Basquevolt bringt Lithium-Metall-Batterie mit 402 Wh/kg für Europa

Renault testet in Spanien produzierte E-Auto-Zelle von Basquevolt. Drop-in-Tech senkt Produktionskosten um 30%.

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Der spanische Batterieentwickler Basquevolt stellte mit der BQV400L seine erste standardisierte Batteriezelle auf Basis einer NMC-Lithium-Metall-Chemie vor. Durch den Einsatz eines proprietären Polymer-Elektrolyten erreicht die in Spanien gefertigte Zelle eine gravimetrische Energiedichte von 402 Wh/kg bei einer Kapazität von 27 Ah. Für die europäische Industrie bedeutet diese Entwicklung den direkten Zugriff auf eine hocheffiziente Speichertechnologie, die zu 75% aus lokalen Komponenten besteht. Da die Zelle als investitionsarme Drop-in-Lösung in bestehenden Gigafactories produziert werden kann, sichert sie Herstellern eine geopolitisch unabhängige und kosteneffiziente Lieferkette. Die neue Lithium-Metall-Batterie von Basquevolt ist ab sofort für Kunden kommerziell erhältlich.

Details: Basquevolt BQV400L Lithium-Metall-Zelle

  • Zellchemie: NMC-Kathode/Lithium-Metall-Anode, proprietärer Hybrid-Polymer-Elektrolyt.
  • Leistung: Gravimetrische Energiedichte 402 Wh/kg, Nennkapazität 27 Ah, Pulsleistung 8,9 C.
  • Standort: Spanien (75% der Komponenten aus Europa).
  • Sicherheitszertifizierung: HL3 (Zertifizierung läuft/Drittanbieter-Validierung).
  • Produktion: Drop-in-Lösung (voll kompatibel mit bestehenden Gigafactories).

Technischer Kern und Leistungsdaten

Die technische Basis der BQV400L bildet die Kombination aus einer Nickel-Mangan-Cobalt-Kathode (NMC) und einer Anode aus reinem Lithium-Metall. Für den Übergang zur Festkörperbatterie setzt Basquevolt auf einen eigenentwickelten Polymer-Elektrolyten, der die klassischen flüssigen Elektrolyte herkömmlicher Lithium-Ionen-Akkus weitgehend ersetzt. Dadurch minimiert sich das Risiko von Kurzschlüssen durch Dendritenbildung. Die Zelle liefert eine spezifische Energie von 402 Wh/kg und verfügt zudem über eine Impulsleistungsfähigkeit von 8,9 C. Der hohe C-Wert ermöglicht es der Zelle, kurzfristig sehr hohe Ströme abzugeben oder aufzunehmen. Dies ist unter anderem für Beschleunigungsphasen in Elektrofahrzeugen oder für das regenerative Bremsen (Rekuperation) von Bedeutung.

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Industrielle Skalierbarkeit als Drop-in-Lösung

Ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor der Zellentwicklung ist vor allem die Kompatibilität mit der bestehenden Fertigungsinfrastruktur, denn die BQV400L wurde gezielt als sogenannte Drop-in-Lösung konzipiert. Zellhersteller können die Technologie auf vorhandenen Produktionslinien für klassische Lithium-Ionen-Zellen (Roll-to-Roll-Verfahren) verarbeiten, ohne dass tiefgreifende Umbauten oder nennenswerte zusätzliche Investitionen (CapEx) in den Maschinenpark erforderlich sind.

Laut Validierungsdaten führt dieser Fertigungsansatz zu einer Reduzierung der Investitionskosten um rund 30% pro Gigawattstunde (GWh) installierter Produktionskapazität. Außerdem sinkt der Energieverbrauch im gesamten Herstellungsprozess der Zellen um etwa 30% im Vergleich zu konventionellen Fertigungsverfahren.

Geopolitische Resilienz und Anwendungsbereiche

Die Fertigung erfolgt im spanischen Vitoria-Gasteiz, wobei rund 75% aller Rohstoffe und Komponenten direkt aus europäischen Lieferketten stammen. Für europäische OEMs in den Bereichen Automobilbau, Luftfahrt (Avionik) und stationäre Energiespeicherung verringert dieser hohe Lokalisierungsgrad die logistische Abhängigkeit von asiatischen Vorlieferanten und minimiert geopolitische Risiken entlang der Lieferkette. In puncto Betriebssicherheit erfüllt die Pouch-Zelle laut Hersteller die Kriterien der Brandschutzzertifizierung HL3 (Hazard Level 3), welche die höchsten Anforderungen im europäischen Schienenverkehr definiert. Diese Sicherheits- und Leistungsergebnisse werden aktuell von einem unabhängigen, externen Batterietestlabor geprüft und validiert.

Industrielle Kooperationen und strategic Partner

Der Marktstart der BQV400L stellt für Basquevolt den Übergang von der reinen Technologieentwicklung (Deep-Tech) zur kommerziellen Skalierung dar. Das Unternehmen stützt sich dabei auf strategische Allianzen mit etablierten Industriepartnern:

  • Ampere (Renault Group): Im Rahmen einer gemeinsamen Entwicklungsvereinbarung (Joint Development Agreement) wird die Lithium-Metall-Technologie für den Einsatz in zukünftigen Elektroautos der nächsten Generation optimiert und unter realen automobilen Bedingungen erprobt.
  • EDF und Erstausrüster (OEM): Gemeinsam mit dem französischen Energiekonzern EDF und einem führenden Automobilhersteller wurden bereits umfassende Belastungs- und Sicherheitstests mit Zellen oberhalb der 400-Wh/kg-Schwelle durchgeführt.

Hintergrund und Investorenkonsortium

Hinter dem im Jahr 2021 gegründeten Unternehmen steht ein breites Konsortium aus öffentlichen und privaten Akteuren, darunter der Energieversorger Iberdrola, der Gasnetzbetreiber Enagás, der Automobilzulieferer CIE Automotive, EIT InnoEnergy, das Forschungsinstitut CIC energiGUNE sowie die baskische Regionalregierung. Die Skalierungsphase wird zudem durch Co-Finanzierungen des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie des spanischen Förderprogramms PERTE VEC unterstützt. Das langfristige Ziel von Basquevolt sieht den Aufbau eigener Produktionskapazitäten von bis zu 10 GWh bis zum Jahr 2027 vor.

Quellen / Weiterlesen

BASQUEVOLT Launches BQV400L, a new benchmark for European battery cells | Basquevolt
Basquevolt stellt Lithium-Metall-Batteriezelle vor | Battery News
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Bildquelle: © Basquevolt

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