E-Autos aus Europa: Citroën 2CV und Fiat Panda für 15.000 €

Stellantis bringt den Citroën 2CV elektrisch für unter 15.000 € zurück. Produktion des urbanen LFP-Stromers startet 2028.

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Nach 36 Jahren Produktionsstopp belebt eine Stellantis-Initiative nun eine historische Markenikone. Citroën bringt den legendären 2CV – die sogenannte Ente – als reines Elektroauto für unter 15.000 € zurück. Das alte Modell wurde am 7. Oktober 1948 auf dem Pariser Autosalon enthüllt und lief im Juli 1990 in Portugal aus; die Neuauflage debütiert im Oktober 2026 ebenfalls in Paris. Zudem plant Fiat ab 2028 eine elektrische Variante als neuen E-Panda. Beide Modelle bieten einfache, bezahlbare urbane Elektromobilität aus rein europäischer Produktion. Gleichzeitig sichert die Fertigung mit günstigeren LFP-Zellen wichtige Arbeitsplätze im Werk Pomigliano d’Arco (Italien) und stärkt die wirtschaftliche Unabhängigkeit gegenüber der Importkonkurrenz aus China.

Details: E-Panda und Citroën ë-2CV (Elektro-Ente)

Fahrzeuge Spezifikation Citroën 2CV (Ente) und Fiat E-Panda; unter 15.000 €
Plattform Elektro-Kleinstwagen (EU-Kategorie M1E), Stellantis E-Cars-Plattform
Produktion geplant für 2028 im Werk in Pomigliano d’Arco (Italien)
Batterie Lithium-Eisenphosphat (LFP); 25 bis 35 kWh; 200 bis 300 km Reichweite
Motor 44 kW bis 66 kW/60 bis 90 PS (Prognose)
Abmessung Ca. 3,50 bis 3,70 Meter Länge
Zell-Lieferant CATL (aus geplanter europäischer Fertigung in Saragossa, Spanien)
Konkurrenten Dacia Spring, Leapmotor T03

Ikonisches Design trifft funktionale Plattformstrategie

Das Außendesign des neuen Citroën 2CV greift die charakteristische Silhouette des historischen Vorbilds auf, ohne eine reine Retro-Kopie darzustellen. Während des Investorentags in den USA konnten Analysten bereits die markante, gewölbte und gerippte Motorhaube sowie die freistehenden Frontscheinwerfer begutachten. Allerdings sind bis zum Verkaufsstart in rund 2 Jahren noch kleinere Anpassungen an moderne Straßenverkehrsstandards zu erwarten. Mit einer Gesamtlänge von circa 3,50 bis 3,70 Metern ordnet sich das Modell unterhalb des aktuellen Citroën C3 ein.

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Technisch nutzen die Fahrzeuge eine neue Stellantis-Architektur für Kleinstwagen, die exakt auf die europäische Fahrzeugkategorie M1E ausgelegt ist. Diese Basis fokussiert sich auf funktionale Schlichtheit und maximale Kosteneffizienz im urbanen Raum. Laut Stellantis-Europachef Emanuele Cappellano ist das Projekt als Mehrmarken-Plattform angelegt. Während Citroën das Design an der „Ente“ ausrichtet, bringt Fiat parallel dazu eine eigene Variante auf derselben Basis als neuen E-Panda auf den Markt. Das Modell ist technisch eigenständig und unterscheidet sich vom größeren Grande Panda sowie vom klassischen Verbrenner-Panda, der noch bis mindestens 2030 im selben Werk in Pomigliano d’Arco weitergebaut wird.

Produktion in Italien und die europäische Batteriestrategie

Stellantis wird die neuen Elektromodelle vollständig in Europa fertigen, um regulatorische Vorteile zu nutzen und Lieferketten abzusichern. Als Produktionsstandort wurde das italienische Werk Pomigliano d’Arco in der Nähe von Neapel gewählt. Darüber hinaus investiert der Automobilkonzern gemeinsam mit dem chinesischen Batteriehersteller CATL in eine neue Zellfabrik im spanischen Saragossa. Diese strategische Partnerschaft dient der lokalen Versorgung mit Batterien und reduziert die logistische Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstätten. Durch die regionale Wertschöpfung in Europa erfüllt der Konzern zudem die gesetzlichen Kriterien für lokale Förderprogramme, die zunehmend an Produktionsstandorte innerhalb der Europäischen Union gekoppelt sind.

Für das Werk in Pomigliano d’Arco bedeutet der Zuschlag eine langfristige Auslastungssicherung durch eine zweigleisige Fertigungsstrategie. Neben den neuen Günstig-Stromern von Citroën und Fiat wird dort aktuell der Verbrenner-Panda (mittlerweile unter dem Namen Pandina) noch bis mindestens 2030 parallel weitergebaut. Durch die gemeinsame Plattform und die Produktion im selben Werk spart der Konzern Kosten, um den Zielpreis von unter 15.000 € für beide Modelle zu erreichen.

Kosteneffizienz durch LFP-Zellen und Marktpositionierung

Um den angekündigten Einstiegspreis von unter 15.000 € zu realisieren, setzt der Automobilkonzern konsequent auf eine kostenoptimierte Systemtechnik. Hierfür senkt der Einsatz von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) deutlich die Herstellungskosten im Vergleich zu klassischen Nickel-Mangan-Kobalt-Akkus (NMC). Trotz der geringeren gravimetrischen Energiedichte von LFP-Zellen eignet sich die Technologie ideal für den urbanen Einsatzbereich. So ermöglicht eine prognostizierte Batteriekapazität zwischen 25 und 35 kWh für den Citroën 2CV und den Fiat Panda praxisnahe Reichweiten von etwa 200 bis 300 Kilometer nach dem WLTP-Prüfzyklus, während sich die Motorleistung voraussichtlich in einem Spektrum zwischen 60 und 90 PS bewegt.

Mit dieser Kombination positioniert Stellantis beide Modelle direkt gegen etablierte Budget-Fahrzeuge wie den Dacia Spring oder den Leapmotor T03, um Marktanteile im Einstiegssegment zu sichern.

Regulatorischer Gegenwind für Importe aus China

Die Einführung der neuen EU-Fahrzeugkategorie M1E ist ein industriepolitisches Instrument, um preiswerte europäische Elektroautos auf den Markt zu bringen. Da die Richtlinien eine maximale Fahrzeuglänge von 4,20 Metern vorschreiben und staatliche Kaufanreize an eine europäische Fertigung binden, wird der Import chinesischer Mitbewerber erschwert. Historisch betrachtet bot der alte 2CV ab 1948, der anfangs nur in Grau verfügbar war und im James-Bond-Film „In tödlicher Mission“ erschien, Millionen Menschen bezahlbare Mobilität. Nach Aussage von Citroën-Chef Xavier Chardon soll die elektrische Neuauflage nun 80 Jahre später diesen Grundgedanken aufgreifen und mit intuitiver Einfachheit statt komplexer Technik die Elektromobilität voranbringen.

Quellen / Weiterlesen

Citroën bringt 2CV für unter 15.000 Euro zurück | Auto Motor und Sport
Beloved Citroen 2CV revived as electric car | Tech Xplore
Günstig-Stromer von Stellantis | Welt
Bildquelle: © Martyn Wrigh via Flickr

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