Nutzung von dezentralen Speichern für den Stromhandel

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stromhandel-dezentrale-speicherPrivate Stromspeicher sind bis zu 90 Prozent der Zeit leer – das Forschungsprojekt „Green2store“ möchte dieses Potential jetzt nutzbar machen. Magnus Pielke leitet das vom Oldenburger Energiedienstleister EWE entwickelte Projekt und lotet Möglichkeiten aus, wie Hausbesitzer mit ihren Speichern Geld verdienen können – mithilfe der Cloud. Das Projekt ist Teil von „Batterien in Verteilnetzen“ der Förderinitiative Energiespeicher und wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit einem Gesamtvolumen von mehr als 9 Millionen Euro finanziert.

Private Stromspeicher zur Zwischenlagerung von billigem Strom

Private Hausspeicher, die der Besitzer gerade nicht selbst nutzt, könnten zum Beispiel von Energiehändlern zur Zwischenlagerung von Strom verwendet werden, wenn dieser am Markt gerade günstig ist. Steigen die Preise wieder, wird er wieder verkauft. Davon profitieren alle: Der Energiehändler genauso wie der Besitzer des Speichers und der Energieversorger.

Mithilfe der sogenannten Energy Storage Cloud sollen zu diesem Zweck dezentrale Speicherkapazitäten nach dem Prinzip des Cloud Computing miteinander vernetzt, zentral verwaltet und für die Energiewirtschaft zugänglich gemacht werden. Dadurch sollen erneuerbare Energien optimal in das elektrische Verteilnetz eingebunden werden.

Die Zuweisung der benötigten Speicherkapazität zu den real verfügbaren Kapazitäten wird über das Rechenzentrum des Cloud-Dienstleisters vorgenommen und verwaltet. Jederzeit können neue Speicher hinzukommen. Vorteil für den Anwender ist neben der Teilnahme am Stromhandel die bessere Ausnutzung der privaten Speicher, auch Einspeiseprognosen und Abrechnungssysteme könnten vereinfacht werden.

Pilotprojekt einer Stromspeicher-Cloud in Niedersachsen

Das Projekt beginnt jetzt mit zwölf Speichern in Niedersachsen und Baden-Württemberg mit einer Kapazität von 0,5 Megawattstunden – das Potential ist allerdings weitaus größer: Im Einzugsgebiet von EWE eignen sich mehrere 100.000 private Speicher für die Vernetzung. Eine Cloud sei zwar im Moment noch nicht notwendig, diese Lösung eigne sich jedoch mit steigender Anzahl der Speicher am besten, so Pielke.

Im Augenblick können die Speicher aufgrund mangelnder Kompatibilität noch nicht einheitlich angesprochen werden. Auch die Rechtslage ist noch nicht klar: Derzeit ist im Gesetz nicht vorgesehen, dass Speicher durch Dritte genutzt werden.

Private Anbieter bieten bereits die Vernetzung von Stromspeichern an

Derzeit gibt es mehrere Hersteller von Solarbatterien, die ähnliche Projekte zur Vernetzung von privaten Solarspeichern anbieten. Beispielsweise biete die Deutsche Energieversorgung GmbH mit ihrem Projekt Econamic Grid faktisch kostenlosen Strom an. Kürzlich hat die Sonnenbatterie GmbH die sonnenCommunity vorgestellt, bei der nicht nut die Eigentümer von Solaranlagen und Solarbatterien sondern alle Verbraucher profitieren sollen. Die sonnenCommunity soll  die „erste dezentrale Energiegemeinschaft“ darstellen.

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Quelle: Mit Hilfe der Cloud: Wie Energiehändler dezentrale Speicher nutzen könnten – WiWo Green
Bildquelle: © Rudolpho Duba / pixelio – www.pixelio.de
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