Zu den größten technischen Hürden der Elektromobilität gehört die Praxistauglichkeit der Festkörperbatterie in Elektrofahrzeugen. Wie sich die Technologie außerhalb des Labors schlägt, prüft Stellantis durch die Integration der Factorial-FEST-Technologie in einen Dodge Charger Daytona. Statt theoretischer Zellwerte geht es nun an die fahrzeugweite Validierung im realen Verkehr. Mithilfe einer neu patentierten mechanischen Architektur wurde die vielversprechende Zellchemie direkt in das bestehende Batteriepack eingepasst. Somit rücken praxistaugliche Fahrzeuge mit einer Energiedichte von 375 Wh/kg Energiedichte, kurzen Ladepausen unter 20 Minuten und einer stabilen Performance bei extremen Temperaturen in greifbare Nähe. Die beginnenden Straßentests ebnen den Weg für die geplante Großserienfertigung.
Technische Daten zur Stellantis FEST-Festkörperbatterie
- Technologie: Factorial Energy Electrolyte System Technology (FEST®).
- Testfahrzeug: Dodge Charger Daytona (STLA Large-Plattform).
- Energiedichte: 375 Wh/kg bei spezifisch im Stellantis-Labor verifizierten 77-Ah-Zellen.
- Ladezeit: 15 % bis 90% SoC in nur 18 Minuten.
- Temperatur: Sicherer Betrieb nachweisbar von -30°C bis +45°C.
- Integration: Patentierte mechanische Architektur von Stellantis, angepasste Steuerungssysteme.
- Ziel 2026: Inbetriebnahme einer Demonstrationsflotte im Realbetrieb.
- Serie: Geplante Industrialisierung und markenübergreifende Skalierung zwischen 2028 und 2032.
Vom Labor ins Elektrofahrzeug
Bei der Konstruktion von fest fest Feststoffbatterien müssen Entwickler gegensätzliche Anforderungen wie Energiedichte, Sicherheit, Lebensdauer und Kosten in einem Gesamtsystem vereinen. Die reine Optimierung isolierter Laborwerte reicht für den Massenmarkt nicht aus. Stellantis hat diesen Transfer nun vollzogen und die Festkörperbatteriezellen von Factorial erstmals in ein fahrbereites Entwicklungsfahrzeug integriert.
Als technologische Basis für den Versuch dient die STLA Large-Plattform des Autokonzerns Stellantis. Das ausgewählte Modell, der Dodge Charger Daytona, feiert pünktlich zum 60-jährigen Markenjubiläum den europäischen Bestellstart. Der Hersteller bietet das Fahrzeug als neue Multi-Energie-Baureihe an, die sowohl rein elektrisch als auch als Verbrenner sowie als zweitüriges Coupé und viertürige Limousine auf den Markt kommt. Um die FEST-Zellen mechanisch im Fahrzeug unterzubringen, entwickelten die Ingenieure eine neu patentierte Gehäusearchitektur. Diese Konstruktion ermöglichte die direkte Integration der Festkörperzellen in das bestehende Batteriepack. Ergänzende Softwareanpassungen an den Steuerungssystemen sichern dabei die nötige Haltbarkeit und Crashsicherheit im realen Betrieb.
Tests und industrielle Skalierung
Mit der erfolgreichen Fahrzeugintegration wechselt das Projekt somit in die praktische Erprobungs- und Kalibrierungsphase auf der Straße. Das gestartete Testprogramm liefert den Herstellern präzise Daten zum thermischen Verhalten, zu Ladevorgängen im Alltag und zur Systemsicherheit bei unterschiedlichen Fahrprofilen. Die FEST-Zelltechnologie weist dabei eine hohe Kompatibilität mit bestehenden Fertigungsprozessen für klassische Lithium-Ionen-Batterien auf. Dies ist ein entscheidender Faktor für die spätere Wirtschaftlichkeit. Da dies die notwendigen Investitionen beim Umbau von Produktionslinien verringert, ist der Weg für die spätere Massenfertigung geebnet.
Der Zeitplan bis zur Serienfertigung steht fest. Demzufolge soll Stellantis bereits im Laufe des Jahres 2026 eine dedizierte Demonstrationsflotte des Charger Daytona mit Factorial-Akkus im realen Straßenverkehr einsetzen. Verläuft diese Validierungsstufe erfolgreich, soll die Serienproduktion im Zeitraum zwischen 2028 und 2032 anlaufen. Ziel ist es, die Technologie konzernweit zu skalieren. Neben Dodge könnten somit künftig auch die Volumen- und Premiummarken des Konzerns – darunter Peugeot, Opel, Citroën, Fiat, Ram und Maserati – mit den Festkörperakkus ausgestattet werden.
Hintergrund zu Stellantis und Factorial Energy
Stellantis gehört zu den weltweit führenden Automobilherstellern und deckt mit seinem Markenportfolio (u. a. Abarth, Alfa Romeo, Chrysler, Citroën, Dodge, DS, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, Opel, Peugeot, Ram, Vauxhall) alle wesentlichen Marktsegmente ab. Das Unternehmen treibt dabei im Rahmen seiner langfristigen Strategie die Dekarbonisierung seiner Flotten aktiv voran.
Factorial Energy (Factorial Inc.) ist ein führender US-amerikanischer Entwickler im Bereich der Festkörperbatterien mit Sitz in Boston. Das Technologieunternehmen wird strategisch unter anderem von In-Q-Tel sowie namhaften Automobilherstellern wie Mercedes-Benz, Hyundai, Kia und Stellantis getragen. Die skalierbaren Plattformen FEST und Solstice decken Anwendungen im Automobilsektor, der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie in stationären Energiespeichern ab.
Quellen / Weiterlesen
Stellantis und Factorial integrieren fortschrittliche Festkörperbatterie in Stellantis-Entwicklungsfahrzeug und starten Straßentests | Elektronik Net
Stellantis und Factorial: Straßentests mit Festkörperbatterie | Inside EVs
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Bildquelle: © Stellantis


