Norwegen ist Vorreiter in Sachen Elektroautos: Inzwischen hat jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug dort einen Elektro- oder Hybridantrieb. Doch noch gibt es nicht genug Lademöglichkeiten für die Stromer. Hier will Tesla Abhilfe schaffen und in der Nähe von Oslo eine der größten Ladestationen der Welt einrichten.

„Eine gute Lade-Infrastruktur ist wichtig“

Am neuen Supercharger, der 70 Kilometer südlich von Oslo an einem stillgelegten Flughafen entsteht, können 42 Elektroautos laden. 39 Ladepunkte sind allerdings nur mit Modellen von Tesla kompatibel. Tesla gab die Pläne im staatlichen Rundfunk Norwegens bekannt. Gerade für Reisen mit dem Elektroauto sei es wichtig, eine gute Infrastruktur zu haben, sagte Tesla-Sprecher Even Sandvold Roland. Man wolle es Tesla-Fahrern ermöglichen, mit ihrem Auto lange Strecken zu fahren. Dafür baut Tesla sein Schnelllade-Netzwerk immer weiter aus.

Der Ausbau der Ladestationen hält mit den Verkaufszahlen nicht Schritt

Im Raum Oslo ist der Bedarf an Lademöglichkeiten besonders groß, dort haben sogar 40 Prozent der Neuzulassungen einen E-Antrieb. Die norwegische Regierung fördert alternative Antriebe sehr stark, dank verschiedener Steuererleichterungen können Elektroautos bei den Anschaffungskosten inzwischen mit herkömmlichen PKW mithalten. Ab 2025 sollen dem Willen der Regierung nach in dem skandinavischen Land gar keine neuen PKW mit Verbrennungsmotor mehr erlaubt sein. Doch der Ausbau der Ladeinfrastruktur geht offenbar nicht schnell genug. Die Vereinigung der norwegischen Elektroautobesitzer rät Käufern inzwischen sogar dazu, ein Elektroauto nur dann anzuschaffen, wenn man die Möglichkeit hat, es zuhause zu laden.

Neue Tesla-Käufer müssen für Supercharger-Nutzung zahlen

Gleichzeitig startet Tesla mit dem Tesla Model 3 in den Massenmarkt. Der neue Tesla soll mit seinem Grundpreis von etwa 35.000 Euro erstmals größere Käuferschichten ansprechen und Tesla aus der Nische helfen. Neue Tesla-Kunden müssen allerdings für die Nutzung des firmeneigenen Ladenetzwerkes zahlen: Ist die jährliche Ladegutschrift von 400 kWh aufgebraucht, wird eine Gebühr erhoben. Deren Höhe ist vom jeweiligen Land und der Region abhängig. Damit verabschiedet sich Tesla von dem Versprechen, dass jeder Tesla-Kunde die Supercharger lebenslang kostenlos nutzen kann. Dies gilt nur noch für Teslas, die vor dem 15. Januar 2017 gekauft wurden.

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Quellen / Weiterlesen:
Tesla: Die gigantischen Pläne für Norwegen | News.at
Tesla baut Riesen-Supercharger in Norwegen | golem.de
Bildquelle: Wikipedia – By Bnc319 (Own work) [CC BY-SA 4.0]

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Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

9 KOMMENTARE

  1. Soso, Alex1, Sie behaupten also, dass Sie den Artikel immerhin bis zur Hälfte gelesen haben? Und für diese Großtat wollen Sie jetzt eine Belohnung, oder was?

    Dass Sie nicht sehen wollen, was das Geschäftsmodell der Lehman Brothers mit dem von Tesla gemeinsam hat, wundert mich nicht. Dabei sollten doch ausgerechnet Sie mitbekommen haben, dass Tesla sich für jede registrierte Vorbestellung bezahlen lässt. Beim Model 3 sind es 1.000 US$, beim Model X sogar 5.000 US$. Auf diesem Weg hat sich Tesla also knapp 500 Mio. US$ zinsloses Darlehen gesichert, ohne Sicherheiten für die Kreditgeber und die Laufzeit bestimmt zudem der Kreditnehmer. Gut, bei insgesamt etwa 17 Mrd. US$ Schulden (Stand Ende 2016) kommt es auf die Peanuts auch nicht mehr an.

    Außerdem wurden durch den Kursverfall seit dem 17. September 2017 bereits rund 10 Mrd. US$ der Anleger vernichtet.

    Zu dem Themenbereich gibt es brandaktuell auch eine hübsche Meldung:

    https://boerse.ard.de/aktien/tesla-verbrennt-millionen-cash-burn-rate100.html#xtor=RSS-1

    Achja: Und vergleichen Sie doch mal das KGV von Ford, GM, BMW usw. mit dem von Tesla. Denn das ist der eigentlich interessante Wert bei einer Aktie.

    Aber diesen Unterschied zwischen virtuellem und tatsächlichem Wert kennt man ja auch von anderen Themen. Wenn man z.B. mal die Nennleistung der deutschen Wind- und Solaranlagen mit deren gesicherter Leistung vergleicht. Das kann man – wenn man denn will – sogar bei Wikipedia nachlesen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungskredit#Allgemeines

  2. Tja, wenn man halt nur die Hälfte liest… Aber so schaffen es Klimatrolle auch immer, globale Abkühlungen zu präsentieren. Welch ein Wunder nach einem Rekordjahr 😆

    Was ein innovativer Autobauer mit krimineller Abzocke zu tun hat, erschließt sich wohl auch nur einem Klimatroll.

    Tesla hat immerhin sämtliche anderen Konkurrenten aus dem Premiumsegment geschlagen und ist wertvoller als Ford, GM, BMW,… Klar springt da das Klimarumpelstilzchen im Dreieck 😆

  3. Wundert mich nicht, dass Sie mal wieder den Artikel nicht gelesen haben, Alex1. War einfach zu viel Text für Sie. Aber wenigstens Bilder angucken können Sie.

    Was Ihre Euphorie über die Aktienkursentwicklung angeht, hab ich allerdings zwei Bemerkungen:

    1. Seit Juni 2017 ist der Kurs von 345 auf 271 US$ gefallen – das ist ein Minus von 21,5 % in nur 5 Monaten. Allein vom 1. auf den 2. November 2017 brach die Aktie um 9 % ein. Das war, als Tesla den Rekord-Quartalsverlust von schlappen 619 Millionen US$ (bei einem Umsatz von 3,0 Mrd. US$) bekannt gab.

    2. Der Aktienkurs der Lehman Brothers stieg zwischen 2006 und 2007 sogar um etwa 70 %. Nur zwei Jahre später betrug der Aktienkurs allerdings noch exakt 0 Euro.

    Also was wollen Sie mit Ihrer Aussage zum Aktienkurs beweisen? Etwa die Schwarmintelligenz der Anleger? Dazu meinte bereits Bertold Brecht: „Leute, fresst Scheiße, Millionen Fliegen können nicht irren!“

  4. Deshalb ist ja Tesla auch wertvoller als Ford, BMW, General Motors…

    Danke für den Link übrigens, der meine Beurteilung der Lage prächtigst stützt: Innerhalb von 12 Monaten ist die Tesla-Aktie von ca. 175 auf ca. 260 Dollar gestiegen, also um ca. 50%. Die ewiggestrigen Trump-Freunde können also getrost einpacken und weiter Dampfmaschinen und Faustkeile verkaufen 😀

  5. Ach, jetzt soll ich dem Klimatroll mit der Nazi-Keule noch die Welt erklären?

    Bringt doch eh nix, das versteht der doch nicht.

    Genausowenig wie er versteht, dass Tesla sehr wohl satte Gewinne macht, sie aber in den Ausbau der Produktion und nicht in die Taschen der Aktionäre steckt. Kann Hentinger als Klimatroll natürlich nicht verstehen.

    Vielleicht sollte er mal Trump fragen, der weiß sowas doch auch immer 😆

  6. Jaja Alex1, ich bin ja sooo neidisch auf eine Firma, die mit jedem verkauften Fahrzeug Verluste macht und sowieso nur deshalb bisher überlebt, weil sie den Politikern (inklusive Ihrem Liebling Donald Trump) in den Hintern kriecht, damit die die Subventionen locker machen, damit überhaupt jemand die Fahrzeuge kauft.

    Aber Sie als erfahrener Elektroauto-Fahrer können mir doch sicher erklären, welchen Sinn es Ihrer geschätzten Meinung nach macht, eine Schnellladestation mindestens 70 km von den Autobesitzern entfernt aufzubauen. Wäre es nicht viel sinnvoller gewesen, innerhalb von Oslo z.B. 20 Ladestationen mit jeweils 2 Ladepunkten zu verteilen?

  7. Klar, Hentinger muss inzwischen die Nazi-Keule rausholen, um seine hinterwäldlerischen Ansichten zu „untermauern“.

    Er ist doch nur neidisch, weil Tesla das schafft, was die Klimatrolle wie Hentinger, die stur und fest an der längst überholten Verbrennertechnik halten, nich wahrhaben wollen. Und das gegen alle v/erbitterten Wiederstände der alten Pfründenhalter, vor Allem der deutschen Verpesterindustrie.

    Solar- und Windparks wären längst wirtschaftlich, wenn man die wahren Kosten der Dreckskohlekraftwerke, für die Hentinger so schwärmt, auf deren Betreiber abgewälzt hätte. So aber wurden regenerative Betreiber massiv abgeschreckt, indem die Bezahlung jedes Jahr teilweise zweimal runter gesetzt wurde. Während die Dreckskohlemeiler und Atomkraftwerke immer noch massiv subventioniert werden.

    Heute aber – ein Erfolg des EEG – sind regenerative Kraftwerke sogar für Privatleute wirtschaftlich, ohne dass sie für den gesellschaftlichen Nutzen, den sie bieten, noch extra bezahlt werden. Die Atomlobby, Hentingers Busenfreunde, kriegen aber für neue Akws die doppelte Vergütung wie ein Windrad. Nicht etwa jährlich abnehmend, nein, immer mit Inflationsausgleich.

    Immerhin Donald Trump kann sich mit Hentingers wirren Ansichten anfreunden. Das ist doch was 😆

  8. Was soll eigentlich dieser seltsame Hinweis, dass „inzwischen sogar“ die Vereinigung der norwegischen Elektroautobesitzer den Käufern dazu rät, ein Elektroauto nur dann anzuschaffen, wenn man die Möglichkeit hat, es zuhause zu laden? Das steht doch letztlich schon in der Anleitung zum Elektroauto, weil die Ladeelektronik die Akkus nunmal nur dann auf optimalem Erhaltungszustand halten kann, wenn eine externe Energiezufuhr vorhanden ist.

    Was daran eine mindesten 70 km entfernte Ladestation (an der pro Tag wie viele Autos vollgeladen werden können?) ändern soll, leuchtet mir gerade nicht wirklich ein.

    Und finanziert wird das Ganze vermutlich von den Leuten, die ihren Tesla 3 vorbestellt haben und dafür schonmal Geld auf den Tisch gelegt haben? Warum erinnert mich das jetzt spontan an das Ansparsystem für den KdF-Wagen – und vor allem daran wie das damals endete?

    Was mir an dieser Meldung außerdem Auffällt: Warum wird es positiv gesehen, wenn ein Autohersteller selbst in einem Öko-Vorzeigeland (das bekanntlich vor allem aus den Einnahmen durch seine Öl- und Gasvorkommen schöpfen kann) die Ladestruktur selbst aufbauen muss? Wann hat Mercedes, VW oder BMW selbst Tankstellen gebaut? Gerade in Norwegen wäre es doch ein Leichtes für die Regierung, den eigenen Stromkonzern dazu zu verdonnern, diesen Ausbau zu realisieren – ähnlich wie in Deutschland jede Menge Stadtwerke dazu verdonnert wurden, Unsummen in unwirtschaftliche Wind- und Solarparks zu stecken (ein Paradebeispiel hierfür sind die hochverschuldeten Münchner Stadtwerke).

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