Ist Faraday Future bereits am Ende?

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faraday-future-pleiteWie schlecht steht es um Faraday Future? Seit seiner Gründung hat das kalifornische Elektroauto-Startup reichlich Schlagzeilen gemacht. Außer dem nicht straßentauglichen Konzept eines Supersportwagens hatte Faraday Future jedoch lange Zeit kein Serienfahrzeug präsentiert. Auf der diesjährigen CES stellte der Branchenneuling mit dem FF91 zwar endlich einen seriennahen SUV vor. Doch da gab es bereits Gerüchte, dass das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten stecken könnte. Jetzt berichtet Reuters, dass der Branchenneuling seine Zukunftspläne deutlich bescheidener gestalten müsse. Unternehmenskennern zufolge wird Faraday Future statt der angekündigten sieben nur zwei Modelle produzieren.

Der Hauptinvestor hat sich finanziell übernommen

Neben dem FF91 ist nun lediglich noch ein Crossover namens FF81 geplant. Der Grund: Der chinesische Milliardär Jia Yueting, der Hauptinvestor bei Faraday Future, hat sich finanziell übernommen. Als Folge dieser Schwierigkeiten haben bereits mehrere Zulieferer wegen unbezahlter Rechnungen in Millionenhöhe geklagt.

Die Produktionsstätte in Nevada fällt deutlich kleiner aus

Die finanzielle Schieflage soll sich nicht nur auf die Produktionspläne auswirken – eigentlich wollte Faraday Future sieben verschiedene elektrische Modelle in allen Klassen anbieten – sondern auch auf die geplante 1,3 Milliarden Dollar teure Megafabrik in Nevada. Diese wird den Aussagen eines offiziellen Vertreters der Stadt erheblich kleiner als ursprünglich geplant, berichtet Reuters. Letzten Herbst waren die Bauarbeiten zunächst gestoppt worden. Statt 150.000 Fahrzeugen pro Jahr sollen hier lediglich 10.000 Einheiten vom Band rollen. Auch die Eröffnung der Fabrik wurde um zwei Jahre nach hinten verschoben.

Wird die Produktion nach China verlegt?

Möglicherweise könnte Faraday Future einen Teil seiner Modelle stattdessen in China produzieren, und zwar in einem Werk der Schwestermarke LeSee. Dieses wird gerade in der chinesischen Provinz Zhejiang gebaut und kann bis zu 450.000 Fahrzeuge produzieren.

Zu guter Letzt laufen Faraday Future auch noch die Mitarbeiter davon. Mehrere leitende Angestellte sollen den Autohersteller bereits verlassen haben. Es sieht also nicht gut aus für das junge Unternehmen, das Tesla den Kampf ansagen und die Autowelt aufmischen wollte. Von den hochfliegenden Plänen, bis zum Jahr 2020 eine Million Autos zu verkaufen, wird Faraday Future sich vorerst verabschieden müssen.

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Quellen / Weiterlesen
Faraday: Scheitert der chinesische Tesla-Killer? – Handelsblatt
Faraday Future: Finanzielle Probleme – Computer Bild
Faraday Future schumpft Zukunftspläne drastisch – Engadget Deutschland
Elektroauto-Startup Faraday Future geht das Geld aus – ecomento.tv
Bildquelle: Wikipedia – Von Maurizio Pesce from Milan, Italia – Faraday Future FFZERO1 Concept Prototype, CC BY 2.0

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Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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