EWE Go: 2.000 Schnellladepunkte an strategischen Standorten

EWE Go betreibt 2.000 Schnellladepunkte. Erfahren Sie alles über die Strategie, Alpitronic-Hardware und Standortpartner.

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Mit der Eröffnung des neuen Standorts an der A1 am McDonald’s in Neu Wulmstorf (Niedersachsen) nahm EWE Go den 2.000sten öffentlichen Schnellladepunkt in Betrieb. Dabei setzt der Dienstleister bereits seit 2018 auf Alpitronic-Hypercharger, um hohe Ladeleistungen zuverlässig bereitzustellen. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur priorisiert das Unternehmen Standorte, die Verbraucher im Alltag schnell und unkompliziert aufsuchen können. Somit stehen vor allem Alltagstauglichkeit und Standortqualität im Fokus, statt reine Quantität der Ladepunkte. Ilker Akkaya, CEO von EWE Go, bringt es auf den Punkt: „Lieber weniger Ladepunkte, dafür gut platzierte“. Neben Kooperationen mit Gastronomie und Einzelhandel treibt der Oldenburger Ladebetreiber durch die Beteiligung am Deutschlandnetz auch mit Partnern wie HOCHTIEF den Bau großflächiger EWE-Go-Ladeparks voran.

Das Wichtigste zum Ladenetz EWE Go

  • Standort: McDonald’s Neu Wulmstorf (Niedersachsen); A1 (Bremen–Hamburg).
  • Leistung: 6 Schnellladepunkte mit einer Leistung von bis zu 400 kW.
  • Hardware: Alpitronic-Hypercharger; EWE Go ist auch Reseller der Systeme.
  • Ladenetz: Bundesweit rund 3.000 Ladepunkte, davon zwei Drittel DC-Schnelllader.
  • Partner: Kooperationen mit McDonald’s, Lidl, Weserpark Bremen und Fraunhofer-Gesellschaft.
  • Deutschlandnetz: Realisierung von 850 zusätzlichen Ladepunkten mit HOCHTIEF.

Fokus auf Standortqualität statt Quantität

McDonald’s betreibt in Deutschland rund 1.450 Restaurants, wovon etwa 1.000 mit Ladestationen von EWE Go ausgestattet sind. Folglich verfügt jeder zweite Standort über EWE-Go-Ladepunkte und zeigt, dass McDonald’s ein wichtiger strategischer Partner ist. Im Gegensatz zu einem rein quantitativen Ausbau legt EWE Go Wert auf die richtige Standortwahl. Deswegen orientiert sich der Ladedienstleister an der tatsächlichen Auslastung und der Aufenthaltsqualität. Durch die Kooperation mit der Gastronomie können E-Mobilisten die Ladedauer bequem mit einer Pause verbinden. Ilker Akkaya, CEO von EWE Go, erklärt:

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„Laden muss unkompliziert, zuverlässig und schnell möglich sein. […] Der Ausbau von Ladeinfrastruktur ist kein Wettrennen um Zahlen. Was nützt es, viele Ladepunkte zu errichten, wenn sie nicht ausreichend genutzt werden? Weniger, dafür gut platzierte Schnellladepunkte sind ökologisch sinnvoller, wirtschaftlich effizienter und schaffen Vertrauen bei den Nutzerinnen und Nutzern.“

EWE Go Standorte: Einzelhandel und Gastronomie

Über die Gastronomie hinaus weitet EWE Go seine Präsenz auch im Einzelhandel und im öffentlichen Raum durch weitere Partnerschaften aus. So werden im Rahmen einer großangelegten Kooperation mit Lidl bundesweit mehrere hundert Filialen des Discounters mit Schnellladestationen versehen. Ein weiteres Referenzprojekt für den großflächigen Einzelhandel befindet sich im Weserpark Bremen, wo EWE Go eines der größten Ladenetze an einem deutschen Shoppingcenter betreibt. Außerdem entstanden im Rahmen einer langjährigen Zusammenarbeit im Bereich „Laden am Arbeitsplatz“ mit der Fraunhofer-Gesellschaft bereits über 500 Ladepunkte an verschiedenen Institutsstandorten.

Parallel dazu realisiert das Unternehmen in Partnerschaft mit dem Infrastrukturdienstleister HOCHTIEF im Rahmen des Deutschlandnetzes derzeit rund 850 Ladepunkte. Teil dieses Projekts war unter anderem der EWE-Go-Ladepark in Oer-Erkenschwick in der Nähe von Dortmund (NRW). Während HOCHTIEF die Planung und den physischen Bau verantwortet, übernimmt EWE Go die technische Umsetzung und den dauerhaften Betrieb.

Alpitronic: Hardware und technisches Profil

Durch die Eröffnung des neuen Standorts am McDonald’s in Neu Wulmstorf schließt EWE Go eine wichtige Versorgungslücke direkt an der A1. Hier stehen E-Mobilisten auf der Hauptverbindung zwischen Bremen und Hamburg insgesamt sechs Schnellladepunkte zur Verfügung. Technisch setzt EWE Go bereits seit 2018 konsequent auf die Hardware des Südtiroler Herstellers Alpitronic.

Dabei geht die Partnerschaft über den reinen Betrieb hinaus, denn EWE Go fungiert auch als offizieller Reseller für die DC-Ladestationen aus Bozen. Durch die Nutzung der sogenannten Hypercharger (wie dem HYC400) kann EWE Go Ladeleistungen von bis zu 400 kW bereitstellen. Infolgedessen verkürzen sich die Ladezyklen je nach Fahrzeugkonfiguration auf lediglich 15 bis 30 Minuten. Dieses Zeitfenster entspricht exakt der Dauer eines typischen Zwischenstopps für einen Snack oder kurze Erledigungen im Einzelhandel. Dass EWE Go auf diesen Hersteller setzt, ist kein Zufall, weil die Hypercharger sich aufgrund ihrer Zuverlässigkeit als Industriestandard etabliert haben. Neben der hohen Verfügbarkeit punkten die Systeme durch eine vollständig eichrechtskonforme Abrechnung sowie ein aktives Kabelmanagement. Daher nutzen sie auch anderen großen Anbietern wie EnBW, Fastned oder Ionity für ihre Netze.

EWE Go Entwicklung ‒ vom Prototyp zur Infrastruktur

Die Entwicklung von EWE Go zeigt einen klaren strategischen Wandel des Mutterkonzerns ‒ weg von der reinen Stromlieferung, hin zum spezialisierten Infrastrukturbetreiber. Der Ursprung dieser Transformation liegt bereits im Jahr 2009, denn damals untersuchte das Unternehmen mit dem Prototyp „E3“ erstmals die Auswirkungen von Elektrofahrzeugen auf das Stromnetz. Das Ergebnis war die Sammlung grundlegender Daten zur Netzinteraktion, die für die weitere Arbeit notwendig waren.

EWE Go_Prototyp_E-Auto_E3Diese frühen Erfahrungen flossen somit 2014 in das neu gegründete „Kompetenz-Center Mobilität“ ein. Mit der Ausgründung als eigenständige GmbH im Jahr 2018 (zunächst unter dem Namen Waydo) verlagerte sich der Schwerpunkt endgültig von theoretischen Einzellösungen hin zum Aufbau eines flächendeckenden Netzes. Inzwischen besetzt EWE Go mit rund 3.000 Ladepunkten – davon zwei Drittel im DC-Schnellladebereich – eine wichtige Marktposition. Darüber hinaus etabliert sich das Unternehmen im Wettbewerbsumfeld als einer der Top-5-Anbieter neben Akteuren wie EnBW oder Aral Pulse.

EWE Go im Wettbewerbsumfeld

Mit 2.000 Schnellladepunkten etabliert sich EWE Go unter den Top-Anbietern in Deutschland, bewegt sich jedoch in einem sehr dynamischen Marktumfeld.

Anbieter HPC-Ladepunkte Strategischer Fokus
EnBW mobility+ > 8.000 Marktführer, eigene Großparks und Handel (REWE/dm)
Tesla
Supercharger
> 3.600 Hohe Verlässlichkeit, proprietäre und offene Parks
Aral pulse > 3.800 Fokus auf bestehendes Tankstellennetz
EWE Go 2.000 Systemgastronomie (McDonald’s), Einzelhandel
Ionity ~ 900 (DE) Langstrecke, Fokus auf Autobahn-Raststätten

Quellen / Weiterlesen

Wie smarter Ladeinfrastrukturausbau aussieht: Über den Werdegang von EWE Go | EWE Go via Presseportal
Bilderquelle: © EWE Go
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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