EnBW: 12 neue HPC-Ladepunkte am Flughafen Dresden in Betrieb

EnBW und Mitteldeutsche Flughafen AG eröffnen 12 neue Schnellladepunkte am Flughafen Dresden. Jetzt bis 400 kW laden.

0
131
enbw-ladestation-dresden

In Kooperation mit der Mitteldeutschen Flughafen AG eröffnete die EnBW am Flughafen Dresden (DRS) einen Schnellladepark. Auf dem Weg zum Flughafen oder während der Wartezeit auf Passagiere, fehlt oft die Möglichkeit, den Akku schnell und unkompliziert zu laden. Dies verzögert die Weiterreise für Fernreisende und Pendler erheblich. Damit konnten die beiden Partner an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt eine Versorgungslücke schließen. Auf Parkplatz P2 ist nun das Laden am Dresdner Flughafen problemlos möglich. Nach dem Vorbild des Flughafen Leipzig-Halle stehen am neuen Standort nun 12 leistungsstarke HPC-Ladepunkte mit einer Leistung von 400 kW zur Verfügung. Damit reagiert die EnBW auf den wachsenden Markt von 2,2 Millionen Elektrofahrzeugen in Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Standort: Flughafen Dresden (DRS), südöstlich des Parkplatzes P2 an der Flughafenstraße.
  • Anbindung: Direkt an den Autobahnen A4 und A13 (Anschlussstelle 81b).
  • Kapazität: 12 High-Power-Charging (HPC)-Ladepunkte (erweiterbar auf 40) mit bis zu 400 kW.
  • Ladezeit: In 15 Minuten bis zu 400 km Reichweite laden (fahrzeugabhängig).
  • Verfügbarkeit: 24/7 öffentlich zugänglich.
  • Zugang: Bezahlung via EnBW mobility+ App, Ladekarte oder kontaktlos.

Technische Kapazitäten und Standortvorteile in Dresden

Der neue EnBW-Ladestandort befindet sich an der Flughafenstraße, südöstlich des Parkplatzes P2. Die EnBW nutzt hier High-Power-Charging (HPC)-Säulen, die eine Ladeleistung von bis zu 400 Kilowatt (kW) bereitstellen. Somit können E-Mobilisten je nach Fahrzeugmodell in 15 Minuten bis zu 400 Kilometer Reichweite nachladen. Dabei ist die Lage strategisch für verschiedene Nutzergruppen gewählt. Tatsächlich profitieren nicht nur Flughafenbesucher, sondern auch Fernreisende auf den anliegenden Autobahnen A4 und A13 (Anschlussstelle 81b). Hinzu kommt eine vorausschauende Flächenplanung, weil sich der Standort bei steigendem Bedarf flexibel von zwölf auf bis zu 40 Schnellladeplätze erweitern lässt. Volker Rimpler, CTO E-Mobility der EnBW, erklärt außerdem:

Anzeige

„Mit dem neuen Schnellladestandort am Flughafen Dresden schaffen wir eine leistungsstarke Ladeinfrastruktur an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt in Sachsen. Damit ermöglichen wir nicht nur Reisenden und Pendler:innen eine unkomplizierte und schnelle Ladung, sondern stärken auch die E-Mobilität in der gesamten Region.“

Regionale Vernetzung der Ladeinfrastruktur in Sachsen

Die Kooperation zwischen dem Energieunternehmen aus Karlsruhe und der Mitteldeutschen Flughafen AG folgt einem klaren Muster. Wie bereits am Flughafen Leipzig-Halle komplettiert die Anlage nun in Dresden die lokale Ladeinfrastruktur in Sachsen. Es liegt nahe, dass die Flughafenbetreiber durch die Modernisierung des Areals die Attraktivität für Gäste, Mitarbeitende und Partner steigern. Katrin Lässig, Senior Vice President Real Estate der Flughafen AG sieht darin einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Verkehrsanbindung. Schließlich zielt die Strategie auf eine Verzahnung von Flugverkehr und individueller E-Mobilität ab und fördert zukunftsrelevante Möbilitätslösungen. Für die EnBW ist Dresden ein weiterer Baustein im sächsischen Netz. Das Unternehmen betreibt bereits eigene Ladeparks in Chemnitz-Ost, Wilsdruff-Klipphausen, Thiendorf, Wildenfels und Meerane mit insgesamt 80 Schnellladepunkten. Zusätzlich sind 53 Schnellladestandort mit insgesamt 284 Schnellladepunkten beim Einzelhandel sowie an den Flughäfen Leipzig-Halle und Dresden.

Marktentwicklung und das EnBW HyperNetz

Hintergrund dieses Ausbaus bildete die Wiederbelebung des E-Mobilitätsmarktes im Jahr 2025 mit einem Zulassungsplus von 43 Prozent. Bislang sind bereits rund 2,2 Millionen Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb in Deutschland unterwegs. Die EnBW positioniert sich somit als Marktführerin mit über 8.000 Schnellladepunkten an 1.700 Standorten. Letztendlich hat das Unternehmen bis 2030 das ambitionierte Ziel, entlang von Fernverkehrsrouten, in Städten und beim Einzelhandel bis zu 20.000 Schnellladepunkte entstehen zu lassen. Ferner haben Nutzer über das sogenannte EnBW HyperNetz zu mehr als 900.000 Ladepunkte in Europa Zugang. Dabei setzt die EnBW vor allem auf Transparenz und eine einfache Handhabung. Aufgrund der „AutoCharge“-Funktion an eigenen Säulen startet der Ladevorgang nach einmaliger Registrierung automatisch beim Verbinden des Fahrzeugs. Folglich soll dieser Komfort die Kundenbindung in einem hart umkämpften Markt stärken.

Wirtschaftliche Bedeutung der sächsischen Flughäfen

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist zudem die wirtschaftliche Relevanz der Standorte Dresden und Leipzig/Halle. Eine aktuelle Studie der IW Köln Consult vom Januar 2026 belegt die Bedeutung der beiden Standorte für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Deutschland. Über 18.000 Personen arbeiten direkt oder indirekt an diesen Flughäfen; sie generieren eine Wertschöpfung von etwa 1,85 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein Steuerbeitrag von 875 Millionen Euro entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das entspricht dem Sechsfachen der öffentlichen Unterstützung. Es scheint, als ob die Investition in Ladeinfrastruktur auch dazu dient, diese wirtschaftlichen Motoren modern und konkurrenzfähig zu halten. Allein der Flughafen Dresden fertigte im Jahr 2025 z.B. über 886.000 Fluggäste ab, was das Potenzial für die neue Ladestation unterstreicht. Am Flughafen Leipzig/Halle registrierte man sogar über 2,1 Millionen Fluggäste und rund 1,4 Millionen Tonnen Luftfracht. Demzufolge gilt er als der zweitgrößte Frachtflughafen Deutschlands.

Quellen / Weiterlesen

Weitere Informationen zur Regionalstudie | Mitteldeutsche Flughafen AG
EnBW und Mitteldeutsche Flughafen AG eröffnen neue Schnellladeinfrastruktur am Flughafen Dresden | EnBW
EnBW-Standort am Flughafen Dresden | Google Maps
EnBW-Standort am Flughafen Leipzig/Halle | Google Maps
EnBW-Standort Wildenfels | Google Maps
EnBW-Standort Thiendorf | Google Maps
EnBW-Standort Meerane | Google Maps
EnBW-Standort Wilsdruff-Klippghausen | Google Maps
Bildquelle: © EnBW

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein