Elektromobilität: Berlin investiert massiv in den Ausbau der Ladeinfrastuktur

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elektromobilitaet-berlin-ladeinfrastukturDie mangelhafte Ladeinfrastruktur ist immer noch ein Hemmnis für den Ausbau der Elektromobilität. Daher sind auch in Berlin nur vergleichsweise wenige Elektroautos unterwegs. Der Senat möchte dies ändern und plant interessante Anreize. So soll zum Beispiel die Zahl der Ladestationen am Straßenrand mehr als verdreifacht werden. Die Pläne dazu wurden nun vorgestellt.

Millionenschwere Investitionen in neue Ladestationen

Berlin möchte den Betrieb von Elektroautos erleichtern und millionenschwere Investitionen in den Bau von weiteren Ladestationen stecken. Andreas Geisel (SPD) kündigte als Stadtentwicklungssenator an, dass für jedes Elektroauto in Berlin ein eigener Ladepunkt vorhanden sein soll. Ausschreibungen diesbezüglich fanden schon statt, so dass nach einem Wettbewerb feststeht, wer diese neuen Stationen errichten und betreiben wird. Hierzu gehören die Firmen The New Motion, Alliander und Allego. Bereits vor mehr als einem Jahr wurde festgelegt, dass Berlin eine Vorreiterrolle bei der Elektromobilität einnehmen möchte, und eines der Ziele zur E-Mobility der konsequente Ausbau der Ladestationen ist.

Bisher können sich nur wenige Berliner für die spurtstarken und lautlosen E-Autos begeistern. Im letzten Jahr waren daher auch nur 657 Pkws mit Elektromotor angemeldet. Hinzu kamen noch 111 Elektro-Lkw, 134 Krafträder und ein Elektrobus. Dagegen wurden 1,35 Millionen herkömmliche Fahrzeuge angemeldet. Unabhängig davon sind aber jährlich 1.800 Elektrofahrzeuge auf den Straßen in und um Berlin herum unterwegs, so dass Berlin somit die höchste Dichte an E-Autos in einem deutschen Ballungsgebiet hat.

elektromobilitaet-berlin-stromtankstelleDieses Vorhaben ist Bestandteil des Planes, dass Berlin die führende Smart City in Europa werden will. Die Elektroautos könnten dann auch Solarbatterien genutzt werden, was ebenfalls in einem Feldversuch in Berlin derzeit getestet wird. Inwieweit weitere Initiativen, wie beispielsweise Electric Carsharing mit CITROËN Multicity in dieses Konzept mit eingebunden werden, bleibt abzuwarten.

Der Ortsteil Marzahn bleibt vorerst draußen

Das größte Hemmnis sind die weiten Entfernungen zur nächsten Ladestation. Daher möchte Berlin in Vorleistung treten und die fehlende Ladeinfrastruktur wesentlich verbessern. So soll es hierdurch kein Hemmnis mehr geben, sich ein Elektroauto anzuschaffen, teilte Burkhard Horn von der Senatsverwaltung der Verkehrsabteilung mit. Bisher gibt es in Berlin rund 500 Ladepunkte für je ein Fahrzeug. Das deutsch-niederländische Unternehmen Alliander, welches bereits alle Ampeln in Berlin betreibt, soll bis Mitte 2016 weitere 400 Wechselstrom-Lademöglichkeiten auf öffentlichen Straßen und auf öffentlich zugänglichen Privatgrundstücken errichten. Unter anderem sind auch 20 Gleichstrom-Schnellladestationen geplant. Diese Stationen sollen innerhalb des S-Bahn-Rings installiert werden. Außerhalb dieses Stadtkerns ist der Bedarf geringer, so dass hier nur wenige neue Stationen geplant sind. Jeder Stadtbezirk muss noch seine Genehmigung für die Errichtung erteilen. Falls alles nach Plan läuft, könnten die ersten Bagger schon im März 2015 rollen. Aufgrund der geringen Nachfrage bleibt jedoch der Bezirk Marzahn vorerst außen vor.

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elektroauto-aufladen-berlinEs sollen auch Laternen angezapft werden

In der zweiten Ausbaustufe sollen 700 Wechsel- und 20 Gleichstrom-Stationen entstehen. Damit gäbe es insgesamt über 1.600 Ladepunkte, also mehr als dreimal so viel wie heute. Der Investitionskostenzuschuss wird bis 2020 mit 6,5 Millionen Euro beziffert. Wichtig ist, dass der Strom für die Ladestationen ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Ein Herkunftsnachweis ist also Pflicht. Alle im Bundesland Berlin entstehenden Stationen können über eine Ladekarte genutzt werden. Diese wird es direkt von Alliander geben. Interessant ist, dass die Ladeberechtigung auch in die VBB-Fahrcard übernommen werden kann. Das Ticket für Bus und Bahn soll demnach auch zum Stromaufladen nutzbar sein. Weitere Vereinbarungen mit den Firmen Ubitricity und Ebee hat der Senat ebenfalls abgeschlossen. So sollen auch Straßenlaternen zum Stromtanken angezapft werden können. Diese Unternehmen dürfen bis zu 100 Ladepunkte an den Straßenlaternen auf eigene Rechnung betreiben. Leider sind die meisten Straßenlaternen für diese neue Technik nicht ausgelegt und auch die Ladedauer ist meist unverhältnismäßig hoch. Am Tage sind die Laternen ausgeschaltet, so dass auch ein Laden dort nicht möglich wäre.

Bildquelle – oben: © Q.pictures / pixelio – www.pixelio.de
Bildquelle – mitte: © energyload.eu
Bildquelle – unten: © energyload.eu

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  1. Die Bezeichnung „Ladepunkte“ hält keinerlei europäischer Verifizierung stand. Nur in Deutschland werden als „Leidmarkt“ der Elektromobilität zur verschleierten Vermehrung der Landestellen, eben diese Formulierung bewusst (!) genutzt. Tatsächlich nicht Vorhandenes bezeichnet man treffsicher und ironisch als postfaktisch. Vielleicht ist dieser Begriff ja auch ein typisch deutscher.
    Die 6,5 Millionen € Investitionskostenzuschuß könnte man auch Steuersubventionen nennen. Hört sich aber nicht so gut an.
    Verschleiert wird zudem, das das am Europa-Standart Typ 2 vorbeigemogelte CCS Ladesystem bisher nur die deutschen Hersteller nutzen. UND im Vergleich zu Gleichstrom-Ladestationen viel zu teuer sind.
    Eine Verpflichtung der Hersteller, z.B. für jedes in Deutschland zugelassene CCS E-Auto auch mindestens einen Ladepunkt zu schaffen, wird konsequent negiert und als Forschungsprojekte denn am Ende von Steuergeldern quersubventioniert.
    Es macht Sinn vom postfaktischen Zeitalter zu sprechen, wenn das Agieren der lobbyverseuchten Administration in Deutschland versucht wird zu verschleiern oder zu verharmlosen.

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