Ist eine Solaranlage mit Stromspeicher umweltfreundlicher?

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solaranlage-stromspeicher-umweltfreundlichMit einem Stromspeicher können Besitzer einer Solaranlage den Eigenverbrauch in Ihrem Haushalt deutlich steigern. Das ist gut für den Geldbeutel, aber nicht unbedingt auch besser für die Umwelt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der US-Universität Texas.

Konkret wurde untersucht, welche Vor- und Nachteile die Nachrüstung von einem Solarstromspeicher zu einer bestehenden Photovoltaikanlage bringen. In den USA gibt es inzwischen mehr als eine Million Solaranlagen. Verbunden mit einem drastischen Preisverfall von Speichersystemen gewinnt dieses Thema auch jenseits des Atlantik immer mehr an Interesse. In der Studie wurden die Daten von mehr als 100 texanischen Haushalten analysiert, die Teil eines Smartgrids sind. Dieses Smartgrid wird von Pecan Street Inc.x, einem Unternehmen am Campus der Universität, gemanagt.

Stromspeicher hat keinen Einfluss auf die Profitabilität einer Solaranlage

„Die Gute Nachricht ist, dass man keinen Solarstromspeicher benötigt um eine Solaranlage profitabel zu betreiben“, sagt Co-Autor Prof. Michael Webber. Man habe herausgefunden, dass die Speicherung von Energie für die Abendstunden mit einem Stromspeicher den Energieverbrauch des Haushalts deutlich steigert. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Stromspeicherung zu einem Mehrverbrauch von 324 bis 591 Kilowattstunden führt. „Ich habe einen erhöhten Stromverbrauch erwartet, war aber überrascht, dass dieser so deutlich ausfällt, etwa 8 bis 14% über das Jahr,“ so Robert Fares, Co-Autor der Studie.

Bei dem Energie-Mix in Texas, der stark von fossilen Brennstoffen geprägt ist, führt der erhöhte Stromverbrauch indirekt auch zu einer schlechteren CO2-Bilanz.

PV-Anlage mit Stromspeicher umweltfreundlicher als überhaupt keine Solaranlage

Trotzdem sei eine Solaranlage mit Speicher natürlich immer noch umweltfreundlicher als überhaupt keine Solaranlage, sagen die Forscher. Für Energieunternehmen sei die Verbreitung von dezentralen Energiespeichern interessant um Regelleistung bereit zu stellen. Hierdurch können Leistungsspitzen ausgeglichen werden, die durch einen erhöhten Anteil von Photovoltaikanlagen drastischer werden. Wenn ein Energieunternehmen aber Stromspeicher incentivieren möchten um Treibhausgase zu reduzieren, sei das vielleicht nicht die beste Idee. Webber sagt aber auch, dass der Einsatz von Speichern zur Erhöhung des Anteils von erneuerbarer Energie am Energiemix einen positiven Einfluss auf die Gesamtemission des Stromnetzes haben kann. Dies setze aber seiner Meinung nach vor allem einen Einsatz von großen zentralen Speichereinheiten voraus.

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Quelle / Weiterlesen:
Home energy storage batteries lose to grid-connected solar on environmental impact | Green Car Report
Storing Solar Power Increases Energy Consumption and Emissions, Study Finds | The University of Texas at Austin
Bildquelle: Wikipedia – By The original uploader was ArtMechanic at German Wikipedia [CC BY-SA 2.0 de]

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Interessante Rechnung.

    Bisher war ich auch immer davon ausgegangen, dass Netzparallelität auf jeden Fall ökologischer ist als (halb-) Insellösungen.

    In einer Zeit, in der notwendige Stromtrassen überall abgelehnt werden, könnte es sinnvoll sein, dass die Netzpufferung in vielen kleinen Einheiten passiert. Über SmartGrid sollte sowas mindestens genauso gut sein wie riesige zentrale Puffer.

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