Smart Home: Infrarotheizung rein, Gasheizung raus – die Jahresabrechnung

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smart-home-infrarotheizung-gasheizung-jahresabrechnungLetzten Dezember (2016) habe ich in dem Beitrag „Smart Home: Infrarotheizung rein, Gasheizung raus“ beschrieben, wie ich in einer Wiener Wohnung das Gasheizungssystem gegen eine Infrarotheizung getauscht habe. Meine Beweggründe damals waren folgende:

Überdimensionierte Gastherme für arktische Wintertage vs. kleine Altbauwohnung = sinnlos

  1. Entfall der Thermenwartung (Terminvereinbarung & Kosten)
  2. Wartungsfreie Heizkörper (kein Entlüften, Reinigen, keine Pumpgeräusche, oder „Knacksen“ in den Fensterkästen)
  3. Entfall der regelmäßigen Termine für die Hauptkehrung
  4. Entfall der  Messungen der Abgaswerte und der „Luftzahl“
  5. Keine Gefahr von Kohlenmonoxidaustritt
  6. Entfall des „Grundpreises“ auf die Netznutzung und die Energielieferung von Erdgas
  7. Freilegen der schönen Fensterkästen, da die Infrarotheizkörper beliebig im Raum platziert werden können
  8. Fernsteuerung der Infrarotheizung mittels Fibaro smart Home App, inklusive Rauch-, Wasser- und Einbruchsmelder

Ersatz der Therme und der Radiatoren

Die veraltete Gastherme, bei der es Zeit für einen Wechsel war, wurde durch einen Austria Email EHT 80 Elektroboiler für die Warmwassergewinnung und die Radiatoren, nach Erstellung eines Elektrobefundes, der dringend notwendig war, durch 5 Sunstone-Infrarotheizungen ersetzt.

  • Für den Wohn- und Schlafbereich habe ich 3 Infrarot-Natursteinheizungen (Marmorplatten, die die Wärme wie ein Kachelofen speichern) gewählt.
  • Im Vorraum habe ich ein kleines Infrarotpanel aufgehängt, damit im Winter Jacken und Schuhe schneller trocknen und im Badezimmer habe ich eine Glas-Infrarotheizung montieren lassen.

Nun ist es Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen:

Die Stromkosten einer Infrarotheizung

Mitte Juli 2017 habe ich nun die Jahresabrechnung für meinen Stromverbrauch erhalten: durch die Nutzung von Strom für die Infrarotheizung, die Warmwassererzeugung und für Licht und Medien sowie Haushaltsgeräte, bin ich auf einen Gesamtverbrauch von 3.580 kWh p.a. gekommen. Aufgrund der Heizungen ist mein Stromverbrauch somit von ca. 2.000 kWh (vor 2016) um fast 1.600 kWh gestiegen, bei gleichzeitigem Entfall jeglicher Gasbezugskosten.

wirtschaftlichkeit-infrarotheizung

In meiner Planung hatte ich zuvor berechnet, dass ich, alleine durch den Wegfall der jährlichen Thermenwartung und der Grundgebühr(en!) für Erdgas, rund 1.600 kWh Strom mehr verbrauchen könnte, ohne einen Cent mehr zu zahlen. Das war somit fast eine Punktlandung.

Insgesamt betrug die Jahresrechnung € 616,19.-, was pro kWh Strom (inkl. Energie, Netz, Steuern, Abgaben und aliquotierter Grundgebühren für Strom) 17,21 ct/kWh ausmacht. Meine monatlichen Gesamtkosten für Strom liegen somit ziemlich genau bei € 51.-, wovon schätzungsweise € 23.- auf die Heizung und die Warmwassererzeugung entfallen. Zwar ist mein Stromverbrauch gestiegen, durch die höhere Effizienz gegenüber der Gasheizung sind die Gesamtkosten jedoch deutlich gesunken!

Rentiert/amortisiert sich also die Installation einer Infrarotheizung?

Wenn ich meine neuen Stromkosten (ca. € 51.- pro Monat) mit meinen alten Strom-und Gaskosten (kumuliert ca. € 73.- pro Monat) vergleiche, dann liegt die Differenz bei € 260 im Jahr. Innerhalb von 10 Jahren sind das € 2.600.- Unterschied. Das ist nicht genug, um eine neue Therme rauszureißen und eine Infrarotheizung einzubauen. Wenn es jedoch um einen Thermentausch geht, bei dem ich die gleich hohen Investitionskosten (siehe meine Kalkulation hier) und die niedrigeren Betriebskosten der Infrarotheizung vergleiche, gewinnt eindeutig die Infrarotheizung.

Neben den quantitativen Faktoren, gibt es nämlich noch ein paar qualitative Aspekte, die berücksichtigt werden müssen:

  • Die Infrarotpaneele laufen geräuschlos
  • Die Temperatur kann ich durch mein smart Home System von überall aus einstellen
  • Ich habe weniger Staub in der Wohnung (weniger Luftzirkulation)
  • Nutzung von 81,63% Ökostrom (leider ist im Versorgermix noch ein fossiler Anteil von 18,37%, darum muss ich mich noch kümmern!)
  • Keine Gefahr von Kohlenmonoxid-Austritt mehr

Diese Eigenschaften, gepaart mit der Zeitersparnis (keine Wartungs- und Überprüfungstermine mehr) sowie den niedrigeren Betriebskosten, sprechen für eine Heizungsumstellung auf effiziente Infrarotheizung.

Fazit

Der Wechsel von Gastherme auf eine Infrarotheizung mit Warmwassererzeugung aus dem Elektroboiler ist ein no-brainer, wenn es um den Austausch einer alten Therme geht.

Bei einem neuen Gasheizsystem würde ich nicht dazu raten, das neue System auszutauschen, sondern lieber da und dort ein einzelnes Infrarotpanel einzusetzen, da die Wärmestrahlung wirklich angenehmer als die herkömmliche Raumbeheizung mittels Lufterwärmung ist. Praktische Beispiele dafür sind

  • Im Badezimmer, zum Wärmen der Handtücher
  • Am Schreibtisch, wenn man im Winter lange sitzt
  • Im Vorraum, damit Schuhe und Mäntel im Herbst und im Winter schneller trocknen
  • Im Wohnzimmer, beim Lese- oder Fernsehsessel.

Als nächsten Schritt gilt es, noch einen Liefervertrag abzuschließen, der zu 100% mit Ökostromzertifikaten abgedeckt ist, damit ich zukünftig nicht nur zu 81%, sondern zu 100% klimaneutral heize.

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PS:

An der Postenaufschlüsselung können Sie schön sehen, dass der reine Energiepreis, also jener Preisanteil für Strom, der liberalisiert ist, nur knapp ein Drittel der gesamten Stromkosten ausmacht. Die restlichen zwei Drittel sind reguliert bzw. von Bund und Kommune festgelegt.

zusammensetzung-stromkossten-österreich

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Bildquelle: Pixabay

Über den Autor Konstantin Heiller


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3 Comments…

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  1. Energyload

    Lieber Alex1
    Wir und Sie mögen andere Auffassungen haben als Hentinger. Dennoch möchten wir Sie bitten, sachlich zu bleiben und zu argumentieren.

    Viele Grüße
    Energyload-Team

  2. Wie ein einziger Troll so ein schönes Portal in den Dreck schreiben kann :rolleyes:

    Aber dann ist er von der Straße weg und macht woanders keinen Unsinn 😀

  3. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem exorbitant niedrigen Strompreis in Österreich, den Sie nicht zuletzt den deutschen Stromkunden verdanken, welche u.a. die Zufallsstromproduktion aus Windrädern und PV-Anlagen mit inzwischen fast 30 Mrd. Euro im Jahr finanzieren, damit ein erheblicher Teil davon anschließend zum Spottpreis (oder sogar bei Entrichtung von Entsorgungsgebühren) u.a. nach Österreich entsorgt werden kann. Von einem Anteil von lediglich knapp 33% für die „Beiträge und Abgaben“ kann ein deutscher Stromkunde deshalb nur sehnsüchtig träumen, denn hier liegt er inzwischen bei über 55%.

    Sie können Ihre Wirtschaftlichkeitsberechnung gerne nochmal mit dem durchschnittlichen deutschen Strompreis von etwa 29 Cent/kWh wiederholen.

    Witzig finde ich auch, dass in Deutschland Nachtspeicheröfen, welche geradezu ideal dazu geeignet sind, auf Last- und Erzeugungsschwankungen zu reagieren, per Verordnung von 2009 ab 2019 verboten werden sollten, was zu erheblichen Umrüstungsaktionen bei den meisten bisherigen Nutzern führte – bis die Verordnung 2013 wieder gekippt wurde, als selbst die Politiker endlich kapierten, welchen bodenlosen Blödsinn sie da angerichtet hatten.

    Auch schön ist in Deutschland, dass man selbstverständlich auf für den Strom zum ausschließlichen Betrieb einer Wärmepumpe die „Ökosteuer“, die EEG-Umlage, die KWK-Zulage, die Offshore-Haftungsumlage und die Umlage für abschaltbare Lasten zahlen darf – selbstverständlich in voller Höhe.

    Und das alles bei einem Strommix, der dennoch erheblich schlechter ist, als der von Österreich. Die Stromproduktion aus Kohle- und Gaskraftwerken hat sogar im Vergleich zum Jahr 1999 (dem Jahr vor der Einführung des Erneuerbareenergiengesetzes) zugenommen. Genial, oder?

    Achja: Der Umstieg auf „Ökostrom“-Anbieter ändert am Strommix auch nichts. Denn die vermarkten ja nur Strom aus längst bestehenden Anlagen, der sowieso ins Stromnetz eingespeist wird. Dadurch dass man seinen eigenen Strommix also sauberer rechnen lässt, wird der Strommix für alle „normalen“ Stromkunden auf dem Papier entsprechend schmutziger. Und an dem Strom, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, ändert sich durch so einen Umstieg natürlich überhaupt gar nichts.

    In Deutschland hat das alles zu einem Boom der Holzverbrennung geführt. Wir vernichten inzwischen also tatkräftige Wälder insbesondere in Osteuropa. Selbstverständlich nur um so das Weltklima zu retten (vor wen oder was auch immer). Aber dafür spenden wir ja auch gerne zur Rettung des Regenwaldes, dann passt das insgesamt wieder.

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