Gotion baut Batteriehub in Spanien für 950 Mio. €

Chinesischer Batteriehersteller Gotion investiert 950 Mio. Euro in Valladolid. Batterie- und Recyclingwerk für E-Auto-Batterien ab 2027.

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Mit dem Bau einer Kathoden- und Recyclinganlage in Valladolid verlagert Gotion High-Tech wesentliche Stufen der Batterie-Wertschöpfungskette nach Spanien und sichert der europäischen Automobilindustrie den direkten Zugriff auf wichtige Vorprodukte und sekundäre Rohstoffe. Der chinesische Konzern, bei dem Volkswagen Großaktionär ist, investiert rund 950 Millionen Euro in das Vorhaben, das wiederum durch 138 Millionen Euro an spanischen Fördergeldern gestützt wird. Automobilhersteller profitieren künftig von kürzeren Transportwegen, einer stabilen Materialversorgung und einer verringerten Importabhängigkeit aus Übersee. Die geplante Anbindung an eine Zellfertigung in Marokko sichert zudem langfristig die Kapazitäten für die wachsende E-Mobilität in Europa.

Details: Gotion High-Tech investiert Valladolid

  • Investor: Gotion High-Tech (Hauptaktionär: Volkswagen).
  • Standort: Valladolid, Spanien (12 Hektar Industrieareal).
  • Investition: ca. 950 Mio. € (411,5 Mio. € Recycling + 539,1 Mio. € Kathoden).
  • Staatliche Förderung: 138 Mio. € über das spanische PERTE VEC-Programm.
  • Geplante Kapazitäten: Je 200.000 Tonnen/Jahr für Recycling und Kathodenmaterial.
  • Zeitplan: Baubeginn ab 2027 (Phase 1: Recycling, Phase 2: Kathodenfertigung).
  • Strategischer Verbund: Kopplung mit geplanter 20-GWh-Zellfabrik in Marokko.

Europäische Zellfertigung in der Slowakei und Spanien

Erst Ende 2025 begann Gotion über das Joint Venture InoBat Batteries mit dem Bau seiner ersten europäischen Gigafactory in Surany (Slowakei). Die auf einem 65 Hektar großen Areal entstehende Fabrik soll ab 2027 mit einer Kapazität von 20 GWh in Betrieb gehen. Nun baut der chinesische Batteriekonzern in Spanien seine europäische Präsenz weiter aus. Das Projekt in Valladolid umfasst eine Gesamtinvestition von rund 950 Millionen Euro, aufgeteilt auf zwei spezialisierte Anlagen auf einem 12 Hektar großen Industrieareal in der Nähe der nordspanischen Stadt.

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Der größte Anteil des Budgets fließt dabei mit 539,1 Millionen Euro in den Aufbau einer Fertigungsstätte für Kathodenmaterialien. Darüber hinaus sind für die Errichtung einer hochmodernen Batterierecyclinganlage weitere 411,5 Millionen Euro veranschlagt. Die administrative und finanzielle Freigabe durch die spanischen Behörden ebnet den Weg für den geplanten Baubeginn ab dem Jahr 2027.

Zeitplan, Kapazitäten und die Anbindung an Marokko

Das Großprojekt wird in zwei aufeinanderfolgenden Bauphasen realisiert. In Phase 1 startet der Aufbau des Recyclingwerks, das auf eine jährliche Verarbeitungskapazität von bis zu 200.000 Tonnen Altbatterien und Produktionsabfällen ausgelegt ist. In Phase 2 folgt dann die Errichtung der Kathodenfabrik, die nach Fertigstellung ebenfalls eine Ausbringungsmenge von 200.000 Tonnen Kathodenmaterial pro Jahr erreichen soll. Ein konkretes Datum für die Fertigstellung der beiden Abschnitte kommunizierte das Unternehmen bislang noch nicht. Strategisch verknüpft Gotion den Standort Valladolid jedoch mit seinen nordafrikanischen Ausbauplänen. Die dort aufbereiteten und hergestellten Materialien sollen direkt die geplante Giga-Zellfabrik in Marokko speisen, wo Gotion eine Fertigungskapazität von 20 Gigawattstunden (GWh) plant.

Staatliche Millionen-Förderung über das spanische PERTE-Programm

Die Ansiedlung in Kastilien und León wird maßgeblich durch die spanische Industriepolitik unterstützt. Das Konsortium erhält Subventionen in Höhe von 138 Millionen Euro aus dem Förderprogramm PERTE VEC (E-Vehicles and Connected Mobility), was gut 15% der veranschlagten Errichtungskosten entspricht. Die Fördersumme fällt somit um 46 Millionen Euro höher aus als man in ersten Schätzungen im Frühjahr vermutete. Spanien nutzt das PERTE-Instrument gezielt, um sich als zentraler Fertigungshub für Elektromobilität in Südeuropa zu etablieren. In früheren Tranchen flossen bereits dreistellige Millionenbeträge an Branchengrößen wie die Volkswagen-Tochter Seat, den Stellantis-Konzern sowie die VW-Batteriesparte PowerCo.

Strategischer Hintergrund: Volkswagens Rolle und InoBat

Ursprünglich war die Standorterschließung in Valladolid als Gemeinschaftsprojekt mit dem slowakischen Batterieentwickler InoBat angedacht. Nachdem InoBat jedoch die von den spanischen Behörden geforderten Finanzgarantien nicht rechtzeitig erbringen konnte, übernahm Gotion als Hauptanteilseigner die alleinige Führung. Dabei nimmt Volkswagen – als größter Einzelaktionär von Gotion High-Tech (ca. 26%) – eine wichtige Schlüsselrolle im Hintergrund ein. Doch aus Sicht der spanischen Regierung markieren die 950 Millionen Euro erst den Auftakt, denn das Industrieministerium in Madrid strebt eine schrittweise Erweiterung an. Langfristig soll Gotion gemeinsam mit Partnern bis zu 5 Milliarden Euro in den Standort investieren, um eine vollständige Wertschöpfungskette von der Rohstoffaufbereitung bis zum Recycling in Europa abzubilden.

Quellen / Weiterlesen

Gotion to build battery facilities in Spain next year | Electrive
Gotion plant Batterieprojekt in Valladolid mit rund 950 Millionen Euro | Battery News
Bildquelle: KI-generiert

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