FIA Formula E und Wave Trophy Weltrekord in Berlin

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Formel E in Berlin Mai 2015Die Formel E in Berlin

Die FIA Formel E fand am Samstag, den 23.05.2015, das erste Mal in Berlin auf dem Tempelhofer Feld statt. Wir waren selbst dort, haben am Wave-Weltrekordversuch teilgenommen und das Rennen angeschaut. Hier wollen wir kurz unseren Eindruck von dieser Veranstaltung festhalten.
Erst am Donnerstag erfuhren wir, dass die Formel E in Berlin sein wird und man sogar vier Freikarten bekommt, wenn man am Weltrekordversuch von Wave teilnimmt. Wave ist die weltweit führende Rally für Elektrofahrzeuge und Ziel des Versuchs war es, 508 oder mehr Elektrofahrzeuge zu stellen und diese sollten jeweils eine Runde auf der Rennstrecke fahren.

Mit der Aussicht auf einen netten Samstag und der Chance in das Guinness Buch der Rekorde zu kommen, haben wir sofort eine E-Mail an den Veranstalter geschickt, da noch Fahrer gesucht wurden. Dort sollte dann der weitere Ablauf erläutert werden.

Leider haben wir von Wave am Freitag nur eine (scheinbare) Autoresponse Mail bekommen, bei der uns mitgeteilt wurde, dass die Informationen zum Ablauf in den nächsten Tagen kommuniziert werden. Ohne Genaueres zu wissen haben wir uns dann aber entschieden einfach hinzugehen, immerhin wurden ja noch 80 Fahrer gesucht, die einen Citroen C-Zero von Multicity über die Rennstrecken fahren.

Ohne genaue Informationen sind wir also am Samstag früh zum Tempelhofer Feld gefahren, was aufgrund des Karneval der Kulturen alleine schon gar nicht so einfach war. Am Eingang sollten wir dann Tickets kaufen, wir sagten dem Herren vom Einlass aber, dass wir am Wave-Weltrekordversuch teilnehmen möchten und dafür freien Eintritt bekommen sollten. Davon wusste er nichts und schickte uns zur Information. Auch dort wusste man nichts von einem Weltrekord und schickte uns weiter zum Ticketschalter, wo wir wiederum ans Sekretariat der Veranstalter verwiesen wurden. Hier konnte man uns dann endlich helfen und sagte uns, dass wir zum Gate 11 müssen. So machten wir uns auf den Weg zum Gate 11, das auf der anderen Seite des Flughafens lag.

Elektroauto gesucht!

Am Gate 11 wurden uns grüne Bändchen gegeben, wir konnten in den Hangar, der voll war mit Menschen und Elektroautos, viele Tesla Model S, Tesla Roadster, BMW i3, VW e-Up, Citroen C-Zero, Renault Zoe, Nissan Leaf und andere Modelle.

WaveTrophy Elektroautos Berlin

Wie schon erwähnt, waren wir über den genauen Ablauf nicht informiert, da uns keine Informationen zugesandt wurden. Wir wissen nicht, ob das ein allgemeines Problem war oder wir uns einfach nur zu spät angemeldet haben. Wir suchten uns also jemanden vom Veranstalter und fragten, ob wir ein Citroen C-Zero von Multicity für den Weltrekord bekommen könnten. Multicity ist wahrscheinlich am Weltrekordversuch in irgendeiner Form beteiligt und stellt die Wagen vor Ort zur Verfügung. Damit lagen wir aber falsch. Man musste sich einen Wagen irgendwo in der Stadt ausleihen und bekommt später das Geld vom Veranstalter zurück.

Glücklicherweise sind wir im Besitz einer Multicity-Kundenkarte und haben die Multicity-App auf dem Handy. Dort haben wir gesehen, dass in der Nähe vom Tempelhofer Feld ein Wagen von Multicity verfügbar war, der auch noch über eine Akku-Ladung von 35% verfügte. Den Wagen haben wir uns geholt und sind zurück zum Hangar gefahren. Akkustand war laut der Konsole ausreichend für 35Km, das sollte also auf jeden Fall reichen um die 3,5 km lange Rennstrecke abzufahren und wieder einen Parkplatz zu finden. Da lagen wir aber wieder falsch…

Der Wave Trophy Weltrekord 2015 in Berlin

Stephan Schwartzkopff Konomo Wave Trophy Berlin Formula EWir wurden dann außerhalb des Hangars auf einen Parkplatz gelotst, auf dem wir das Elektroauto stehen ließen. Von Mitarbeitern der Veranstalter wurden wir dann in den Hangar geschickt, wo uns einige Instruktionen gegeben wurden, wie groß der Abstand zum Vordermann sein solle, wo wir hinterher hin sollen und ähnliches. Um 13:05 ging es dann los. Erst fuhren die Elektroautos aus dem Hangar auf die Strecke und anschließend die Elektroautos vom Parkplatz. Hier muss man die Organisatoren wirklich loben, die Autos fuhren ziemlich genau alle 4 Sekunden auf die Stecke und der Versuch war absolut sicher.

EMobility Weltrekord bei der Formel E In der Wartezeit auf dem Parkplatz bot sich die Gelegenheit mir den anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, sich die verschiedenen Elektroautos genauer anzusehen und ein bisschen Sonne zu tanken (das Wetter war ausgezeichnet). Auffallend war, wie viele Elektroautos zu Forschungsinstituten, Universitäten oder Firmen aus der Cleantech Branche gehörten. Aber natürlich waren auch viele Privatleute dort, die zum Teil von sehr weit angereist kamen. Wir haben Leute aus Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg und dem Rheinland getroffen und sogar jemanden, der extra aus Österreich gekommen war.

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Kurz bevor wir losfahren konnten, kam uns Energieblogger-Kollege Andreas Kühl zu Fuß entgegen, der seine Runde schon fertig hatte und so luden wir ihn ein, die Runde nochmal als Beifahrer zu drehen. Wir fuhren dann die Runde zusammen und kurz vor dem Ende bemerkten wir, dass der Akku-Stand sich dem Ende näherte. Als wir von der 3,5 km Strecke runter kamen, hat die Akku-Anzeige noch exakt 0 km angezeigt und wir hatten Sorge demnächst stehen zu bleiben. Wir haben uns also schnell einen Parkplatz gesucht. Diese schnelle Entladung des Akkus fanden wir wirklich nervig, es deckt sich aber leider mit den Erfahrungen, die wir in den letzten 6 Monaten mit Multicity gemacht haben. Der Akku des Citroen C-Zero ist nicht gut und die angezeigten noch verfügbaren Kilometer sollte man wohl mindestens durch zwei teilen, im Winter eher durch vier. Dazu kommen bei Multicity noch weitere Probleme, wie z.B die schlechte App, die dauernd abstürzt und bei uns persönlich ist nur eine Ladestation „in der Nähe“ (20 Minuten Fußweg entfernt) und die dazu noch wirklich immer belegt ist. Hierzu vielleicht in einem künftigen Artikel genaueres.

Nachdem wir das Elektroauto abgestellt haben, sind wir zurück in den Hangar, wo uns in einer Ansprache nochmal vor Augen geführt wurde, woher die Teilnehmer alles gekommen sind. Norwegen, Schweden, Polen, Türkei, Italien uns sogar ein Teilnehmer aus Indien waren dabei. Wir waren zwar etwas genervt von der Organisation, aber letztendlich sollten wir uns mit unserer 20-minütigen Anreise wohl nicht beschweren.

Elektroauto Weltrekord 2015 BerlinAnschließend wurde uns auch verkündet, dass der Rekord von 507 Elektrofahrzeugen, der im letzten Jahr im Silicon Valley aufgestellt wurde, heute gebrochen werden konnte. Der neue Rekord liegt jetzt bei 577! Herzlichen Glückwunsch auch nochmal von unserer Seite!

eMobility Racing live

Nachdem alles erledigt war, haben wir eine kurze Pause gemacht, etwas gegessen und sind dann auf die Tribüne gegangen um das Rennen sehen können. Es ist ja immer wieder beeindruckend, die Geschwindigkeit von Rennwagen aus der Nähe zu erleben.

Das Rennen wurde von einem stimmungsvollen Kommentator begleitet, der das Rennen fesselnd beschrieben hat und auch auf dem Bildschirm konnte man sich einen genaueren Überblick über das Renngeschehen verschaffen.

Formel E RennwagenLeider hatten wir keine Zeit uns das eVillage anzuschauen, aber auch wenn der Weltrekordversuch durch den Mangel an Informationen etwas stressig war, war es ein schöner Event. Auf dem Weg nach draußen waren wir noch beeindruckt von den Stunts, die zwei Fahrer mit Ihren eBikes vorführten und machten uns auf den Heimweg.

Bildquellen: © energyload.eu – aufgenommen am 23.05.2015 auf dem Tepelhofer Feld in Berlin


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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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