EVE Energy liefert 8-GWh-Speicherbatterien nach Indien

EVE Energy liefert 8 GWh Speicherbatterien nach Indien. Die Kooperation mit GNEPL soll auf bis zu 60 GWh wachsen.

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Der chinesische Batteriehersteller EVE Energy expandiert nach Südasien und schloss mit dem indischen Energieunternehmen Godawari New Energy eine weitreichende Liefervereinbarung. Die Kooperation startet mit einem Auftrag über 8 Gigawattstunden (GWh) für Energiespeicherbatterien und soll in den nächsten 5 Jahren auf bis zu 60 GWh erreichen. Aktuell gewinnt der globale Hochlauf industrieller Großspeicher an Dynamik. Solche Giga-Projekte sichern die weltweiten Lieferketten, treiben durch Skaleneffekte die Zellpreise weiter nach unten und machen die Integration schwankender erneuerbarer Energien auch hierzulande wirtschaftlicher.

Details: EVE Energy Großauftrag für 8-GWh-Speicherbatterien in Indien

  • Partner: EVE Energy und das indische Unternehmen Godawari New Energy (GNEPL).
  • Lieferumfang: 8 Gigawattstunden (GWh) Batterien für Energiespeicher.
  • Potenzial: Mögliches Gesamtvolumen von bis zu 60 GWh innerhalb der nächsten 5 Jahre.
  • Technologie: Hochsichere 628-Ah-Zellen senken durch Integration die Lebenszykluskosten.
  • Marktanteil: EVE Energy ist fünftgrößter chinesischer Zellhersteller (4,98% im Heimatmarkt).
  • Eigene Fabrik: GNEPL baut für 178,7 Mio. USD eine BESS-Fabrik in Indien (Ziel: 40 GWh bis 2029).
  • Aussicht: Deal gilt als wichtiger Durchbruch auf dem wachsenden indischen Energiemarkt.
  • Kontext: Indien treibt Clean-Tech-Lieferkette voran, um 500-GW-Ökostromziel bis 2030 zu erreichen.

Speicherbatterien mit 8 GWh als Startpunkt

Die vertragliche Vereinbarung zwischen EVE Energy und Godawari New Energy Private Limited (GNEPL) sieht die Lieferung von großformatigen Batteriezellen für stationäre Energiespeichersysteme (BESS) vor. Zunächst umfasst die Bestellung ein Volumen von 8 GWh, soll aber in den kommenden 5 Jahren weiter ausgebaut werden. Somit markiert das Abkommen den Beginn einer langfristig angelegten strategischen Zusammenarbeit, deren potenzielles Gesamtvolumen auf bis zu 60 GWh ansteigen kann.

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GNEPL ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Godawari Power & Ispat Ltd. (GPIL), einem indischen Stahl- und Energieunternehmen, das zur HIRA-Gruppe gehört. Bereits im April wurde eine vorgelagerte Fünfjahresvereinbarung zwischen den Muttergesellschaften bekannt, die die Belieferung der ersten Phase eines von GNEPL geplanten Fertigungsprojekts für Batteriespeicher regelte.

Indiens Pläne zur lokalen Wertschöpfung

Hinter dem Auftrag steht ein umfangreiches Investitionsprogramm, denn GNEPL plant den Bau einer eigenen BESS-Montage- und Fertigungsanlage im indischen Bundesstaat Maharashtra. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich dabei auf 16,25 Milliarden Indische Rupien (ca. 178,7 Millionen US-Dollar). Das Unternehmen möchte das Projekt in zwei Phasen realisiert.

geplante Kapazität Jahr Fokus
Phase 1 20 GWh 2027 Erstmaliger Aufbau und Inbetriebnahme der Fertigungsanlage
Phase 2 40 GWh 2029 Erweiterung der bestehenden Produktionskapazitäten

Diese Partnerschaft zeigt ein bislang ein zunehmend verbreitetes Lieferkettenmodell in Schwellenländern. Dabei wird die hochentwickelte chinesische Zellfertigung mit der lokalen Systemmontage und Projektierung im Zielland kombiniert. Während EVE Energy dadurch seinen Marktzugang in Südasien festigt, sichert sich GNEPL die notwendige Zellversorgung, um eine heimische Speicherplattform aufzubauen. Dies geschieht vor dem Hintergrund staatlicher Bestrebungen in Indien, die Wertschöpfungsketten für saubere Energietechnologien stärker im eigenen Land zu lokalisieren.

Technische Basis: 628-Ah-Zelle aus der Flagship-Serie

Für die Projekte in Indien liefert EVE Energy LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) mit einer Nennkapazität von 628 Amperestunden (Ah). Diese Zellen wurden speziell für großskalierte Netzinfrastrukturanwendungen entwickelt und zeichnen sich durch verschiedene technische Merkmale aus.

  • Minimale Integration: Die großformatige Bauweise reduziert die Systemkomplexität und die Anzahl der benötigten Einzelkomponenten im Gesamtsystem.
  • Wirtschaftlichkeit: Durch vereinfachte Wartung und hohe thermische Stabilität sinken die Betriebskosten (OpEx) sowie die Gesamtkosten über den Lebenszyklus (LCOS) des Speicherprojekts.
  • Langlebigkeit: Die Zellen sind auf hohe Zyklenfestigkeit für lange Betriebszeiten ausgelegt.

Das 628-Ah-Produkt ist Teil der sogenannten „Mr. Flagship“-Energiespeicherserie von EVE Energy, wobei die Massenproduktion von LFP-Zellen mit Kapazitäten über 600 Ah im Dezember 2024 anlief. Erste Praxiserfahrungen mit den 628-Ah-Zellen im industriellen Maßstab existieren bereits. Demnach wurde ein größeres Speicherprojekt mit einer Leistung von 200 MW und einer Kapazität von 400 MWh Anfang 2026 in China erfolgreich an das Stromnetz angeschlossen.

Hintergrund: Warum Indien für Speicherhersteller boomt

Indien gilt aktuell als einer der weltweit am schnellsten wachsenden Märkte für erneuerbare Energien. Die indische Regierung verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 eine Kapazität von 500 Gigawatt (GW) aus nicht-fossilen Energiequellen zu installieren. Mit dem voranschreitenden Zubau von Solar- und Windkraftanlagen steigt zudem die Volatilität der Einspeisung, was die Netzinfrastruktur vor strukturelle Probleme stellt.

Der Bedarf an Lösungen für die Netzstabilität, das Frequenzmanagement sowie das Lastmanagement (Peak Shifting) wächst daher sprunghaft an. Aus diesem Grund verschiebt sich der indische Speichermarkt derzeit spürbar von der reinen Ausschreibungsphase hin zur realen Projektumsetzung. Allein im Jahr 2025 wurden in Indien Ausschreibungen für Energiespeicher mit einem Gesamtvolumen von rund 102 GWh veröffentlicht, während sich die tatsächlich installierte und betriebene Kapazität noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet.

Wachsender Wettbewerb auf dem indischen Markt

EVE Energy ist jedoch nicht der einzige chinesische Marktakteur, der Kapazitäten nach Indien liefert. Der indische Markt zieht verstärkt internationale Zulieferer an. So erteilte beispielsweise ACME Solar bereits im Juli 2025 Aufträge über insgesamt mehr als 3,1 GWh an Batteriespeichersystemen an die chinesischen Unternehmen Zhejiang Narada und Trina Energy, um landesweite, grundlastfähige Erneuerbare-Energien-Projekte zu realisieren.

Dennoch gehört EVE Energy zu den etablierten Größen der Branche. Nach aktuellen Daten der China Automotive Battery Innovation Alliance (CABIA) erzielte das Unternehmen im April 2026 im chinesischen Heimatmarkt ein installiertes BatterievoIumen von 3,11 GWh. Mit einem inländischen Marktanteil von 4,98% belegt EVE Energy den fünften Platz im Ranking der dortigen Batterieproduzenten. Der Großauftrag aus Indien untermauert das Bestreben des Herstellers, seine Marktposition im internationalen Utility-Scale-Segment weiter auszubauen.

Quellen / Weiterlesen

Eve Energy erweitert Geschäft in Indien mit Großauftrag für Energiespeicher | Battery News
Eve Energy secures 8 GWh energy storage order from India’s GNEPL in South Asia push | CnEVPost
EVE Energy lands 8 GWh India storage cell order, 60 GWh tie-up possible | ESS News
Bildquelle: KI generiert

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