Lucid Motors gilt mit der Elektro-Limousine Air als starker Konkurrent für Tesla. Jetzt hat das Start-up an der Börse 4,4 Milliarden Dollar für die Serienfertigung eingesammelt. Doch fast wäre der SPAC-Börsengang gescheitert, wie das Manager Magazin berichtet.

Privatanleger erschwerten den Börsengang

Lucid ging über eine Fusion mit der Börsenhülle Churchill Capital an die Börse. Im ersten Anlauf stimmten allerdings nicht genug Anteilseigner von Churchill dem Zusammenschluss zu, so dass Lucid die Frist um einen Tag verlängern musste. Dass es nicht auf Anhieb klappte, lag laut Manager Magazin nicht an der mangelnden Unterstützung der Anteilseigner. Stattdessen hätten einfach zu wenige Anteilseigner ihre Stimme abgegeben.

Im Vorfeld hätten auch zahlreiche Privatinvestoren, die der Wallstreetbets- und Reddit-Crowd-Bewegung nahestehen, Anteile an Churchill Capital erworben, die wohl den IPO erschwert hätten. Deshalb hätten Lucid-Chef Rawlinson und der Wall-Street-Investor Michael Klein, Chef von Churchill Capital, „quasi um Stimmen betteln“ müssen. Die Financial Times wies darauf hin, dies zeige „Stolpersteine für SPACs“, die eine große Zahl an Amateurinvestoren anziehen würden. SPACS wie Churchill Capital sind Unternehmen, die nur zum Zweck einer Fusion gegründet und an die Börse gebracht werden.

Lucid bleibt auch nach dieser Zitterpartie der aussichtsreichste Tesla-Konkurrent. Die Serienfertigung des Lucid Air steht kurz bevor, Lucid meldet über 11.000 bezahlte Reservierungen für das Luxusmodell. Die Limousine verspricht 800 Kilometer Reichweite und 1.080 PS, ein Panorama-Glasdach und viel Platz im Innenraum. Der Antriebsstrang soll um 20 Prozent weniger Strom verbrauchen als der von Tesla. Der Preis von bis zu 170.000 Dollar überrascht deshalb nicht.

Ist Lucid Motors damit über den Berg?

Die Auslieferungen des Lucid Air starten in der zweiten Jahreshälfte. Das nötige Geld für die Serienfertigung hat Lucid nach dem Börsengang zusammen, die schlimmsten Probleme liegen hinter dem Hersteller. Lucid ist ähnlich wie Tesla seit seinem Start durch Höhen und Tiefen gegangen. Der Marktstart des Lucid Air wurde mehrmals verschoben, es gab Finanzprobleme. Dass diese vorerst der Vergangenheit angehören, bedeutet aber noch lange nicht, dass Lucid Motors aus dem Schneider ist. Zumindest nicht, wenn man Richtung des größten Konkurrenten Tesla blickt. Dieser brauchte viele Jahre, bis die Serienproduktion endlich richtig anlief, und hatte beim Model 3 mit großen Problemen bei der Produktion zu kämpfen.

Quellen / Weiterlesen

Der haarscharfe Börsenstart des Tesla-Nachahmers Lucid | manager magazin
Produktion soll 2021 beginnen:
Lucid Motors ist an der Börse | Automobilwoche
Lucid Motors vollzieht Börsengang | electrive.net
Bildquelle: © Lucid Motors

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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