Knapp einen Monat nach der Vorstellung des Elektrotrucks Semi hat Tesla die erste Großbestellung bekommen. Der Getränkehersteller PepsiCo hat 100 Stück geordert und will so den CO2-Ausstoß seiner Lieferflotte reduzieren. Der Tesla Semi lockt mit beeindruckenden Leistungswerten, soll aber erst übernächstes Jahr in Serie produziert werden und wird frühestens 2020 ausgeliefert.

Nicht alle halten die technischen Daten des Tesla Semi für realistisch

Tesla-CEO Elon Musk hatte den ersten elektrischen LKW des Unternehmens im November mit viel Getöse präsentiert. Die angekündigten Leistungswerte des Sattelschleppers wurden in der Branche jedoch mit Skepsis aufgenommen: Eine Beschleunigung von null auf 100 in fünf Sekunden und bis zu 800 Kilometer Reichweite mit einer Ladung soll der Truck haben. Das sei schon allein wegen des hohen Batteriegewichtes nicht möglich, so Nikola Motors. Das Unternehmen, das selbst an einem elektrischen LKW mit Brennstoffzellenantrieb arbeitet, unterstellte Tesla sogar Betrug und Aktionärstäuschung.

Das Ladenetz muss erst noch aufgebaut werden

Was der Semi unter normalen Fahrbedingungen wirklich leistet, wird sich erst nach seiner Markteinführung zeigen. Mit einem Preis von 150.000 Dollar für das Modell mit 500 Kilometern Reichweite und 200.000 Dollar für 800 Kilometer Reichweite liegt preislich Tesla unter dem, was Experten erwartet hatten, jedoch weit über dem Preis für einen herkömmlichen Sattelschlepper mit Dieselantrieb. Ein ultraschnelles Ladennetz speziell für den Semi will Tesla in den nächsten Jahren noch aufbauen. Es gibt also noch jede Menge Unsicherheiten.

Bisher nur knapp 300 Vorbestellungen

Bisher gibt es erst knapp 300 Vorbestellungen für den Tesla Semi. Es wäre nachvollziehbar, wenn die Logistikbranche, für die elektrische Antriebe noch größtenteils Neuland sind, erst einmal abwartet. Auch die Bestellung von PepsiCo ist mit 100 Stück überschaubar, der Konzern hat eine Flotte von 10.000 Lastwagen. Weitere Bestellungen erhielt Tesla von Walmart (15 Stück) und DHL (10 Stück). Dennoch dürfte sich Elon Musk über den Auftrag von PepsiCo freuen, hatte er doch in letzter Zeit viel mit Negativschlagzeilen wegen Produktionsproblemen beim Tesla Model 3 zu kämpfen.

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Quellen / Weiterlesen:
Tesla ergattert Großauftrag für Elektro-Lkw | Handelsblatt
Großauftrag für Elektro-Lkw: Pepsi bestellt 100 Tesla Semi | Automobilwoche
Elektro-Lkw: Pepsico bestellt 100 Tesla Semi | heise online
Bildquelle: flickrRicecracker.

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Thomas
    Diese Zahl basiert auf dem in unserem Artikel genannten Bericht aus dem Handelsblatt. Dort heißt es wörtlich: „Insgesamt verzeichnete Tesla bislang 267 Vorbestellungen…“
    Viele Grüße
    Stephan Hiller

  2. Bisher knapp 300 Vorbestellungen? Wurden denn die anderen 900 Vorstellungen wieder storniert oder beruhen die 300 auf schlechter Recherche?

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