SK On und Ford beenden Batterie-Joint-Venture in den USA

Werkstrennung bringt SK On 3,6 Milliarden Dollar Entlastung. Massenproduktion in Tennessee startet planmäßig 2028.

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Der südkoreanische Batteriehersteller SK On beendet das US-Joint-Venture mit Ford und übernimmt Werk in Tennessee ab sofort komplett in Alleinregie. Die saubere Aufteilung der Produktionsstandorte bringt SK On eine sofortige finanzielle Entlastung von rund 3,6 Milliarden US-Dollar an Schulden sowie erhebliche Einsparungen bei den jährlichen Zinskosten. Durch die gewonnene finanzielle Flexibilität kann der Hersteller nun unabhängig und flexibel auf die abgeflachte E-Auto-Nachfrage in den USA reagieren, um die für 2028 geplante Massenproduktion gezielt vorzubereiten.

Details zur neuen Strategie von SK On

  • Joint Venture: Auflösung der 2022 gegründeten Partnerschaft BlueOval SK (SK On und Ford).
  • Aufteilung: Tennessee-Werk für SK On (SK On Tennessee); 2 Werke in Kentucky für Ford.
  • Vorteil: 3,6 Mrd. USD weniger Schulden (-180 Mio. USD Zinsen, -240 Mio. USD Abschreibungen).
  • Strategie: Mehr Flexibilität, schnellere Reaktion auf US-Marktdynamiken und Prozessoptimierung.
  • Produktionsziel: Start der Massenproduktion am Standort Tennessee für 2028 geplant.
  • Hintergrund: Anpassung an abgeflachtes Nachwachstum bei E-Fahrzeuge in Nordamerika.

Neuordnung der US-Standorte in Tennessee und Kentucky

Die endgültige Aus des Joint Ventures zwischen SK On und Ford erfolgt 5 Monate nach der ersten Ankündigung, das gemeinsame Unternehmen BlueOval SK aufzulösen. Gegründet im Jahr 2022 mitten im Investitionsboom der US-Elektromobilität, reagieren beide Partner nun auf die veränderten Gegebenheiten am nordamerikanischen Markt. Dabei sieht die Neuordnung eine klare geografische und organisatorische Trennung vor. Folglich firmiert das bisherige Gemeinschaftswerk in Stanton, Tennessee, ab sofort als eigenständige US-Tochtergesellschaft unter dem Namen SK On Tennessee. Im Gegenzug zieht sich der südkoreanische Batterieproduzent aus dem Bundesstaat Kentucky zurück und übergibt die dortigen zwei Batteriewerke in die Obhut der Ford Motor Company.

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Milliarden-Entlastung stärkt die Bilanz von SK On

Für den südkoreanischen Konzern bringt das Ende der Joint-Venture-Struktur in erster Linie notwendige Entlastung für die eigene Bilanz. Durch die vertragliche Trennung und Neuaufteilung der Standorte reduziert sich die Schuldenlast des Unternehmens somit um rund 5,4 Billionen Won, was umgerechnet etwa 3,6 Milliarden US-Dollar entspricht. Außerdem führt der Schritt zu signifikanten operativen Einsparungen. Beispielsweise sinken die jährlichen Zinskosten um schätzungsweise 180 Millionen US-Dollar. Durch den kompletten Wegfall der beiden Produktionsstätten in Kentucky reduzieren sich zudem die jährlichen Abschreibungen um rund 330 Milliarden Won (ca. 240 Mio. US-Dollar). Diese finanziellen Freiräume sollen dazu beitragen, die verbleibenden US-Aktivitäten stabiler aufzustellen und anstehende Investitionen gezielter zu steuern.

Operativer Fokus und Zeitplan bis 2028

Unter der Führung des neuen CEO von SK On Tennessee, Michael Adams, steht am verbleibenden Standort in Tennessee nun die Optimierung der internen Systeme und Prozesse im Vordergrund. Demzufolge soll es die gewonnene Eigenständigkeit dem Management ermöglichen, strategische Entscheidungen schneller zu treffen und flexibler auf Marktanforderungen zu reagieren. Darüber hinaus wird die Belegschaftsentwicklung fortgesetzt, um das Werk auf den nächsten großen Schritt vorzubereiten. Der Start der Massenproduktion am Standort Tennessee ist unverändert für das Jahr 2028 vorgesehen.

Marktdruck und politische Unsicherheiten in den USA

Die Auflösung der Partnerschaft ist letztendlich das Resultat eines abgekühlten Marktumfelds. Obwohl staatliche Förderprogramme der US-Regierung ab 2022 eine enorme Investitionswelle auslösten, dämpfen nun ein spürbar verlangsamtes Wachstum der weltweiten Elektroauto-Nachfrage sowie die aktuellen politischen Unsicherheiten unter US-Präsident Donald Trump die Erwartungen der Automobil- und Zulieferindustrie.

Wie stark der Druck auf dem US-Batteriemarkt lastet, zeigte sich bereits im März 2026, als SK On an seinem eigenständigen Standort im US-Bundesstaat Georgia aufgrund der schwachen Nachfrage gezwungen war, 968 Mitarbeiter zu entlassen. Die Konsolidierung bei den Werken in Tennessee und Kentucky ist der nächste konsequente Schritt, um Kapazitäten und Kostenstrukturen an die reale Marktentwicklung anzupassen.

Quellen / Weiterlesen

SK On ends U.S. EV battery joint venture with Ford | Yonhap News Agency
SK On beendet US-Batteriepartnerschaft mit Ford | Battery News
SK On Tennessee Becomes Newest SK On U.S. Company | Ask Inno
SK On Tennessee Becomes Newest SK On U.S. Company | SK on Tennessee
Bildquelle: © SK on Tennessee, Inc.
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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