liegt daher ein Atomkraftwerk in meiner Umgebung, wird der Strom, der vom Kraftwerk aus über Hochspannung in das Netz eingespeist wird, sehr wahrscheinlich in meinem Hausnetz landen.

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Wir alle leben an einem „Stromsee“, in den Kraftwerke (Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke, Windparks, PV-Anlagen, Bhkw, und viele mehr) genauso viel Strom einspeisen, wie aus dem „See“ von den Stromverbrauchern entnommen wird. Dieser See ist jedoch extrem seicht – kurzfristige Ungleichheiten zwischen Erzeugung und Nachfrage können abgefedert werden, laufen diese Ungleichgewichte zu lange oder in zu starke Extreme, verebbt der See oder er überflutet und läuft ab.

Damit das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch nicht aus dem Ruder läuft, wird bei Überproduktion negative Regelenergie (zusätzliche Verbraucher wie Industrieanlagen oder Pumpspeicherkraftwerke werden hinzugeschaltet) oder bei Unterproduktion positive Regelenergie (Ersatzkraftwerke springen an und liefern zusätzlich benötigten Strom) abgerufen. Für das Management dieser Regelenergie-Reserven sind vor allem Energieanbieter zuständig. Für die Koordination und die marktkonforme Ausschreibung der Kapazitäten hingegen der oder die Übertragungsnetzbetreiber.

Teilweise ist das Geschäft mit der Regelenergie so lukrativ, dass Pumpspeicherkraftwerkebetreiber wie die Tiroler TIWAG jahrzehntelang groß Kasse gemacht haben, indem sie ihre Alpenkraftwerke antizyklisch einsetzen konnten. War zu viel Strom da, konnten Unternehmen mit Pumpspeicherkraftwerken oder mit flexiblen Verbrauchern (z.B. Kühlkammern) sogar Geld dafür einstreifen, Strom zu verbrauchen, so genannte „Negativpreise“. War zu wenig Strom da, konnten vorhergenannte Kraftwerke den Strom wieder zur Verfügung stellen und haben damit zusätzlich Geld verdient.

An diesem Kuchen wollen nun auch andere Speicherbetreiber, zunehmend auch die „Kleinen“ mitnaschen. Das Problem ist jedoch, dass die notwendige Leistungsreserve, um bei den Auktionen im Ausgleichsenergiemarkt mitzuspielen, weit jenseits von dem liegt, was ein „normaler“ Hausspeicher mit 1,5 bis 10 kW momentaner Leistung liefern kann.

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Da läge die Idee nahe, Stromspeicher zu bündeln und als ein gigantisches Schwarm-, Cloud, Crowd- oder Communitykraftwerk zu orchestrieren!

Das Problem hierbei ist jedoch, dass diese Heimspeicher täglich im Einsatz sind. Ob genügend Strom in einer Batterie vorhanden ist, um am Markt für positive Ausgleichs- oder Regelenergie mitzumachen, oder vice versa genügend Leerspeicher da ist, um negative Regelenergie aufzunehmen, hängt von jedem Haushalt individuell ab. Scheint die Sonne nämlich gerade nicht in meiner Gegend, dann werde ich meinen Batteriestrom selber brauchen. Sollte dann jemand von extern auf meine Batterie zugreifen, dann stiege außerdem die Gefahr einer schädlichen Tiefentladung.

Andererseits kann mein Heimspeicher auch gerade vollgeladen sein – wie soll ich dann überschüssige Energie aus dem Netz aufnehmen, selbst wenn es gerade lukrative Zahlungen für den Verbrauch von Strom gäbe?

Ausgleichs- oder Regelenergieanbieter müssen, je nach der Geschwindigkeit, in der sie die Energie anbieten können (Primär-, Sekundär oder Tertiärreserve) ihre Kapazitäten täglich oder wöchentlich nominieren, auf einer Merit-Order-List platzieren und diese  Leistungsbereitschaft auch garantieren. Der Übertragungsnetzbetreiber muss sich auf diese „Reserven“ verlassen können, um das Netz stabil zu halten. Sollte nun eine angebotene Kapazität aus oben genannten Gründen (Speicher ist voll oder leer und kann nicht für den Regelenergiemarkt genutzt werden) entfallen, dann zieht das empfindliche Geldstrafen nach sich. Schlimmer noch, es könnte tatsächlich zu einer kritischen Situation für das Stromnetz kommen.

Einige Community-Anbieter werben damit, dass sie „präqualifiziert“ sind. Dies bedeutet, dass Sie (momentan) alle technischen Voraussetzungen erfüllen, um am Regelenergiemarkt, entweder für Primär-, Sekundär- oder Tertiärreserve mitwirken zu können. Die Marktregeln für Ausgleichsenergie ändern sich jedoch ständig. Denn das Ziel ist ja ein gut planbares, stabiles Netz mit möglichst wenig notwendiger Ausgleichsenergie und möglichst niedrigen Kosten für alle StromkundInnen.

Deshalb ist es in Europa auch politisch gewollt, nach und nach die nationalen Ausgleichsenergiemärkte international zu vernetzen. Der slowenische Energieerzeuger und –lieferant GEN-I partizipiert im Future Flow Projekt. Dies wird von der EU im Rahmen der „Horizon 2020“ Initiative gefördert. „Die Integration von grenzüberschreitenden Ausgleichsenergiemärkten ist der Schlüssel zu niedrigeren Stromkosten und stabilen Stromnetzen und wird von der EU stark vorangetrieben“ erklärt Martina Remler von GEN-I.

Diese Bestrebungen, die Kosten für Regelenergie gering zu halten, widersprechen natürlich dem Ziel einiger Energieanbieter und Speicherhersteller, mit der Regel-Reserve weiterhin viel Geld zu verdienen. SENEC IES hat sich deshalb mit Ende 2016 wieder von dem Plan, zukünftig neue Speicher im Rahmen ihres „Econamic grid“ am Regelenergiemarkt mitwirken zu lassen, verabschiedet.

Warum gibt es dann Strom-Communities?

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Die Frage ist nun, warum wird hier etwas beworben, das auf dem Werbemittel sexy aussieht, aber rein physikalisch nicht möglich ist? Hansi aus Hartlingen kann seinen Ökostrom nämlich nicht wirklich mit Boris aus Bochum tauschen.

Die Gründe können mannigfaltig sein, zwei sind jedoch offensichtlich:

Für Energieversorgungsunternehmen könnte es bald sehr eng werden. Das Prinzip Energie billig kaufen und teuer verkaufen verebbt langsam aber sicher. Die dezentrale Energieerzeugung verdrängt den Strom aus zentralen Kraftwerken und damit schwindet die marktbeherrschende Position vieler Energieversorgungsunternehmen. Der politische Wunsch, die Energieeffizienz langfristig zu erhöhen und den Stromverbrauch zu minimieren, beginnt bereits Früchte zu tragen. Doch damit stagnieren in manchen Kundensegmenten die verkauften Strommengen der Energieversorger. Dadurch hat ein harter Verdrängungswettbewerb begonnen. Viele neue Kunden gibt es nicht, jeder hat bereits einen Stromanschluss. Hier müssen neue Modelle her. Der Energiemarkt hat sich für manche zu schnell weiter entwickelt. Das Prinzip der wiederkehrenden Umsätze (recurring revenues) aus den Communities und Clouds ist daher sehr verlockend. Mit einer monatlichen Gebühr, entkoppelt vom Stromverbrauch, lassen sich wieder vielversprechende Business Pläne erstellen und Aktionäre begeistern.

Für die Hardwarehersteller, insbesondere die Speicherhersteller, stellt sich ebenfalls das Problem, dass der Markt der Innovatoren und der „early adopters“ größtenteils abgegrast ist. Rund 50.000 Speicher sind in Deutschland bereits installiert. Dies teilweise anfangs noch mit Investitionen, alleine in Lithium-Ionen-Speicher ohne PV-Anlage, von bis zu 35.000€. Die Nachfrage der Technik-freaks und Öko-Pioniere ist vorerst gestillt. Eine breitere Masse muss angesprochen werden. Da hilft es, in einem ersten Schritt KundInnen für einen Stromliefervertrag (in Form einer Stromcommunity) zu gewinnen. Hier ist die Hemmschwelle für einen Anbieterwechsel doch deutlich niedriger, als bei einer Investition in einen Speicher. Und auch Letztere wird damit lukrativer – dank satter Rabatte beim Kauf eines Speichers. Aber nur in Verbindung mit einer Community-Mitgliedschaft, also Unterzeichnung eines Energieliefervertrages. Somit kann der Speicher-Absatz auch bei neuen, preissensitiveren KundInnen angekurbelt werden.

Die Hardwarehersteller stehen außerdem noch vor dem Problem, dass ihr Geschäftsmodell nur eine einmalige Transaktion erlaubt. Ist der Speicher verkauft, ist’s vorbei. Andere Geschäftsmodelle sind derzeit noch rar. Eine Ausnahme versucht das Unternehmen sonnen zu etablieren, das mit avisierten 60.000 sonnenCommunity-Mitgliedern zukünftig einmal an der Strombörse mitagieren möchte. Zwar ist sonnen mit derzeit nur geschätzten 3.000 Community Mitgliedern noch weit von den erhofften 60.000 KundInnen entfernt. Das Unternehmen ist jedoch mit spannenden Ankündigungen medial stark präsent und die Nachahmer werden nicht lange auf sich warten lassen.

Aber wie kann ich die Energiewende als Einzelne/r vorantreiben?

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Ich möchte niemanden desillusionieren, der mit seinem Anbieterwechsel die Energiewende unterstützt und seinen Strom von einem 100%-igen Ökostromanbieter bezieht. Dank RECS-Zertifikatsdatenbank (Renewable Energy Certificate System) sind die Herkunftsnachweise von Ökostrom zuverlässig und transparent nachvollziehbar. Diese müssen aber getrennt von der physischen Lieferung des Stroms betrachtet werden, so lange Atomstrom und Ökostrom in dasselbe Stromnetz eingespeist werden.

Nichtsdestotrotz ist der Wechsel zu einem Ökostromanbieter ein wichtiger erster Schritt zu dem ich Sie gerne ermuntern bzw. auffordern möchte!

Und wenn Sie wirklich einen Schritt weiter gehen möchten, Ihren eigenen Strom erzeugen und eventuell auch speichern wollen, dann werden Sie um eine eigene PV-Anlage, ein Windrad, ein Kleinwasserkraftwerk oder einen anderen Ökostromerzeuger nicht herumkommen. Kombinieren Sie beispielsweise eine PV-Anlage (auf dem Dach, an der Fassade oder auf einer Grünfläche) mit einem Stromspeicher und anderen Effizienzmaßnahmen. Dann erzeugen Sie nicht nur Ihren eigenen Ökostrom, Sie sparen dadurch auch langfristig Kosten.

Wichtig sind dabei zwei Punkte, die ich Ihnen vorab noch mitgeben möchte:

1) eine hundertprozentige Autarkie ist zwar physisch möglich, aber sehr teuer. Wahrscheinlicher ist eine rechnerische Autarkie, die Sie bereits erreichen, wenn Sie im Jahr ebenso viel Strom produzieren, wie Sie verbrauchen. Den Überschuss im Sommer geben Sie an das Netz ab. Keine Sorge, dafür brauchen Sie keine Cloud, Crowd oder Community, das macht Ihr Energielieferant für PV-Anlagenbetreiber schon seit mehr als einem Jahrzehnt. Im Winter kaufen Sie Ihren Bedarf (die Sonne reicht meist nicht für eine bedarfsdeckende Stromproduktion) wieder aus dem Netz zu.

2) Je größer Ihre PV-Anlage ist und je besser Sie Ihren Verbrauch an die Stromerzeugung anpassen (hier helfen Smart Home Applikationen und ein Stromspeicher sehr!), desto wirtschaftlicher wird Ihre Stromerzeugungsanlage und desto mehr eigenen Grünstrom verbrauchen Sie!

Conclusio:

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Crowds, Clouds, Communities sind gerade der letzte Schrei im Strommarkt, was eine begrüßenswerte Entwicklung ist. Die Grundidee entspringt dem skandinavischen Bilanzgruppenmodell, in dem der Markt in die Akteure: Netzbetreiber, Regelzonenführer,  Bilanzgruppe und Verrechnungsstelle unterteilt ist. Eine Stromcommunity agiert hier genauso, wie eine Bilanzgruppe. Für manche KundInnen bietet eine Community eventuell einen Zusatznutzen. Besonders, wenn die Teilnahme daran mit einem Rabatt beim Kauf eines Speichers einhergeht. Versprechen, mit seinem Speichersystem am Regelenergiemarkt teilnehmen zu können, sind kritisch zu hinterfragen. Eine Präqualifikation ist noch lange kein Garant für die tatsächliche Teilnahme an diesem derzeit lukrativen, aber konstanten Änderungen unterworfenen Markt für Regelenergie.

Zahlreiche Marktteilnehmer haben ein Pricing-Modell eingeführt, dass fast jede(r) aus dem Markt für Mobiltelefonie kennt. Hier werden Pauschalbeträge festgelegt und die Abrechnung erfolgt über fixe Tarife. Ebenso, wie die Freiminuten, sind aber auch hier die „Frei-kWhs“ gedeckelt. Das könnte mitunter ein Grund sein, weshalb das Marktecho auf diese Strom-Communities seitens der KundInnen, trotz werbewirksamer Ansagen, zumindest in Zahlen gesehen, verhalten ist. Warum sollte man von einer Verbrauchsabrechnung hin zu Pauschalzahlungen wechseln, wenn wir in Zukunft davon ausgehen können, weniger Strom zu verbrauchen als früher?

Bildquelle: Pixabay

Über den Autor Konstantin Heiller

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3 Comments…

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  1. Entweder hat der Autor eine gewisse Abneigung gegenüber Cloud-Konzepten oder er hat diese einfach nicht verstanden. Vermutlich letzteres, denn als erstes möchte ich mal einen groben Fehler im Artikel richtig stellen.
    Wenn man bei der SENEC-Cloud mehr als die vereinbarte sogenannte „Kostenlose Rückliefermenge“ wieder aus der Cloud bzw. dem Netz bezieht, dann zahlt man bis zur Höhe der zuvor in die Cloud eingespeiste Menge nur 13 Ct/kWh – im Gegensatz zu des sonst fälligen normalen Strompreis (bei mir aktuell 24 Ct/kWh). Erst wenn man mehr verbraucht als die eingelieferte Menge, dann werden die genannten 29 Ct/kWh fällig. Dieser Fall sollte bei einer korrekten Dimensionierung von PV-Anlage und Speicher nie eintreten. Da man bei Sonnenschein 40-50 % seines Tagesbedarf aus dem Speicher decken kann und nochmal 40-50% direkt verbrauchen kann sollten selbst bei 9000 kWh Verbrauch bei einer PV-Anlage mit 9,9 kWh und 10 kW Speicher die 4200 kWh „Freimenge“ nicht überschritten werden.

    Zitat aus den fAQ von SENEC (https://www.senec-ies.com/tarife-services/senec-cloud/faq-senec-cloud/):
    „Wenn der Kunde mehr Strom verbraucht und von SENEC geliefert bekommt als in seinem Paket festgelegt, werden zunächst 0,13 € brutto pro kWh von SENEC für diese Mehr-Mengen-Lieferung berechnet, sofern diese Mehr-Menge innerhalb der an SENEC zuvor von der Photovoltaik-Anlage gelieferten kWh-Menge liegt. Sollte der Mehr-Stromverbrauch die Menge der an SENEC gelieferten Strommenge sogar übersteigen, wird diese Spitzen-Mehrmengen-Lieferung mit 0,29 € brutto pro kWh von SENEC berechnet.“

    Ein weiterer Aspekt, der – meiner Meinung nach – hier verkannt wird ist die Cloud-Gebühr. Denn man wechselt damit ja auch zu SENEC als Stromanbieter und somit entfällt auch die Grundgebühr des externen Stromanbieters, die in der Cloud-Gebühr enthalten ist – womit man schon mal 7-10 Euro davon abziehen kann.

    Bei der Cloud bekomme ich zwar keine monatliche Einspeise-Gutschrift, aber dafür muss ich mir keinen teuren Strom zukaufen. Wenn ich bei einem Verbrauch von 7.000 kWh im Jahr von einem Autarkiegrad von 60% ausgehe, dann kann ich 4.200 kWh direkt verbrauchen und würde ca. 2.800 kWh in die Cloud einspeisen und wieder von dort beziehen. Da ich für dieses „Abbuchen vom Sparbuch“ nichts zahle spare ich als gegenüber einem Szenario (PV + Speicher + externer Stromanbieter) etwa 12 Ct/kWh – was bei 2.800 kWh also ca. 336 Euro sind. Dazu kommen dann noch mindestens 84 Euro (12x 7€) an gesparter Grundgebühr und dadurch kommen wir als insgesamt eine Ersparnis von 420 Euro durch die Cloud was zufällig genau dem entspricht was man an Cloud-Gebühren zahlt (12x 35€ = 420€).
    Je höher die Strompreise steigen, umso größer wird der Vorteil der Cloud-Lösung, da hier mein Strompreis (Finanzierungsrate + Cloud-Gebühr) gleich bleibt.

    Achja, ich arbeite nicht für SENEC, sondern bin nur ein SENEC-Kunde, der rechnen kann. 😉

  2. Sehr gut recherchiert! Insbesondere dass angebotene Stromprodukte/Flats/Clouds mit Refinanzierung aus Regelenergie mit bereits drastisch gefallenen Einnahmen aus Regelenergie zu kämpfen haben und somit das Konzept finanziell in Frage stellt. Zudem die technischen Herausforderungen mit Präqualifizierung des Geräts und dem Aufwandes des Einbaus zusätzlicher Zähler, die oftmals neue Zählerschränke beim Kunden erfordern. Und aus unserer Erfahrung der letzten 3 Jahre ein K(r)ampf mit knapp 1.000 Netzbetreibern in D, die fremde Messstellen und neue Messkonzepte im Eigeninteresse nunmal ablehnen oder auf Netzanschlussmeldungen einfach nicht reagieren (wobei es positive Ausnahmen gibt). Und zu guter letzt die bevorstehende Einführung von Smart Meter (Gateways). Vor diesem Hintergrund macht es eben keinen Sinn, jetzt Stromzähler einzubauen, die der Kunde kauft, und die der Netzbetreiber innerhalb von vielleicht 1-2 Jahren ausbaut, weil Smart Meter Pflicht und er fremde Messstellen zuerst angehen wird. Wegen dieser Situationen haben wir Econamic Grid zum 31.12.2016 für Neukunden gestoppt.

    Die Stromprodukte der Speicherhersteller sind übrigens nicht bindend für bis zu 20 Jahre. Der Kunde kann jährlich raus und bei unserer SENEC.Cloud sogar monatlich das Paket kostenlos wechseln. Das SENEC.Cloud-Konzept ist im Gegensatz zu auf Regelenergie basierenden Strom-Konzepten auf 20 Jahre ausgelegt, weil 100% der Stromlieferung von uns an den Kunden (innerhalb der jeweiligen freien Rückliefermenge) durch die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung des Kunden und durch den monatlichen Cloud-Beitrag des Kunden refinanziert werden. Der Regelenergiemarkt ist hierbei gar nicht im Spiel. Bei SENEC.Cloud in der im Mai startenden zweiten Version bringen wir nun auch Gewerbeobjekte, BHKW, Stromheizungen, E-Autos und ältere PV Anlagen mit höheren Einspeisevergütungssätzen sowie ältere SENEC-Speicher wirtschaftlich für den Kunden unter.
    Sofern irgendwann gesetzliche Regularien in Zukunft die Lieferung von EE-Strom z.B. aus meiner PV-Anlage an einen anderen Haushalt wirtschaftlicher für Sender und Empfänger gestalten, werden auch sog. Communities mit Leben gefüllt.
    Grundsätzlich ist aber der Trend und die steigende Bereitschaft zur privaten Energiewende bei Privathaushalten intakt. Und das insofern gut, weil es die Politik leider nicht ernsthaft genug verfolgt.

  3. Nun ja, hier werden ja einige Strohmänner aufgebaut. Oder einfach Irrtümer?

    Z.B. der von der „schädlichen Tiefentladung“. Ja, die ist schädlich, aber dafür gibt es ja das Battereimanagementsystem (BMS). Also Strohmann. Ein 5-kWh-Speicher netto hat halt 7 kWh brutto, der Rest ist gesperrt. Wo ist das Problem?

    Warum soll es nicht zielführend sein, wenn jeder Haushalt einen Stromspeicher hat, der einen oder zwei Tage den vollen Strombedarf abdecken kann? Gebrauchte Speicher von eAutos können noch viel mehr. Das wird ja längst schon in großem Maßstab von mehreren Autofirmen so gemacht.

    Das Märchen, dass die Elektronen vom nächst gelegenen Erzeuger kommen, ist auch schon uralt:
    – Zum Einen fließen gar keine Elektronen, die schwingen nur hin und her :/korinthenkack:
    – Zum Anderen ist nur wichtig, wer die von mir entnommene kWh wieder in den Stromsee einspeist. Du bekommst ja auch Deinen ehrlich verdienten Lohn auch nicht in Naturalien oder bar auf die Hand, sondern ziehst Scheine aus dem Automaten, von denen Du nicht wissen kannst, ob sie von der Mafia kommen.

    Gerade die Pumpspeicherwerke sind die Verlierer der momentanen Regelungen: Sie müssen sowohl für die Speicherung als auch für die Abgabe des Stroms zahlen, sodass sich der Betrieb nicht mehr lohnt.

    Du hättest auch ruhig darauf hinweisen können, dass die RECS-Zertifikate der 4er-Bande nichts taugen, solange nicht mehr Kunden Ökostrom wollen als die sowieso im Portfolio haben. Nur bei den echten Ökostromanbietern (s.u.) kannst Du Dir sicher sein, dass, wenn Du mehr kWh brauchst, auch wirklich mehr kWh aus neuen regenerativen Anlagen eingespeist werden. RECS-Schummelzertifikate der 4er-Bande führen zur zu einer Umbuchung eh vorhandener Stromproduktion.

    Dass man sich auf 30 Jahre an einen Stromlieferanten binden muss, ist allerdings ein grober Pferdefuß. Du hättest allerdings ruhig auf echte Ökostromanbierter hinweisen können (EWS, Naturstrom, Greenpeace Energy, vielleicht auch Lichtblick) und nicht nur auf das Billigste.

    Wobei die echten Ökostromanbieter oft inzwischen billiger sind als die Fossil(i)en.

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