Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG strukturiert das Unternehmen um und schließt die drei Tochtergesellschaften Cellforce Group, Porsche eBike Performance und Cetitec. Von diesem strategischen Entschluss sind insgesamt mehr als 500 Mitarbeiter durch Stellenabbau in Deutschland und Kroatien betroffen. Für die Automobilbranche und Investoren bedeutet dieser Schritt eine konsequente Konsolidierung. Durch den Stopp unprofitabler oder strategisch veränderter Randbereiche bündelt Porsche seine finanziellen und personellen Ressourcen wieder voll im margenstarken Kerngeschäft des Sportwagenbaus, um die Profitabilität und operative Handlungsfähigkeit langfristig zu sichern.
Details zu Porsches strategischem Umbau
- Beschluss: Porsche besiegelt das Aus für drei Tochterunternehmen.
- Unternehmen: Cellforce (Batterien), eBike Performance und Cetitec (Software).
- Standorte: Schließungen in Kirchentellinsfurt, Pforzheim, Ottobrunn und Kroatien.
- Ursache: Abkehr von eigener Zellfertigung hin zu technologieoffener Strategie.
- Ziel: Porsche fokussiert sich wieder voll auf das Kerngeschäft.
- Personal: Insgesamt sind über 500 Mitarbeiter vom geplanten Stellenabbau betroffen.
- Kontext: Zuvor wurden bereits die Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group verkauft.
Strategischer Umbau nach Anteilsverkauf von Bugatti Rimac
Allerdings ist die Schließung der drei Tochterfirmen Teil eines größeren, tiefgreifenden Transformationsprozesses. So leitete der Stuttgarter Sportwagenbauer erst kürzlich die Veräußerung seiner Beteiligungen an der Rimac Group sowie an Bugatti Rimac in die Wege. Nun haben Vorstand und Aufsichtsrat der Porsche AG weitere weitreichende Beschlüsse gefasst, um die strategische Ausrichtung des Gesamtkonzerns anzupassen. Laut Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Leiters ist die Rückbesinnung auf die eigenen Kernkompetenzen das notwendige Fundament für die Zukunft des Herstellers. Diese Neuausrichtung mache laut Leiters jedoch auch schmerzhafte Einschnitte und die Abwicklung von Tochtergesellschaften unumgänglich.
„Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung. Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten – auch bei unseren Tochtergesellschaften.“ – Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender von Porsche.
Das Aus für die drei Tochtergesellschaften im Detail
Dabei treffen die operativen Streichungen vor allem drei spezialisierte Unternehmensteile, bei denen sich die Rahmenbedingungen oder die übergeordnete Konzernstrategie maßgeblich verändert haben. Betroffen sind die Bereiche Batterietechnologie, Elektromobilität auf zwei Rädern sowie die Softwareentwicklung für die Fahrzeugkommunikation. Die Abwicklungen der einzelnen Betriebe führen an den jeweiligen Standorten in Deutschland und Kroatien zu weitreichenden personellen und strukturellen Konsequenzen.
Cellforce Group GmbH (Kirchentellinsfurt)
Die Cellforce Group am Standort Kirchentellinsfurt galt ursprünglich als zentraler Pfeiler für Porsches Pläne im Bereich der Hochleistungsbatterien. Da der Autohersteller künftig jedoch auf eine technologieoffene Antriebsstrategie setzt, sieht das Management für die Batterietochter keine tragfähige wirtschaftliche Zukunft mehr. Daher führt die Unternehmensleitung nun Gespräche mit dem Betriebsrat, um die Stilllegung des Betriebs zu regeln. Von dieser Maßnahme sind rund 50 Beschäftigte betroffen.
Porsche eBike Performance GmbH (Ottobrunn und Zagreb)
Damals wurde das Joint Venture mit dem Ziel ins Leben gerufen, leistungsstarke Antriebssysteme für E-Bikes zu entwickeln und global auf dem Markt zu positionieren. Porsche begründet das Aus der eBike-Sparte mit grundlegend gewandelten Marktbedingungen im Segment der E-Bike-Antriebe. Somit steht die Einstellung der Aktivitäten im Einklang mit dem Ziel, Ressourcen im Hauptgeschäft zu bündeln. Die Schließung der beiden Standorte in Ottobrunn und im kroatischen Zagreb betrifft mit etwa 350 Mitarbeitern den größten Teil des Stellenabbaus.
Cetitec GmbH (Pforzheim und Kroatien)
Die Digitaltochter Cetitec aus Pforzheim war zudem für die Entwicklung spezialisierter Software zur Datenkommunikation zuständig, die sowohl bei Porsche als auch im gesamten Volkswagen-Konzern eingesetzt wurde. Doch ein verändertes Marktumfeld sowie die Verlagerung von Entwicklungsumfängen führten nun zum Ende des Betriebs. Auch hier verhandelt die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat über die Betriebsschließung. Diese Maßnahme betrifft 60 Angestellte in Deutschland sowie weitere 30 Beschäftigte in Kroatien.
Quellen / Weiterlesen
Porsche plant Stilllegung der Batterietochter Cellforce | Battery News
Bildquelle: © Porsche AG


