Lastspitzen im Unternehmen erkennen: Warum Strommessungen wichtig sind

Strommessungen sind wichtig, um Lastspitzen zu erkennen und ggf. intelligent gegenzusteuern. Welche Maßnahmen sind notwendig?

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Für Unternehmen kann nicht nur der gesamte Stromverbrauch ein relevanter Kostenfaktor sein. Auch die Höhe der benötigten Leistung zu bestimmten Zeitpunkten spielt eine Rolle. Wenn mehrere leistungsstarke Maschinen oder Anlagen gleichzeitig betrieben werden, kann der Strombedarf kurzfristig stark ansteigen. Solche Lastspitzen sind insbesondere für Betriebe mit hohem Energiebedarf relevant. Eine genaue Erfassung des Verbrauchs hilft dabei, diese Spitzen zu erkennen und mögliche Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Was sind Lastspitzen?

Als Lastspitze wird ein kurzfristig besonders hoher Strombedarf bezeichnet. Sie kann beispielsweise entstehen, wenn mehrere Maschinen gleichzeitig anlaufen oder wenn verschiedene energieintensive Anlagen parallel betrieben werden. Auch Heizungen, Lüftungsanlagen, Kühltechnik oder Ladesäulen für Elektrofahrzeuge können zu einer erhöhten elektrischen Last beitragen.

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Entscheidend ist dabei nicht nur die verbrauchte Energiemenge. Sondern auch die Leistung, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums benötigt wird. Je nach Stromtarif und Netzanschluss können hohe Leistungsspitzen zusätzliche Kosten verursachen. Deshalb kann es sich für Unternehmen lohnen, die eigenen Lastprofile genauer zu untersuchen.

Welche Werte sollten Unternehmen messen?

Um Lastspitzen zu erkennen, benötigen Betriebe aussagekräftige Messdaten. Zu den wichtigsten elektrischen Größen gehören Spannung, Stromstärke und Leistung. Ein Multimeter von RS kann für verschiedene elektrische Messungen eingesetzt werden und beispielsweise dabei helfen, Spannung oder Stromstärke an einzelnen Komponenten zu überprüfen.

Für die kontinuierliche Erfassung des Energieverbrauchs sind je nach Anlage andere Messsysteme sinnvoll. Energiemessgeräte können Verbrauch und Leistung über längere Zeiträume aufzeichnen. Dadurch entsteht ein Lastprofil, das zeigt, zu welchen Tageszeiten besonders viel elektrische Leistung benötigt wird.

Bei Messungen an elektrischen Anlagen muss die Sicherheit im Vordergrund stehen. Arbeiten an spannungsführenden Anlagen sollten ausschließlich von entsprechend qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden.

Wo entstehen hohe Lasten im Betrieb?

Lastspitzen können in nahezu allen Branchen auftreten. In Produktionsbetrieben entstehen sie beispielsweise beim gleichzeitigen Anfahren mehrerer Maschinen. Auch Schweißanlagen, Kompressoren, Pumpen und industrielle Heizsysteme können hohe Leistungen benötigen.

In Gewerbeimmobilien können Klimaanlagen, Lüftung, Aufzüge und elektrische Heizsysteme den Leistungsbedarf beeinflussen. Mit zunehmender Verbreitung von Elektrofahrzeugen kommt außerdem die Ladeinfrastruktur als weiterer möglicher Verursacher hinzu. Werden mehrere Fahrzeuge gleichzeitig mit hoher Leistung geladen, kann die elektrische Last innerhalb kurzer Zeit deutlich steigen.

Lastspitzen durch eine bessere Steuerung reduzieren

Sind die Zeitpunkte hoher Leistungsaufnahme bekannt, können Unternehmen prüfen, ob sich bestimmte Verbraucher zeitlich verschieben lassen. Maschinen müssen beispielsweise nicht immer gleichzeitig anlaufen. Auch Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen oder der Betrieb bestimmter Anlagen können unter Umständen auf Zeiträume mit geringerem Strombedarf verlagert werden.

Eine solche Steuerung setzt allerdings voraus, dass die betrieblichen Abläufe dies zulassen. Produktionsanforderungen, Arbeitszeiten und technische Vorgaben müssen berücksichtigt werden. Eine Reduzierung der Lastspitzen sollte deshalb nicht zu Lasten der betrieblichen Prozesse gehen.

Batteriespeicher als Möglichkeit für das Lastmanagement

Batteriespeicher können ebenfalls eingesetzt werden, um kurzfristig hohe Leistungsanforderungen abzufangen. Bei einem sogenannten Peak Shaving stellt der Speicher zusätzliche Energie bereit, wenn der Strombedarf des Unternehmens besonders hoch ist. Dadurch kann die benötigte Leistung aus dem Netz reduziert werden.

Ob sich ein Batteriespeicher wirtschaftlich lohnt, hängt unter anderem vom Lastprofil, dem Stromtarif, dem bestehenden Netzanschluss und der Häufigkeit der Lastspitzen ab. Eine genaue Analyse des tatsächlichen Energiebedarfs bildet deshalb eine wichtige Grundlage für die Dimensionierung eines Speichers.

Warum regelmäßige Messungen sinnvoll sind

Eine einzelne Messung reicht häufig nicht aus, um das Lastverhalten eines Unternehmens vollständig abzubilden. Produktionsabläufe und Betriebszeiten können sich von Tag zu Tag unterscheiden. Eine kontinuierliche Erfassung über längere Zeiträume zeigt dagegen, wann und wodurch hohe Lasten entstehen.

Mit diesen Daten können Unternehmen gezielter entscheiden, ob eine Anpassung von Betriebszeiten, eine intelligente Steuerung von Verbrauchern oder vielleicht ein Batteriespeicher sinnvoll ist. Strommessungen schaffen damit also die Grundlage, um Lastspitzen nicht nur zu erkennen, sondern den Energieeinsatz im Betrieb langfristig besser zu planen.

Quellen / Weiterlesen

Bildquelle: © Pexels
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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