PV-Anlage + Mikrowindrad + Solarbatterie = 100% Autarkie?

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mikrowindradDas eigene Zuhause komplett mit selbst erzeugtem grünen Strom versorgen – was früher wie ein schöner Traum schien, ist jetzt in greifbare Nähe gerückt: Skywind Mikrowindrad. Eine Solaranlage auf dem Dach in Verbindung mit einem modernen Stromspeicher ermöglicht inzwischen einen hohen Grad an Autarkie, vor allem im Sommer. Überschüssiger Strom wird tagsüber gespeichert und abends verbraucht, wenn die Sonne nicht mehr scheint und der Verbrauch am höchsten ist. Doch in den Wintermonaten muss verstärkt Netzstrom zugekauft werden, also gerade dann, wenn der Stromverbrauch im Haushalt ansteigt.

Versorgungslücke mit einem Mikrowindrad auf dem eigenen Dach decken

FuSystems SkyWind, ein Unternehmen aus Langenhagen bei Hannover, hat eine Lösung für dieses Problem: Die Mikrowindanlage SkyWind NG. Das Mikrowindrad ist gerade 1,5 m² groß und wiegt nur 15,5 kg. Es kann deshalb ohne Kran einfach mit Standardhalterungen auf dem Hausdach montiert und an das bestehende System angeschlossen werden. Der erzeugte Windstrom kann die im Winter entstehende Versorgungslücke decken, verspricht das Unternehmen. Windenergie steht auch bei schlechtem Wetter und gerade im Winter verstärkt zur Verfügung, so dass der erzeugte Windstrom teuren Netzstrom so gut wie überflüssig machen soll. Der Ertrag eines SkyWind NG-Mikrowindrads mit einer Leistung von 1 kW liegt Unternehmensangaben zufolge bei durchschnittlich 350 kWh pro Jahr.

Die patentierte Metallbauweise vom Mikrowindrad (Kleinwindanlage) sorgt für eine lange Lebensdauer der Anlagen. Störende Vibrationen oder Lärm gehen von den Kleinwindkraftwerken auf dem Dach nicht aus, heißt es. Dafür sorgt unter anderem die ungewöhnliche Form des Rotors, der nur 600 Gramm wiegt und aus Luftfahrtaluminium besteht. Auch Drehschatten oder Lichtreflexe sollen bei dem Mikrowindrad nicht auftreten. Die Wohngebietstauglichkeit der Anlagen, die über 5 Jahre lang entwickelt wurden, wurde von TÜV Nord bestätigt.

Sinkende Einspeisevergütungen und teurer Netzstrom machen reine Solaranlagen mit Speicher unwirtschaftlicher

Mit dieser Kombination aus Photovoltaikanlage, Mikrowindrad und Speicher kann der Autarkiegrad des eigenen Zuhauses deutlich erhöht werden. Eine reine Solaranlage mit Speicher ist deutlich weniger effizient, rechnet SkyWind vor. Solaranlagen produzieren fast 90 Prozent ihrer Energie im Sommer, die Einspeisung von Leistungsüberschüsse wird bei gleichzeitig steigenden Strompreisen immer geringer vergütet. Gleichzeitig muss fehlende Energie teuer zugekauft werden. Eine Autarkie von 70 Prozent sei in Verbindung mit einem Kleinwindrad etwa 20 Prozent günstiger zu erreichen als ohne, verspricht SkyWind. Ein SkyWind NG-Mikrowindrad kostet 2.949 Euro inkl. Mehrwertsteuer, damit liegt der Preis deutlich unter den Kosten für andere Kleinstwindanlagen. Hinzu kommen allerdings die Kosten für die Installation.

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Quellen / Weiterlesen:
Windanlage für Zuhause | SkyWind NG
Autarkie vom Stromnetz mit Solarspeicher und Mikrowindkraft | FuSystems SkyWind UG
Die eigene kleine Windturbine auf dem Hausdach liefert Strom | Ingenieur.de
Bilderquelle: © FuSystems SkyWind UG (haftungsbeschränkt)

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4 KOMMENTARE

  1. Mikrowindanlagen kenne ich schon länger. Sie sind für isolierte Gebäude sicher schon lange rentabel.

    Für ein großes Netz sind sicher größere Anlagen wirtschaftlicher. Und die Netzpufferung viel einfacher.

    Deutschland hat ja schon bald 40% regenerativen Stromanteil. Den Rest hätten wir schon zur Hälfte geschafft, wenn Mutti und Siggy Pop nicht so effektiv auf die Bremse getreten hätten.

  2. Verwirbelungen innerhalb von Wohngebieten werden die Funktion beeinträchtigen, bei einzeln stehen Gebäuden oder Gebäuden auf einer Anhöhe kann das besser sein. Das Andere ist die Amortisation bei 350kWh/a und Stromkosten bei Netzbezug von knapp unter 30ct kommen pro Jahr rund 100€ Ertrag heraus bei fast 3000€ kosten (ohne Montage und evtl ohne Mast) wären die Anschaffungskosten in 30 Jahren eingespielt, das lohnt sich leider nur mit Idealismus. Allenfalls für Orte ohne Stromnetz Anschluss also kleine Microgrids wäre das Teil interessant um eine PV und Batterie zu unterstützen da Stromerzeugung per Diesel natürlich teurer als Netzbezug ist – also gerade bei Berghütten. Ich wünsche es sähe besser aus bei der Windkraft haben aber leider die Megawatt Anlagen mit ausreichend hohen Türmen die Nase vorn.

  3. Gibt es jemanden der diese Geräte schon funktionierend in Betrieb hat? Wir haben die Geräte auf unseren Hallen vor einigen Jahren getestet, damals hieß das ganze noch Breazebreaker. Bei Sturm schalteten die Wechselrichter so ebend in die Startphase. Eingespeist haben die nie.
    Das selbe an verschiedenen Standorten.
    Wenn ich mich recht an meine Windkraftvorlesung erinnere ist die Funktion auf Wohnhäusern etc. auch physikalisch unmöglich, da es hier reihenweise Verwirbelungen gibt. Es werden bei großen WEA’s im Binnenland ja nicht zum Spaß so hohe Türme gebaut…
    Aus diesem Grund kann ich von diesen Microwindankagen auf Gebäuden nur abraten. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

    MfG Jörg

  4. Ausnahmsweise mal ein richtig toller Artikel. Zeigt er doch schön, dass selbst mit erheblichem technischen Aufwand schon ein einzelnes Haus kaum völlig autark – also mit 100% „Ökostrom“ – versorgt werden kann. Und dennoch gibt es jede Menge Träumer, die genau das mit einer ganzen Industrienation vor haben. Ob da wohl auch „eine Autarkie von 70 Prozent“ genügt? Und die restliche Zeit haben die Leute eben Sonderurlaub im Outdoor-Survival-Camp mit Waldpädagogik?

    Natürlich nicht. Genauso, wie so ein „fast autarkes“ Haus selbstverständlich weiterhin am öffentlichen Netz hängt, um dann, wenn zu wenig Sonne scheint und zu wenig Wind weht, dennoch die Annehmlichkeiten der Elektrifizierung nutzen zu können (aus welchen Kraftwerken kommt dieser Strom dann wohl?), wird Deutschland auch in Zukunft am europäischen Verbundnetz hängen und sich liebend gerne mit Atom- und Kohlestrom vor dem Blackout bewahren lassen. Hauptsache, die bösen Kraftwerke stehen nicht in Deutschland.

    Dieser Selbstbetrug funktioniert ja bereits bei der Industrie wunderbar: Alles, was Dreck macht, wurde ins Ausland ausgelagert – so dass man nun wunderbar überheblich mit dem Finger auf die bösen Umweltsünder (z.B. in Fernost) zeigen kann, während man die so hergestellten Produkte selbstverständlich gerne kauft.

    Deshalb: Schön, dass auch hier mal ein Artikel andeutet, welche Luftschlösser da in den Sand gesetzt werden.

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