Polestar 5 und 7: Vier neue Elektro-Modelle bis 2028

Polestar plant vier neue E-Autos bis 2028: Details zur Modelloffensive mit Polestar 5, 7 und dem Polestar 2-Nachfolger.

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Polestar richtet seine Unternehmensstrategie neu aus und plant bis zum Jahr 2028 die Markteinführung von 4 neuen Elektrofahrzeugen. Nach einer Phase der Neuausrichtung unter CEO Michael Lohscheller und einem absatzstarken Geschäftsjahr 2025 zielt der schwedische Hersteller nun verstärkt auf volumenstarke Segmente wie das der Kompakt-SUVs ab. Die angekündigte Modelloffensive umfasst neben dem viertürigen GT Polestar 5 auch eine neue Variante des aktuellen Bestsellers Polestar 4 sowie die nächste Generation der Limousine Polestar 2. Mit diesem erweiterten Portfolio und einem flächendeckenden Ausbau des Vertriebsnetzes strebt das Unternehmen für 2026 ein moderates, aber profitables Absatzwachstum an.

Fast Facts: 4 neue Polestar-Modelle bis 2028

  • Portfolio: Ausbau zum Premium-Vollsortimenter durch vier neue E-Autos bis 2028.
  • Modelle 2026: Start Luxus-GT Polestar 5 (10-Min-Laden); neue Kombi-Variante Polestar 4.
  • Modelle 2027/2028: 2027 Neuauflage Polestar 2; 2028 Kompakt-SUV Polestar 7.
  • Standort Europa: Fertigung des Polestar 7 in der Slowakei zur Umgehung von Zollhürden.
  • Vertrieb: Ausbau des Netzes um 30% und verstärkte Kooperation mit Volvo-Partnern.

Roadmap der Polestar-Modelle bis 2028

Die kommenden drei Jahre bilden die bisher intensivste Phase der Produktplanung für den schwedischen Hersteller. Mit dem Polestar 5, einer neuen Variante des Polestar 4 sowie den nachfolgenden Modellen Polestar 2 und Polestar 7 besetzt das Unternehmen schrittweise verschiedene Fahrzeugklassen vom Luxus-GT bis zum kompakten SUV.

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Modell geplanter Start Fahrzeugtyp Besondere Merkmale
Polestar 5 Sommer 2026 4-türiger GT Aluminium-Plattform; StoreDot XFC (Laden in 10 Min.)
Polestar 4 Q4 2026 Neue Variante Mix aus SUV-Performance und Kombi-Vielseitigkeit
Polestar 2 Anfang 2027 Neuauflage Erfolgreiche E-Limousine; Fokus auf Reichweite
Polestar 7 2028 Kompakt-SUV Gefertigt in der Slowakei (Košice); Volumenmodell

2026: Auslieferung des Polestar 4 und Polestar 5

Im Zentrum der kurzfristigen Planung steht der Polestar 5, dessen Auslieferung bereits im Sommer 2026 beginnen soll. Der viertürige Grand Tourer basiert dabei auf einer neuen Plattform aus geklebtem Aluminium, die eine hohe Torsionssteifigkeit bei geringem Gewicht aufweist. Darüber hinaus dient das Modell technisch als Referenz für die Marke. So kommt beim Polestar 5 bereits erfolgreich die XFC-Technologie (Extreme Fast Charging) des Polestar-Partners StoreDot zum Einsatz. Infolgedessen soll diese perspektivisch Ladezeiten von 10 auf 80 Prozent in rund zehn Minuten ermöglichen. Zusätzlich sammelt Polestar auf einer Europa-Tour bereits erste positive Marktrückmeldungen für den GT und seine Aluminium-Basis.

Parallel dazu erweitert Polestar das Angebot seines aktuellen Volumenmodells. Im vierten Quartal 2026 folgt eine neue Variante des Polestar 4. Während es sich bei der aktuellen Version um ein SUV-Coupé ohne Heckfenster handelt, kombiniert die neue Ausführung die Vielseitigkeit eines alltagsorientierten „Kombis“ mit der Bodenfreiheit eines SUVs. Damit spricht der Hersteller eine breitere Zielgruppe an, die mehr Nutzwert im Alltag fordert, ohne auf die Leistung des Polestar 3 verzichten zu wollen.

2027: Auslieferung des Polestar 2

Anfang 2027 plant das Unternehmen die Vorstellung eines komplett neuen Nachfolgers für den Polestar 2. Mit über 190.000 verkauften Einheiten bildet die Mittelklasse-Limousine das Fundament der Marke. Technische Details zur Plattform hat Polestar bislang nicht offiziell bestätigt. Es ist jedoch anzunehmen, dass die zweite Generation voraussichtlich auf die SEA-Plattform (Sustainable Experience Architecture) von Geely wechseln wird. In diesem Zusammenhang erscheint auch die Einführung eines 800-Volt-Systems plausibel, insbesondere nachdem der Polestar 3 ein Upgrade erhalten hat. Bestätigt ist dies jedoch bislang nicht, aber sollte der Wechsel erfolgen, wären kürzere Ladezeiten und effizientere Antriebseinheiten vorteilhaft, um gegen Wettbewerber wie das Tesla Model 3 zu bestehen.

2028: Auslieferung des Polestar 7

Für 2028 ist schließlich der Marktstart des Polestar 7 vorgesehen. Mit diesem Kompakt-SUV bedient der Hersteller eine Fahrzeugklasse, die derzeit das größte Wachstum im europäischen Elektroautomarkt verzeichnet. Strategisch ist der Polestar 7 für das Unternehmen von zentraler Bedeutung, weil er als erstes Modell im neuen Werk in Košice (Slowakei) produziert wird. Damit stärkt das Unternehmen seine europäische Wertschöpfung, verkürzt Lieferketten und reduziert potenzielle Handelsrisiken, etwa durch Importzölle auf in China produzierte Fahrzeuge.

Technisch wird erwartet, dass das Modell auf einer konzernweiten Premium-Elektroplattform innerhalb der Volvo- und Geely-Struktur basiert. Volvo entwickelt derzeit die nächste Generation seiner skalierbaren Elektroarchitektur (SPA3). Ob und in welchem Umfang diese Plattform beim Polestar 7 zum Einsatz kommt, wurde bislang jedoch nicht im Detail bestätigt. Auch mögliche Technologien wie strukturell integrierte Batteriekonzepte (z.B. Cell-to-Body) gelten als branchenübliche Entwicklungsrichtung, sind für den Polestar 7 aber noch nicht offiziell als Serienausstattung kommuniziert worden.

Wirtschaftliche Prognosen und Vertriebsstruktur

Für das Geschäftsjahr 2026 strebt Polestar ein Absatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Wichtigster Treiber bleibt der Polestar 4, der bereits 2025 maßgeblich zu den steigenden Verkaufszahlen beitrug. Um dieses Ziel zu erreichen, plant das Unternehmen eine Erweiterung des weltweiten Vertriebsnetzes um rund 30 Prozent. In Deutschland setzt Polestar dabei auf ein hybrides Vertriebsmodell. Neben dem Online-Direktvertrieb werden verstärkt Volvo-Partner in den Verkauf eingebunden. Das Ziel ist eine engere Betreuung von Endkunden und eine breitere physische Präsenz über die sogenannten „Polestar Spaces“ hinaus, um die Marke auch außerhalb der großen Metropolregionen zu etablieren.

Fazit: Strategischer Umbau unter Zeitdruck?

Mit der Einführung von vier neuen Modellen innerhalb von drei Jahren entwickelt sich Polestar zum Vollsortimenter im Premium-Segment. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Druck durch etablierte Hersteller und neue chinesische Anbieter. Während andere Marken ihre Elektrifizierungsziele revidieren, hält Polestar an einem rein elektrischen Portfolio fest. Die geplante Fertigung des Polestar 7 in Europa dient dabei als Absicherung gegen Handelsbarrieren und stärkt die Position auf dem Kernmarkt. Der wirtschaftliche Erfolg hängt nun maßgeblich davon ab, wie der Markt den Polestar 4 und den kommenden Polestar 5 annimmt. Die Phase bis 2028 entscheidet darüber, ob Polestar ein dauerhaft stabiles Geschäftsmodell etablieren kann.

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Pressemitteilung via E-Mail
Bildquelle: © Polestar

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