Elektroautos als Solarbatterien

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elektroauto-solarbatterie-wemag-karabagElektroautos sollen als Solarbatterien und Pufferspeicher im Rahmen vom Smart-Grids eingesetzt werden. Zur Umsetzung dieser Konzepte hat der Stromversorger Wemag die Mehrheit am Umrüster für Elektroautos Karabag übernommen.

Im Bereich der erneuerbaren Energien ist der Schweriner Stromversorger Wemag nicht nur mit innovativen Speicherlösungen bei der Versorgung mit Wind- und Solarstrom beteiligt. Zuvor hatte das Unternehmen bereits eine Großbatterie mit einer Leistung von 5.000 kWh Strom errichtet. Nun hat Wemag auch eine 70 prozentige Mehrheit an dem Hamburger Elektroauto-Umrüster Karabag übernommen. Ziel der Wemag ist es, die Batterien von Elektroautos als so genannten Speicher für überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen einzusetzen. Gleichzeitig soll durch dieses Vorhaben die Entwicklung von Elektroautos aktiv vorangetrieben werden, so Caspar Baumgart als kaufmännischer Vorstand der Wemag.

Können Autobesitzer mit ihrem Fahrzeug Geld verdienen?

Unter der Annahme, dass bis zum Jahr 2020 nach den Vorgaben der Bundesregierung 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren, würden diese rund 16 Millionen kWh abpuffern. Dies entspräche dem Jahresbedarf von etwa 4.000 Haushalten. Für diese Art Speicherdienstleistung könnte es für Besitzer von Elektrofahrzeugen sogar lohnenswert sein. Der Überschussstrom könnte zu besonders günstigen Preisen oder vielleicht sogar kostenlos in die Fahrzeugbatterien fließen. Die Deutsche Energieversorgung GmbH, ein Leipziger Unternehmen, welches selbst Solarbatterien für den Einsatz im eigenen Haus baut, bietet diesen Service seinen Kunden bereits kostenlos an. So kauft das Unternehmen nur dann Strom ein, wenn er kostenlos oder sehr billig ist und leitet ihn dann in die Solarbatterien seiner Kunden.

Die neue Infrastruktur nennt sich Smart-Grid

Ein intelligentes Stromnetz, welches in häusliche Solarbatterien, Elektroautos und andere Speichersysteme integriert ist, muss über eine spezielle Software verfügen, die dafür sorgt, dass die Speicher über das Internet miteinander vernetzt sind und untereinander kommunizieren können. So müssen diese Pufferspeicher auch regelmäßig über den aktuellen Strompreis informiert werden. Die Software entscheidet dann, wie der Überschussstrom weiterverwendet wird. Bei dieser Art Smartgrid müssen selbst stromintensive Haushaltsgeräte, wie zum Beispiel Waschmaschinen, in dieses System integriert werden. Sie laufen genau dann, wenn beispielsweise besonders viel Strom angeboten wird. Ziel des gesamten Systems ist es auch, dass die Pufferbatterien und Großverbraucher, wie zum Beispiel Kühlhäuser, in erster Linie von Ökostrom betrieben werden, der jedoch wetterabhängig erzeugt wird. Der Vorteil der Autobatterien ist es, dass der Strom hierdurch zeitversetzt genutzt werden kann. Hierzu hat nun auch ein Feldversuch in Berlin unter dem Namen INEES zur Nutzung von Elektroautos als Solarbatterien gestartet.

Die Software alleine kann nicht alles steuern

Wer seiner Autobatterie für diese Zwecke bereitstellen möchte, muss natürlich auch selbst aktiv werden. Dem System muss rechtzeitig mitgeteilt werden, wann das Auto benutzt wird und wie viel Strom für die Fahrt in etwa benötigt wird. Ansonsten stünde der Nutzer mit leerer Batterie dar. Wissenschaftler der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt haben bereits ein intelligentes Ladegerät entwickelt. Dieses lädt die Autobatterien von Elektroautos bei hohem Stromangebot und speist darüber den überschüssigen Anteil direkt in das örtliche Stromnetz, wenn es zum Beispiel an Strom mangelt.

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Mitsubishi, die Autozulieferer Jopp aus Bad Neustadt, A. Eberle aus Nürnberg sowie der Stromversorger Überlandwerke Rhön haben mit der Powerbox bewiesen, dass eine Ladestation mit einer hohen Leistung von 20 kW die Batterien eines Autos sogar im Notfall innerhalb von 30 Minuten aufladen kann. Das Hamburger Unternehmen Karabag ist momentan für die Umrüstung der Fahrzeuge des italienischen Herstellers Fiat verantwortlich. Neben dem Fiat 500 werden auch drei verschieden große Transporter zukünftig ohne Verbrennungsmotor auskommen. Das Unternehmen bietet unter anderem auch Umrüstsätze für Bastler an. Dennoch benötigen die Fahrzeuge einen Tank, der mit Bioethanol gefüllt wird. Er wird für die Bordheizung gebraucht, die vom bekannten Hersteller Eberspächer stammt. Gerade im Winter würde ohne diese Spritheizung die Reichweite von Elektroautos drastisch sinken.

Bildquelle: © Georg Sander / pixelio – www.pixelio.de

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Ajaz Shah

Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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