Der chinesische Batteriehersteller CATL und der niederländische Systemintegrator Alfen bringen Natrium-Ionen-Großspeicher im Gigawattstunden-Maßstab nach Westeuropa. Eine Vereinbarung sieht vor, ab 2027 insgesamt 5 GWh der neuen Produktlinie „Tener Sodium“ in den Niederlanden und weiteren westeuropäischen Ländern aufzubauen. Die Kooperation gilt als der erste geplante kommerzielle Einsatz dieser Batteriechemie im europäischen Stromnetz. Durch das Projekt möchte man die Abhängigkeit von schwankenden Lithiumpreisen drastisch reduzieren und die Netze stabilisieren. Mit 25 Jahren Lebensdauer und höherer Effizienz treten die natriumbasierten Großspeicher erstmals als direkte Konkurrenz zu etablierten Lithium-Systemen an.
Details: CATL und Alfen Natrium-Ionen-Abkommen
- Geplante Gesamtkapazität: 5 GWh in Westeuropa (Rollout-Start: 2027).
- Speichersystem: CATL „Tener Sodium“ (Kapazität > 30 MWh pro System).
- Speicherdauer: Flexibel konfigurierbar von 1 bis 8 Stunden.
- Effizienz: 25 Jahre Lebensdauer; ca. +2% Wirkungsgrad gegenüber aktuellem Standard.
- Kompatibilität: Voll kompatibel mit Lithium-Eisenphosphat-Systemen (LFP).
- Strategie: Schutz vor Lithium-Preisschwankungen und Erprobung europäischer Netzanforderungen (Grid Codes).
- CATL-Produktion: 40 GWh Natrium-Fabrik im Bau in Fujian (5 Mrd. Yuan / ~739 Mio. USD).
Strategische Partnerschaft für den westeuropäischen Markt
Der weltweit größte Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology Co., Limited (CATL) und der niederländische Energieinfrastrukturanbieter Alfen N.V. unterzeichneten eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) über den großflächigen Einsatz von Natrium-Ionen-Batteriespeichern. Für die beiden Partner markiert die Kooperation den nächsten Entwicklungsschritt einer bestehenden Zusammenarbeit. Bereits seit 2023 beliefert CATL Alfen mit Batteriezellen für Lithium-Ionen-Projekte. Schließlich wurde diese Liefervereinbarung 2024 erweitert, um die steigende Nachfrage nach Energiespeichern in Europa zu bedienen.
Ziele der Kooperation und wirtschaftliche Vorteile
Mit dem Übergang zu Natrium-Ionen-Systemen zielt Alfen darauf ab, das eigene Portfolio an Batteriematerialien zu diversifizieren, die Kostenstruktur bei Großprojekten zu optimieren und die Abhängigkeit von Schwankungen der globalen Lithiumpreise spürbar zu reduzieren. Dies soll die Wettbewerbsfähigkeit bei Ausschreibungen für mittel- bis großformatige Speicherprojekte in Europa stärken. Michael Colijn, CEO von Alfen, erläuterte nochmals die strategische Bedeutung dieser Technologieentscheidung:
„Natrium-Ionen sind der nächste Schritt in der Art und Weise, wie wir über Energiespeicherung denken – diversifizierter, widerstandsfähiger und genau auf die künftige Marktrichtung ausgerichtet.“
Auch auf Herstellerseite unterstreicht man den Mehrwert für den europäischen Netzumbau. Tan Libin, Chief Customer Officer und Co-Präsident für Vertrieb und Marketing bei CATL, betont zudem:
„Mit ihren hervorragenden Sicherheitseigenschaften und Vorteilen bei der Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg werden Natrium-Ionen-Batterien europäischen Kunden einen einzigartigen Wert bieten und den Übergang der Region zu einer saubereren, widerstandsfähigeren Energiezukunft unterstützen.“
Das Speichersystem Tener Sodium im Detail
Zum Einsatz kommt das stationäre Energiespeichersystem „Tener Sodium“, das CATL erst am 22. Juni 2026 offiziell als feldvalidierte Natrium-Ionen-Lösung vorgestellt hat. Das System bietet eine Nennkapazität von mehr als 30 Megawattstunden (MWh) pro Einheit und erlaubt je nach Projektanforderung flexible Entladezeiten zwischen einer und acht Stunden.
Die Speicheranlagen sind für eine kontinuierliche Betriebsdauer von 25 Jahren ausgelegt. Zudem bieten sie eine um knapp 2% höhere Round-Trip-Effizienz (RTE) im Vergleich zum aktuellen Stand der Technik stationärer Speicher. Dadurch sinken die Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus spürbar. Darüber hinaus zeichnet sich die Produktlinie „Tener Sodium“ durch eine hohe Systemkompatibilität aus, da sie sich direkt mit bestehenden Lithium-Eisenphosphat-Systemen (LFP) kombinieren lässt. Somit können Integratoren wie Alfen, Natrium- und LFP-Akkus in ein und demselben Speichersystem verbauen.
Zeitplan für den globalen und europäischen Marktstart
Bei CATL erfolgt die kommerzielle Skalierung der Natrium-Ionen-Technologie nach einem mehrstufigen Zeitplan:
| Zeitraum | Ziele |
|---|---|
| September 2026 | Beginn der ersten Auslieferungen des Tener-Sodium-Systems im chinesischen Heimatmarkt. |
| Ende 2026 | Angestrebtes weltweites Auslieferungsvolumen von insgesamt 1 GWh. |
| Juni 2027 | Start der weltweiten kommerziellen Lieferungen sowie Beginn der Erstinstallationen in Europa (Alfen-Kooperation). |
Netzkombination und Ausbau der Produktionskapazitäten
Neben dem direkten Marktzugang dient die Partnerschaft mit Alfen dazu, fundierte Erfahrungen mit Natrium-Ionen-Akkus in europäischen Stromnetzen zu sammeln. Die Betriebsdaten möchte man nutzen, um das Steuerungssystem und das elektrische Verhalten der Einheiten gezielt an die europäischen Netzcodes (Grid Codes) und technischen Standards anzupassen.
Die Kooperation mit Alfen steht dabei im Kontext einer schnellen industriellen Hochskalierung der Natrium-Sparte bei CATL. Bereits im April 2026 unterzeichnete der Konzern einen dreijährigen Liefervertrag über 60 GWh mit dem chinesischen Speicheranbieter HyperStrong. Um die erwartete Nachfrage zu decken, investiert CATL 5 Milliarden Yuan (ca. 739 Millionen US-Dollar) in den Aufbau einer eigenen Fertigungsstätte in Fujian (China). Diese soll eine jährliche Natrium-Ionen-Kapazität von 40 GWh erreichen.
Quellen / Weiterlesen
CATL to bring sodium battery storage to Europe with 5 GWh Alfen deal | CnEVPost
Alfen and CATL Reach 5 GWh Sodium-Ion Battery Storage Partnership in Europe | Alfen
Bildquelle: KI-generiert


