BMW und Viessmann: Gemeinsame Vermarktung von Second Life Batterien

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viessmann-stromspeicherWenn Lithium-Ionen-Akkus nicht mehr genug Power für den Einsatz im Elektroauto haben, haben sie noch lange nicht ausgedient. Sie können immer noch für sogenannte Second-Life-Anwendungen eingesetzt werden. BMW setzt auf stationäre Stromspeicher aus diesen Altbatterien. Sie können als Großspeicher über Regelenergie das Stromnetz stabilisieren oder im kleineren Rahmen Unternehmen beim Ausgleich von Lastspitzen helfen oder. Dazu hat BMW mit Viessmann ein Joint Venture gegründet.

Ein Großspeicher von BMW in Hamburg liefert bereits Regelenergie

Die Module erreichen nach ihrem Einsatz im Elektroauto immer noch 70 bis 80 Prozent ihrer Anfangskapazität. Und bald wird es mehr als genug davon geben, denn nach 100.000 gefahrenen Kilometern bzw. nach den 8 Jahren Nutzungsdauer, die BMW garantiert, werden viele Fahrer den Akku austauschen. Wie sich Stromspeicher aus Altakkus optimal nutzen lassen, testet BMW gemeinsam mit Vattenfall und Bosch bereits in einem Pilotprojekt in Hamburg. Dort liefert ein Großspeicher aus 2.600 Batteriemodulen, gewonnen aus 100 Elektroautos, bereits Regelenergie. Weil Batteriespeicher sehr kurzfristig Energie liefern oder aufnehmen können, zahlt sich die Teilnahme am Regelenergiemarkt aus. Der Speicher von BMW und Vattenfall in Hamburg hat eine Kapazität von knapp 3 Megawattstunden.

Digital Energy Solutions: BMW vermarktet Second Life Batterien gemeinsam mit Viessmann

Für den optimalen Betrieb solcher Speichersysteme hat BMW ein intelligentes Energiemanagement entwickelt und setzt das System auch schon in den eigenen Werken ein. Der Autohersteller reduziert so seine Stromkosten und seinen CO2-Ausstoß. Seit vergangenem Jahr arbeitet BMW zudem mit dem hessischen Heiz- und Klimaspezialisten Viessmann zusammen, um das Geschäft mit Second-Life-Anwendungen weiter auszubauen und sich so ein neues Geschäftsfeld zu erschließen. Über das Joint Venture Digital Energy Solutions, an dem beide Unternehmen je zur Hälfte beteiligt sind, werden die Speichersysteme ebenfalls vermarktet.

Stromspeicher zum Ausgleich von Lastspitzen bei Industrieunternehmen zahlen sich aus

Das Ziel: Kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Senkung ihres Energiebedarfs zu unterstützen. Viessmann setzt das von BMW entwickelte Energiemanagement-System ein, um bei Kunden den Verbrauch von Wärme, Gas und Strom zu optimieren. Dabei lassen sich stationäre Stromspeicher oder auch eine Elektroautoflotte sehr gut einbinden, um Lastspitzen auszugleichen. Gerade bei Industriebetrieben mit energieaufwendiger Produktion ist dies ein wichtiger Faktor bei der Senkung der Betriebskosten. Außerdem können die Unternehmen mit Stromspeichern auch selbst erzeugten Solar- oder Windstrom effizienter nutzen.

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Großspeicher werden in Zukunft eine größere Rolle beim Netzmanagement spielen. Neben BMW haben auch andere Hersteller den Regelenergiemarkt als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt. Daimler hat in Lünen zusammen mit Remondis, Getec und The Mobility House einen 13-MWh-Großspeicher aus gebrauchten Batterien von Smart und Mercedes zusammengeschaltet. Dieser gilt als größter 2nd-Use-Batteriespeicher der Welt.

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Quellen / Weiterlesen:
Strom speichern mit ausgedienten Autoakkus | wattislos.com
Strom, Wärme und Mobilität wachsen zusammen | Digital Energy Solutions
BMW und Viessmann schließen Bündnis | Frankfurter Rundschau
Bilderquelle: Screenshots vom Youtube-Video

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Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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