Der chinesische Batteriehersteller Gotion, an dem Volkswagen mit über 25 Prozent beteiligt ist, hat das Design seiner neuen Feststoffbatterie „Jinshi“ finalisiert. Dadurch konkretisiert das Unternehmen den Übergang von der Testphase zur skalierten Produktion des Akkus. Während die bisherige Pilotfertigung eine Kapazität von 0,2 GWh aufwies, ist die neue Anlage auf 2 GWh ausgelegt. Die Jinshi-Batterie nutzt einen sulfidbasierten festen Elektrolyten, der eine Energiedichte von 350 Wh/kg ermöglicht. Dies entspricht einer Steigerung von rund 50% gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus und soll Elektroautos eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern bereitstellen.
Auf einen Blick: Die Gotion „Jinshi“ Feststoffbatterie
- Zellchemie: Sulfid-basierter Feststoff-Elektrolyt.
- Energiedichte: 350 Wh/kg (50% mehr als Lithium-Ionen-Batterien).
- Reichweite: Bis zu 1.000 km pro Ladung möglich.
- Lebensdauer: Ausgelegt auf über 3.000 Ladezyklen und ca. 1 Million Kilometer.
- Temperaturfenster: Stabiler Betrieb von -40 °C bis +80 °C.
- Produktionsstatus: Pilotlinie (0,2 GWh) läuft seit Oktober 2025; Design für 2-GWh-Linie fertig.
- Sicherheit: Höhere Sicherheit und geringeres Brandrisiko durch festen Elektrolyten.
Skalierung der Fertigungskapazitäten
Wie z.B. das chinesische Portal IT-Home berichtet, baut die aktuelle Entwicklung auf einer bestehenden Infrastruktur auf. Ein Vorgänger der Jinshi-Batterie befindet sich bereits seit Oktober 2025 in einer Testproduktion. Mit dem nun abgeschlossenen Design der neuen Zellgeneration wird die Kapazität somit von bisher 0,2 GWh auf 2 GWh verzehnfacht. Dieser Sprung verdeutlicht die Ambitionen des Unternehmens, die Technologie aus dem Laborstadium in industriell relevante Größenordnungen zu überführen. Bereits Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Gotion Batterien an VW liefert, was die enge Verzahnung beider Konzerne unterstreicht.
Technische Spezifikationen: Sulfid-Elektrolyt und Energiedichte
Der entscheidende Unterschied zu gängigen Lithium-Ionen-Zellen liegt dabei im Verzicht auf flüssige Elektrolyte. Gotion setzt daher bei der Jinshi-Zelle auf eine Sulfid-Basis. Diese Technologie bietet zwei wesentliche Vorteile hinsichtlich der Sicherheit und der Leistungsfähigkeit. Feste Elektrolyte sind nicht brennbar und verringern das Risiko thermischer Instabilitäten signifikant. Zudem übertrifft die Zelle mit 350 Wh/kg aktuelle Standardbatterien deutlich. Ein kritischer Faktor bei Feststoffakkus ist oft die Performance bei extremen Temperaturen. Laut Herstellerangaben ist die Jinshi-Batterie in einem Bereich von -40°C bis +80°C einsatzfähig, was sie für verschiedene Klimazonen tauglich macht.
Vergleich der Batterietypen
| Merkmal | Herkömmliche Li-Ionen-Zelle | Gotion Jinshi (Feststoff) |
|---|---|---|
| Elektrolyt | Flüssig | Fest (Sulfid-Basis) |
| Energiedichte | ca. 230–250 Wh/kg | 350 Wh/kg |
| Reichweite (Beispiel) | ca. 500–700 km | bis zu 1.000 km |
| Sicherheit | Brennbar | Hohe thermische Stabilität |
Die Rolle von Volkswagen und der Wettbewerb
Volkswagen hält über ein Viertel der Anteile an Gotion High-Tech. Diese strategische Partnerschaft sichert dem deutschen Automobilkonzern direkten Zugriff auf Forschungsergebnisse im Bereich der Festkörper-Technologie. Gotion steht dabei im direkten Wettbewerb mit anderen Branchengrößen wie CATL oder Sunwoda, die ebenfalls intensiv an der Markteinführung von Feststoffakkus arbeiten. Erst kürzlich wurde etwa ein neuer Feststoffakku von Sunwoda mit einer noch höheren Energiedichte von 400 Wh/kg angekündigt.
Obwohl das Design nun steht und die Produktion hochgefahren wird, bleibt abzuwarten, wann die ersten Serienfahrzeuge mit der Jinshi-Batterie von Gotion tatsächlich auf europäischen Straßen rollen. Die Erhöhung der Fertigungskapazität auf 2 GWh ist jedoch ein notwendiger Schritt, um die Kosten pro Kilowattstunde langfristig konkurrenzfähig zu machen.
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Bildquelle: © Gotion


