Der Schweizer Batteriehersteller Leclanché wird künftig Stromspeicher für Ladestationen entwickeln. Konkret geht es dabei um das Schnellladenetz für Elektroautos der holländischen Firma Fastned. Die Batterien sollen als Puffer zwischen der Ladestation und dem Stromnetz eingesetzt werden. Zunächst starten die Partner ein Pilotprojekt an zwei Standorten. Finanzielle Angaben zu dem Deal gab es nicht.

Die Batteriespeicher sollen das Stromnetz entlasten

Fastned betreibt in den Niederlanden bereits 63 Schnellladestationen und will schnell in andere europäische Länder expandieren. Leclanché wird im Rahmen der jetzt bekanntgegebenen Partnerschaft großformatige, skalierbare Stromspeichersysteme auf Lithium-Ionen-Basis entwickeln, die es Fastned ermöglichen, mehrere Schnell-Ladestationen an einem Standort einzusetzen. „Fastned ist eines der führenden Schnelllade-Unternehmen der Welt und wir freuen uns, der Batterie-Partner des Unternehmens zu werden„, sagte Leclanché-CEO Anil Srivastava.

An Schnellstraßen verfügen die Fastned Hochleistungs-Ladestationen über bis zu acht Ladesäulen. Ein Elektroauto kann Fastned zufolge dort in 20 Minuten wieder voll aufgeladen werden. Die Stromspeicher sollen dafür sorgen, dass das Stromnetz beim Laden nicht überlastet wird. Sie werden geladen, wenn der Stromverbrauch gerade gering und der Strom außerdem günstiger ist. Dabei soll auch Solarstrom aus Solaranlagen eingesetzt werden, die Fastned betreibt.

Sind Elektroautos eine Gefahr für das Verteilnetz?

In Deutschland plant Fastned den Bau von 25 Schnellladestationen und hat dafür von der Bundesregierung Fördermittel in Höhe von 4 Millionen Euro bekommen. Die Ladestationen werden hauptsächlich an Autobahnen und stark befahrenen Straßen errichtet. Das Ziel ist ein länderübergreifendes Netzwerk an Schnellladestationen in Europa, offen für alle Fahrzeugmodelle, sagte Fastned-Geschäftsführer Michiel Langezaal im Interview mit dem energate messenger. Langezaal sieht nur in Schnellladestationen ein tragfähiges Geschäftsmodell: Diese funktionierten wie Tankstellen und könnten nur deshalb eine ausreichend hohe Auslastung erzielen. Gleichzeitig sagte Langezaal, dass gerade mit zunehmender Zahl von Schnellladestationen keine Gefahr für das Verteilnetz bestehe. Denn die Stromabnahme verteile sich hier ähnlich wie bei herkömmlichen Tankstellen über den ganzen Tag, die Lastkurve sei recht gut vorhersehbar. Batteriespeicher sorgten für einen zusätzlichen Puffer.

Im Frühjahr unterzeichnete Fastned auch eine Vereinbarung mit der Londoner Verkehrsbehörde Transport for London. In der britischen Hauptstadt soll bis 2020 ein Netzwerk mit 300 Schnellladestationen entstehen.


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Quellen / Weiterlesen:
Leclanché baut Batterien für E-Auto-Ladestationen | Handelszeitung
Langezall: „Schnellladestationen funktionieren wie Tankstellen“ | energate messenger
Leclanché to Develop Battery Storage Solution for Fastned’s Network of Fast Charging Stations | PR Newswire
Bilderquelle: © Fastned

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1 KOMMENTAR

  1. Leider ist es in Berlin nicht möglich wie in London Straßenlaternen als Lademöglichkeiten für E- Autos zu verwenden, da die Straßenbeleuchtung vom Senat an 2 verschiedene Unternehmen vergeben wurde die sich im Jahres Rhythmus mit Wartung und Betrieb abwechseln.
    Das sind Entscheidungen einer Privatisierung wie die FDP und CDU wünschen.
    Schlanker Staat und mangelhafte Vorsorge für staatliche Einrichtungen.

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