Die CMBlu Energy AG und die Uniper Kraftwerke GmbH unterzeichneten eine langfristige Rahmenvereinbarung über die Lieferung von organischen SolidFlow-Batteriespeichern. Ziel der Zusammenarbeit ist dabei die industrielle Skalierung stationärer Langzeitspeicher, die ohne kritische Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt auskommen. Der Vertrag soll eine Kapazität von mindestens 5 Gigawattstunden (GWh) umfassen und bis 2037 laufen. Ab 2027 erhält Uniper die Option, die Systeme in Tranchen von jeweils mindestens 100 Megawattstunden (MWh) abrufen zu können. Vorausgegangen war außerdem ein erfolgreicher Site Acceptance Test (SAT), der bereits die technische Eignung der Technologie für Netzdienstleistungen bestätigte. Zudem zeigte der Test das Potenzial für einen zukünftigen, großskaligen Einsatz, der sowohl netz- als auch marktdienlich im Multi-Stunden-Bereich erfolgt.
Daten zur Rahmenvereinbarung CMBlu und Uniper
- Kapazität: Mindestens 5 GWh (Gigawattstunden) Speicherkapazität.
- Zeitraum: Langfristige Rahmenvereinbarung mit einer Laufzeit bis 2037.
- Technik: Organic-SolidFlow-Batterien (lithium- und kobaltfreie Langzeitspeicher).
- Skalierung: Abrufoptionen ab 2027 in Tranchen von mindestens 100 MWh.
- Standort: Pilotierung und technischer Test (SAT) am Kraftwerk Staudinger.
- Nachhaltigkeit: Verzicht auf kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Nickel.
- Besonderheit: Nicht brennbare Elektrolyte auf Basis organischer Moleküle.
Technologischer Hintergrund: SolidFlow im Detail
Die von CMBlu entwickelte SolidFlow-Technologie kombiniert Merkmale der organischen Redox-Flow-Batterie mit festen Speichermaterialien. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus speichern diese Systeme Energie in organischen Molekülen. Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes ist die Sicherheit, denn die verwendeten Elektrolyte sind weder brennbar noch explosiv. Darüber hinaus ermöglicht die Technologie eine hohe Zyklenfestigkeit und eine geplante Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.
Technologischer Hintergrund: SolidFlow im Detail
Die von CMBlu entwickelte SolidFlow-Technologie kombiniert Merkmale der organischen Redox-Flow-Batterie mit festen Speichermaterialien. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus speichern diese Systeme Energie in organischen Molekülen. Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes ist die Sicherheit, denn die verwendeten Elektrolyte sind weder brennbar noch explosiv. Darüber hinaus ermöglicht die Technologie eine hohe Zyklenfestigkeit und eine geplante Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.

Aufbau eines Redox-Flow-Systems: Die elektrische Energie wird in flüssigen Elektrolyten gespeichert, die in zwei getrennten Tanks zirkulieren. In der zentralen Zelle findet beim Be- und Entladen der Ionenaustausch über eine Membran statt. Die farbliche Darstellung dient der Veranschaulichung der unterschiedlichen Ladungszustände.
Skalierbarkeit für den Multi-Stunden-Bereich
Ein entscheidender technischer Vorteil ist dabei die Entkopplung von Leistung und Kapazität. Während die Größe der Stacks die Leistung bestimmt, skaliert die Menge des Elektrolyten die Speicherkapazität. Zusammen mit einer sehr hohen Zyklenfestigkeit ermöglicht dies letztendlich eine Betriebsdauer von mehreren Jahrzehnten. Somit ist das System vor allem für den Multi-Stunden-Bereich geeignet, um Energie über lange Zeiträume verlustarm zwischenzuspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Dass die Technologie im industriellen Umfeld funktioniert, zeigten bereits frühere Projekte, wie etwa die Kooperation mit Mercedes-Benz für die Lieferung eines SolidFlow-Speichers. Mit dem Uniper-Vertrag erfolgt nun der entscheidende Schritt hin zur systemrelevanten Skalierung.
Erfolgreicher Testbetrieb am Standort Staudinger
Grundlage für den nun geschlossenen Vertrag war die technische Abnahme (Site Acceptance Test) eines Batteriesystems am Uniper-Kraftwerksstandort Staudinger. Der Test bestätigte, dass die Technologie reif für den Einsatz im Energiesystem ist und die notwendigen Anforderungen für Netzdienstleistungen erfüllt. Ergänzend zur Lieferung planen beide Partner langfristige Service- und Wartungsverträge, um einen zuverlässigen Betrieb über die gesamte Lebensdauer der Anlagen sicherzustellen. Arne Hauner, Director Innovation bei Uniper, ordnet die Zusammenarbeit nüchtern ein. Zwar zeige die Technologie vielversprechendes Potenzial, jedoch müsse sich die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit im großskaligen Betrieb erst noch abschließend bestätigen. Die Rahmenvereinbarung erlaube es Uniper, diesen Prozess marktorientiert zu begleiten.
Strategische Bedeutung für die Energiewende
Schließlich führt CMBlu Energy mit dem Uniper-Abkommen die Technologie aus der Entwicklungsphase in die industrielle Serienfertigung über. Das Unternehmen produziert die Batteriemodule in einer automatisierten Gigafactory in Alzenau. Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen zudem weitere Standorte in den USA und Griechenland zu errichten. Durch den Verzicht auf kritische Rohstoffe wie Nickel, Kobalt oder Lithium stärkt die Technologie vor allem die Unabhängigkeit von globalen Lieferketten. Da die Technologie auf lokal verfügbaren, organischen Materialien basiert, bietet sie eine skalierbare Alternative für den Aufbau eines klimaneutralen Energiesystems in Europa – insbesondere für stationäre Anwendungen mit hoher Auslastung.
Quellen / Weiterlesen
Bildquelle: © CMBlu Energy


