BMW i3: Was kann das beliebteste Elektroauto Deutschlands?

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bmw-i3-beliebteste-elektroauto-deutschlandIn letzter Zeit finden wieder viele Diskussionen über die Verwendungsmöglichkeit und die Praxistauglichkeit von Elektroautos statt. Dabei ist das Thema eigentlich nicht neu. Man spricht häufig auch von einem sogenannten Elektroauto-Tsunami, der alle 20 Jahre zum Vorschein kommt. In den 1970er Jahren führte die seinerzeitige Ölkrise dazu, dass die ersten Elektroauto-Experimente in Angriff genommen wurden. In den 1990er Jahren wurde das bekannte Modell EV-1 von General Motors entwickelt und zeigte erste Fortschritte in dieser Richtung. In den letzten Jahren führten die steigenden Benzinpreise und die Klima-Diskussionen zu einem erneuten Entwicklungsschub. Auch wenn viele Kunden wegen der hohen Anschaffungskosten und einer vermeintlich geringen Reichweite bisher noch vom Kauf von Elektrofahrzeugen zurückschrecken, gibt es auch hier enorme Unterschiede.

Die Revolution der Automobilindustrie steht bevor

Während die ersten beiden Wellen der Elektromobilität nur wichtige Erkenntnisse hervorbrachten, beschert uns die aktuelle Lage einen völlig neuen Ausgangspunkt. Viele bekannte Fahrzeughersteller wie zum Beispiel Tesla, Renault, Nissan oder BMW haben etliche Milliarden in ihre Elektromobil-Konzepte investiert. Auf der Welt gibt es momentan so viele Elektrofahrzeuge wie nie zuvor. Sollte diese dritte Welle verebben, dann wird aller Voraussicht nach eine weitere nicht so schnell folgen. Vielmehr wird die Automobilindustrie durch den aktuellen Entwicklungsschub wesentlich verändert werden. Auch durch das kürzlich verabschiedete Elektromobilitätsgesetz werden neue Impulse für die Verbreitung von Elektrofahrzeuge erwartet.

Es ist jedoch fraglich, wie weit man nun mit einem Elektroauto in der Praxis tatsächlich kommt. Wie verhält es sich im Winter? Was geschieht, wenn die Anzeige darauf hinweist, dass die Reichweite nur noch für einen Kilometer reicht? Interessanterweise sind auch die Automobilhersteller darauf bedacht, ihre Kunden nicht zu enttäuschen. So legen sie in ihren Prospekten ganz offen dar, dass die Stromer wesentlich mehr Strom benötigen und die Reichweite entsprechend nach unten korrigiert werden muss. Dies ist eigentlich verwunderlich, da im Falle von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren die Zahlen für den Spritverbrauch immer deutlich nach unten gerechnet werden. Um einen Einblick in die Leistungsfähigkeit eines Stromers zu bekommen, wurde das momentan beliebteste Elektroauto, der BMW i3, in einem Alltagscheck unter die Lupe genommen.

Der BMW i3 bringt auf jeden Fall Fahrspaß

bmw-i3-emobilityKnapp 35.000 Euro kostet der BMW i3 als City-Van. Das Fahrzeug bietet puren Fahrspaß und erreicht die 100 km/h in nur 7 Sekunden. Insbesondere bei einem Ampelstart ist der kleine E-Flitzer schneller als so mancher Sportwagen. Der BMW i3 ist ein Viersitzer und hat es aus dem Stand in das Premium-Segment der Elektromobilität geschafft. Er ist insoweit vergleichbar mit dem amerikanischen Tesla.

Der Energieverbrauch wird ähnlich wie bei einem Benziner durch kontinuierliche Höchstgeschwindigkeiten und viele Stromverbraucher beeinflusst. Insbesondere im Winter kann sich die Reichweite deutlich verringern. Dies liegt zum einen daran, dass ein Akku bei Tiefsttemperaturen nicht mehr die volle Leistung entfalten kann, und zum anderen daran, dass im Winter viele Verbraucher wie zum Beispiel Heizung und Klimaanlage eingeschaltet werden. Im Testfall wurde der BMW i3 über acht Stunden voll aufgeladen und zeigte eine Reichweite von 205 km. Als die Temperatur auf etwas über den Gefrierpunkt fiel, sank die Reichweite auf zirka 150 km.

Der BMW i3 berechnet die Reichweite aus dem aktuellen Ladezustand des Akkus und zusätzlich aus den gespeicherten Daten in Bezug auf Fahrweise und Verbrauchshistorie. Der Lithium-Ionen-Akku des BMW i3 besitzt eine Kapazität von 22 kWh, wobei jedoch aus Sicherheitsgründen nur 18 kWh genutzt werden können. Eine Tiefentladung würde den Akku beschädigen. Von daher hat BMW in diesem E-Auto einen Fahrmodus-Schalter integriert.

Der Eco-Pro-+-Modus ist dabei kaum zu gebrauchen. Hierbei wird die Geschwindigkeit auf max. 90 km/h begrenzt, die Klimaanlage wird abgeschaltet und auf eine Heizung muss verzichtet werden. Der Eco-Pro-Modus ist eine Kompromisslösung mit verbrauchsoptimiertem Fahren und bietet sich für längere Strecken ideal an. Der Comfort-Modus bietet leider die geringste Reichweite. Dafür können auch alle Verbraucher genutzt und auch die Geschwindigkeit kann voll ausgereizt werden. In diesem Modus kommt der BMW i3 mit einer Batterieladung jedoch nur max. 90 km weit. Vom BMW i3 wurden im Jahr 2014 weltweit mehr als 16.000 Fahrzeuge verkauft.

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Was passiert bei einer Reichweitenanzeige von 1 km?

bmw-i3-elektroladungBei herkömmlichen Verbrennern weist eine Anzeige meist rechtzeitig darauf hin, wenn die nächste Tankstelle angesteuert werden sollte. In der Regel können dann noch mindestens 30 km gefahren werden. Der BMW i3 konnte sogar soweit leergefahren werden, dass nur noch 1 km Restreichweite angezeigt wurde. Selbst danach konnte das Fahrzeug im Comfort-Modus noch bewegt werden. Dennoch sollte man das Elektroauto in diesem Fall sofort wieder aufladen. Laut Wieland Bruch, BMW-Sprecher, werden die Sicherheitsfunktionen wie Standlicht und Innenraumbeleuchtung beim BMW i3 über die integrierte 12-V-Fahrzeugbatterie versorgt. Ist der Akku beim BMW i3 leer, so kann er an eine ganz normale 230 Volt Steckdose angeschlossen werden. 8 Stunden dauert der komplette Ladevorgang.

Möchte man nicht so lange warten, dann erreicht man mit einer Stunde Aufladezeit rund 10 km Reichweite. Über eine Wallbox gelingt das Aufladen wesentlich schneller. Diese kostet für den BMW i3 jedoch rund 900 Euro. Die zusätzliche Schnellladefunktion kostet nochmals etwa 1.600 Euro. Dafür verkürzt sich die Ladezeit um 70%. Die Schnellladung bei 50 kW dauert nur 30 Minuten.

Fazit zum Test mit dem BMW i3

Der BMW i3 ist mit einer durchdachten Technik ausgestattet und hebt sich von etlichen Konkurrenten mit seiner Leistung deutlich ab. Kälteprobleme haben dagegen alle E-Autos. Durch eine vorausschauende Reiseplanung kann auch der BMW i3 mit einem hohen Fahrkomfort und vor allem mit Fahrspaß überzeugen.

Bilderquelle: © BMW AG

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6 Comments…

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  1. Schade das durchdacht nicht bis zur Ladetechnik gereicht hat, zum einen ist es ein Unding bei dieser Preisklasse kein 22KW Ladegerät einzubauen sonder auf ein einfasiges Ladegerät zu setzen was eine enorme schieflast im Stromnetz erzeugt, und das auch nur gegen Aufpreis
    Genau so wie der gleichstromanschluss der bei allen Japanischen und chinesischen Autos ganz selbstverständlich zur Grundausstattung gehört.

    BMW
    Freude am Laden
    Das der Zoe am beliebtesten ist und der BMW sogar erst nach VW kommt würde hier ja schon erwähnt . . .

    P.S.
    Der Zoe ist wohl so beliebt weil man ihn bezahlen kann und er in maximal einer Stunde geladen hat, oder anders, in der Zeit wo der BMW Lädt kann man auch 4 – 8 Zoe’s Laden.

  2. Beliebtestes E- Fahrzeug …Durchdachte Technik 🙂 … Da muss ich heftig schmunzeln.. nein lachen …
    Ein Fahrzeug das 8 h an einer Schukosteckdose Strom nachnukkelt ist definitiv nicht durchdacht (oder ich will praktische Nutzung des Konzerns wegen vermeiden) … Selbst mein Fiat 500 E schafft die Ladung in 2h und der ZOE kann das sogar in 0,5 h …
    Die höchste Beliebtheit hat der ZOE bei den realen Elekromobilisten

  3. Wie kommt man darauf der i3 sei das beliebeste Auto Deutschlands? Die KBA Zulassungsstatistiken sprechen eine andere Sprache. Der i3 als BEV liegt deutlich hinter dem e-Golf. Das beliebteste BEV in DE ist nach wie vor der Zoe.

  4. Sehr geehrter Herr Shah
    Vielen Dank für Ihre Antwort zu meinem Kommentar. Schön wäre es halt, wenn das Umdenken an den richtigen Stellen passierte. So hat ein Busunternehmer hier bei einer Landkreissitzung die Diskussion über Elektromobilität gleich am Anfang mit der Aussage “ Die neue Dieselnorm EURO 6 fördert reinere Luft zutage, als sie ansauge“ abgewürgt.
    Sehr schön finde ich diese Konzepte, wie die Strassenlaternen E-Tankstelle, die die Einschränkung der Alltagstauglichkeit aufheben kann. Das gern hervorgeholte Argument der „geringen Reichweite“ von durchschnittlich 60-80 Km pro Tag wird mit innovativen Batterieanhängern für die Langstrecke und die Einbindung dieser Batterie in das Elektroenergiesystem E-Mobil, PV-Anlage mit Stromspeicherung, Vernetzung, etc., rund. Verlassen wir doch die Automobilität (allein) und widmen wir uns der Elektromobilität (gemeinsam).

    Viele Grüße

    Alfred J.

  5. Ajaz Shah

    Sehr geehrter Alfred J.
    Danke für Ihren Kommentar. Zum Glück gibt es mittlerweile ein Umdenken auf ganz vielen Ebenen. Zum einen stehen mehr und mehr wirtschaftliche Aspekte beim Autokauf im Vordergrund und zum anderen werden die Menschen immer umweltbewusster. Wenn es gelingt, diese beiden Gesichtspunkte unter einen Hut zu bringen, z.B. durch die Förderung von Elektromobilität durch finanzielle Anreize, dann wird sich die Elektromobilität auch durchsetzen. Und das hoffentlich viel schneller als prognostiziert. Siehe hierzu auch unseren Artikel „Kaufanreize für Elektroautos – Elektromobilitätsgesetz„. In Rotterdam ist es gelungen, durch diverse Förderungen den Kaufpreis für ein Elektrofahrzeug auf € 5.000 zu reduzieren. Sicherlich spielt auch die Infrastruktur von Ladestationen für Elektrofahrzeuge eine weiter wichtige Rolle dafür, ob und wann sich die Elektromobilität durchsetzt. Aber auch hierzu gibt es spannende Konzept, beispielsweise von Ebee aus Berlin.
    Viele Grüße
    Ajaz Shah

  6. Solange bei Autos das Protzen mit Beschleunigungswerten an nahezu erster Stelle steht, wird es kein Umdenken geben.

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