Kommt nun doch der Baby-Tesla für unter 37.000 €?

Tesla plant offenbar ein neues Kompakt-SUV unter dem Model 3. 4,28 m Länge und 1,5 t Gewicht. Fokus auf niedrige Kosten.

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Tesla scheint seine Strategie für den Massenmarkt erneut zu korrigieren. Nachdem Elon Musk das Projekt eines günstigen Einstiegsmodells zugunsten autonomer Robotaxis bereits für beendet erklärt hatte, gibt es nun Hinweise auf ein neues, kompaktes Elektro-SUV. Aktuelle Berichte und Insider-Informationen aus der Zuliefererkette deuten darauf hin, dass der US-Hersteller ein Fahrzeug unterhalb des Model 3 entwickelt. Getrieben durch den wachsenden Marktdruck aus China und sinkende Absatzzahlen, rückt ein erschwingliches Volumenmodell wieder in den Fokus, um die weltweiten Produktionskapazitäten des Unternehmens langfristig auszulasten.

Technische Daten: Neuer Tesla Kompakt-SUV

Parameter Spezifikation (laut Berichten)
Fahrzeugtyp Kompakt-SUV (Neuentwicklung)
Länge ca. 4,28 Meter
Leergewicht ca. 1,5 Tonnen (500 kg weniger als Model Y)
Antrieb Single-Motor (Heckantrieb)
Batterie Kobaltfreie 53-kWh-LFP (für Kostenersparnis)
Plattform Eigenständige Neuentwicklung (kein Model-3/Y-Derivat)
Bedienkonzept Klassisch (mit Lenkrad und Pedalen)
Produktion Gigafactory Shanghai (Lead-Werk), geplant: USA und Grünheide
Preisziel Signifikant unter 37.000 € (ca. 25.000 $)
Status Frühes Entwicklungsstadium (Zulieferer-Akquise läuft)

Tesla plant neues Kompakt-SUV Redwood

Die Spekulationen um ein preiswertes Einstiegsmodell von Tesla, oft als „Model Q“ oder „Model 2“ bezeichnet, nehmen eine Wendung. Nachdem CEO Elon Musk 2024 die Entwicklung eines 25.000-Dollar-Autos zugunsten autonomer Robotaxis und den humanoiden Roboter Optimus für beendet erklärte, zeigen aktuelle Berichte einen Kurswechsel. Laut Reuters, dem Manager Magazin und Insiderberichten aus der Zulieferkette arbeitet Tesla an einem völlig neuen Fahrzeugkonzept. Unter dem Projektnamen „Redwood“ (intern auch NV91 geführt) arbeitet der US-Hersteller an einem kompakten Elektro-SUV, das preislich und technisch eine neue Ära für das Unternehmen einläuten soll.

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Gewichtsreduktion als technisches Fundament

Anders als zuletzt vermutet, soll das neue Modell keine bloße Sparversion des Model Y sein, sondern eine eigenständige, technische Neuentwicklung. Insider berichten dabei von konkreten Eckdaten, die Tesla bereits mit Zulieferern abstimmt. Mit einer Länge von exakt 4,28 Metern positioniert Tesla das Elektrofahrzeug im urbanen Kompaktsegment; es ist somit rund 50 cm kürzer als das Model 3 (4,75 Meter). Hinsichtlich des Gewichts verfolgen die Ingenieure ein ehrgeiziges Ziel, denn das Leergewicht soll lediglich 1,5 Tonnen betragen. Dies entspricht einer Gesamtersparnis von rund 500 kg gegenüber aktuellen Volumenmodellen. Um diese Marke zu erreichen, kommt die „Giga-Casting“-Technologie zum Einsatz, bei der schwere Rahmenteile aus einem Guss gefertigt werden, was viele Einzelteile und Schweißpunkte einspart.

Auch beim elektrischen Fundament geht Tesla neue Wege, z.B. sind ausschließlich Heckantrieb (Single-Motor) geplant. Voraussichtlich möchte man den SUV mit einem 53-kWh-LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) ausstatten. Diese Zellchemie ist nicht nur kostengünstiger und langlebiger als herkömmliche NMC-Akkus, sondern verzichtet zudem vollständig auf kritische Rohstoffe wie Kobalt und Nickel. In Kombination mit einem neu entwickelten Heckmotor, der ohne seltene Erden auskommt, und der Umstellung auf eine 48-Volt-Bordarchitektur soll das Fahrzeug trotz Elektromotor und kleinerer Batterie eine Reichweite von 400 bis 450 Kilometern nach WLTP-Standard erzielen.

Unboxed Process reduziert Kosten und spart Fabrikfläche

Der wirtschaftliche Erfolg des „Redwood“-Projekts hängt untrennbar mit der Reduzierung der Herstellungskosten und einer neuen Produktionsphilosophie zusammen – dem sogenannten „Unboxed Process“. Tesla bricht hierbei mit der klassischen Fließbandfertigung. Dabei werden Fahrzeugmodule wie Front, Heck und Bodenplatte separat fertig montiert (inklusive Sitzen und Innenraumkomponenten) und erst im letzten Schritt zusammengefügt. Dieses Verfahren spart schätzungsweise 40% der Fabrikfläche und soll die Produktionskosten pro Einheit um die Hälfte senken.

Als Hauptproduktionsstandort ist die Gigafactory in Shanghai vorgesehen, da dort die Lieferketten für kostengünstige Komponenten bereits etabliert sind. Langfristig ist eine Ausweitung auf die Werke in den USA und das brandenburgische Grünheide geplant. Trotz der fortgeschrittenen Gespräche mit Zulieferern befindet sich das Projekt laut Insidern noch in einem frühen Stadium. Ein Produktionsstart im aktuellen Kalenderjahr 2026 gilt als unwahrscheinlich; eine offizielle Serienfreigabe durch das Tesla-Management steht zudem noch aus.

Duale Strategie: Massenmarkt und digitalen Abos

Der Strategiewechsel zurück zum klassischen Massenmarkt ist eine Reaktion auf die regulatorischen und technischen Hürden bei vollautonomen Robotaxis. Während das zweisitzige „Cybercab“ konsequent auf fahrerlosen Betrieb setzt, wird das neue Kompakt-SUV trotz Autonomie-Vorbereitung mit Lenkrad und Pedalen erscheinen. Diese duale Strategie erlaubt es Tesla, das wachsende Segment preiswerter E-Autos zu bedienen und gleichzeitig eine Plattform für nachträgliche digitale Dienste zu schaffen. Somit soll ein niedriger Kaufpreis das Fahrzeug schnell im Markt verbreiten, aber die Profitabilität entsteht erst nach der Auslieferung – etwa durch monatliche Abonnements für den Autopiloten (FSD), kostenpflichtige Leistungs-Updates oder datenbasierte Versicherungen.

Wirtschaftlicher Druck und Fabrikauslastung

Während die Vision vollautonomer Robotaxis weiterhin vor regulatorischen und technischen Hürden steht, wächst der Druck durch chinesische Hersteller wie BYD. Diese bringen deutlich günstigere Modelle auf den Markt, während weltweit die Nachfrage nach teureren Modellen schwächelt, was bei Tesla zu einem Produktionsüberschuss von über 50.000 Fahrzeugen im ersten Quartal 2026 führte. Ein erschwingliches Volumenmodell, das preislich unter den 37.000 € des Model 3 liegt, ist essenziell für die Auslastung der Gigafactories und könnte die Absatzzahlen erhöhen.

Obwohl Tesla damit offiziell zu erschwinglichen Elektroautos für den Massenmarkt zurückkehrt, bleibt eine gewisse Skepsis hinsichtlich des Zeitplans angebracht. In der Vergangenheit führten ambitionierte Neuentwicklungen wie der Cybertruck oder der Semi zu jahrelangen Verzögerungen. Dennoch unterstreichen die nun bekannt gewordenen, detaillierten Abstimmungen mit den Zulieferern, dass Tesla diesen strategischen Kurswechsel vollziehen möchte.

Quellen / Weiterlesen

Tesla plant nun offenbar doch ein kleines E-SUV | Elektroauto News
Tesla plant kleines und günstigeres SUV | Golem
Teslas neues Einstiegsmodell: Kompakter SUV in Entwicklung | Stadt Bremerhaven
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Bildquelle: KI-generiert

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