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Bei Nutzfahrzeugen geht die Elektrifizierung langsamer voran als bei PKW, doch mehrere Hersteller arbeiten mit Hochdruck daran. Eins dieser Unternehmen ist MAN: Die Trucks und Busse des Nutzfahrzeugherstellers soll es künftig auch mit Elektroantrieb geben. Bis zu 200 Kilometer sind elektrisch schon drin.

Einsatzgebiet soll der städtische Lieferverkehr sein

Der Hersteller hat mit dem eTruck bereits 2016 eine elektrische Sattelzugmaschine vorgestellt. Neun Projektpartner in Österreich testen die Fahrzeuge derzeit im Alltag. Auch in Deutschland sollen demnächst Tests stattfinden, die MAN wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Trucks liefern sollen. Einsatzgebiet für den eTruck, der von einem Elektromotor mit 250 kW Leistung angetrieben wird, ist der mittlere und schwere städtische Verteilerverkehr. Hier reicht die aktuelle Reichweite von maximal 200 Kilometern locker aus. Bald sollen auch 300 Kilometer möglich sein, wenn sich die Batterietechnik weiterentwickelt. In den Fernverkehr will MAN aber vorerst nicht. Hier setzt man vorerst noch auf sauber werdende Dieselfahrzeuge.

Der MAN eTruck geht 2021 in Serie

Ab 2018 will MAN eine Kleinserie produzieren, ab 2021 soll die Großserienfertigung beginnen. 2025 sollen dann etwa fünf Prozent der LKW, die bei MAN vom Band rollen, einen Elektroantrieb haben. Dass Elektroantriebe bei Nutzfahrzeugen gerade in der Stadt sinnvoll sind, haben auch andere Unternehmen erkannt. Die Post setzt den Elektro-Transporter StreetScooter im Zustelldienst ein, auch Daimler produziert mit dem Fuso eCanter bereits einen elektrischen LKW in Kleinserie. Dieser hat eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern und wurde bereits in Stuttgart von Hermes getestet.

MAN elektrifiziert Hamburgs Flotte von Stadtbussen

Doch MAN setzt nicht nur auf elektrische LKW, sondern will auch elektrische Stadtbusse bauen. Eine neue Stadtbusgeneration mit E-Antrieb soll in zwei Jahren in Serie gehen, die Vorserienversion soll dieses Jahr vorgestellt werden. MAN arbeitet dabei eng mit der Stadt Hamburg zusammen, die ab 2020 nur noch elektrische Busse anschaffen und so den gesamten Fuhrpark emissionsfrei machen will. Wegen der starken Förderung von Elektrobussen könnte es schon im nächsten Jahr für Fuhrparkbetreiber lohnender sein, statt Dieselfahrzeugen Elektrobusse anzuschaffen, obwohl wenn diese in der Anschaffung noch teurer sind.

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Quellen / Weiterlesen:
Wieso auch MAN jetzt einen Elektro-Lkw baut | Augsburger Allgemeine
MAN testet E-Trucks in Österreich | Springer Professional
MAN eTruck – Die Zukunft des innerstädtischen Lieferverkehrs beginnt jetzt | MAN Truck & Bus AG
Bildquelle: © MAN Trucks & Bus AG

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Verstehe ich das richtig?

    Während die Städte keinen nennenswerten Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung leisten und deshalb die ländlichen Gebiete zu Industriewüsten umgestaltet werden, sollen LKWs und Busse nur in Städten emissionsfrei betrieben werden, während sie auf dem Land weiterhin ihre Giftstoffen ausstoßen dürfen? Und bezahlt wird das alles zudem nicht etwa von den Städten, die den Nutzen davon haben, sondern insbesondere auch von der Landbevölkerung – quasi als Dreingabe zu all den Nachteilen, die sie eh schon durch den grenzenlosen Energiehunger der Städte haben?

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