EU-Emissionshandel: Stellantis und Toyota verlassen Tesla

Tesla verliert 2026 mit Stellantis und Toyota wichtige Partner im EU-CO2-Pool. Die Einnahmen aus Zertifikaten sinken.

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Tesla muss im Jahr 2026 mit einem deutlichen Rückgang der Einnahmen aus dem CO2-Emissionshandel in der Europäischen Union rechnen. Wie aus aktuellen Dokumenten hervorgeht, planen die Automobilkonzerne Stellantis und Toyota, ihre Flottengrenzwerte künftig ohne die Unterstützung des US-Herstellers einzuhalten. Während Tesla im Jahr 2024 weltweit noch Rekordsummen durch den Verkauf von Zertifikaten erzielte, versiegt diese Geldquelle nun zusehends. Gründe hierfür sind unter anderem die veränderten politischen Rahmenbedingungen in den USA, aber auch steigende Absätze an Elektrofahrzeugen der Konkurrenz. Gleichzeitig verzeichnete Tesla rückläufige Verkaufszahlen in Europa, welche die Kapazität des bisherigen Emissionspools verringern.

Überblick: EU-CO2-Pooling und Tesla-Pool 2026

Überblick: EU-CO2-Pooling und Tesla-Pool 2026

  • Status Quo: Einreichung der Absichtserklärungen zur Pool-Bildung 2026 bei der EU.
  • Neuheit: Stellantis, Toyota und Subaru verlassen gemeinsamen Emissionspool mit Tesla.
  • Strategie Stellantis: Leapmotor-Eigenproduktion in Spanien zur Grenzwert-Einhaltung.
  • Strategie Toyota: Zielerreichung aus eigener Kraft (2025: nur 1g über Limit).
  • Bestandspartner: Ford, Honda, Mazda und Suzuki bleiben im Tesla-Pool.
  • Tesla-Erlöse: Zertifikate-Einnahmen sinken auf 1,99 Mrd. USD (2025).
  • Fristen: Optionale Pool-Rückkehr bis Dezember 2026 bei Zielverfehlung.

Ursachen für den Rückzug aus dem Tesla-Pool 2026

Aus den kürzlich bei der EU eingereichten Absichtserklärungen zur Bildung offener Pools geht hervor, dass Stellantis (mit z.B. Marken wie Opel, Peugeot und Fiat), Toyota und Subaru (z.B. Elektro-SUV) im laufenden Jahr nicht mehr Teil des Tesla-Bündnis sein wollen. Trotz dieser Ausstiege bleibt der Tesla-Pool nicht völlig leer, denn folgende Hersteller sind weiterhin gelistet: Ford, Honda, Mazda und Suzuki. Branchenbeobachter werten den Schritt von Toyota und Stellantis als Zeichen gewachsener technologischer Eigenständigkeit, wobei beide Konzerne offenbar davon ausgehen, die strengen EU-Flottengrenzwerte 2026 aus eigener Kraft zu erreichen.

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  • Toyota: Der japanische Hersteller lag zuletzt nur noch ein Gramm über seinem spezifischen Zielwert von 91 Gramm CO2 pro Kilometer.
  • Stellantis: Der Konzern profitiert zunehmend von der Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor. Die Produktion von Leapmotor-Modellen in einem spanischen Stellantis-Werk soll den Flottenverbrauch enorm senken, nachdem der Wert im Vorjahr noch 10 Gramm über dem Limit lag.
  • Ford: Da der US-Hersteller zuletzt 13 Gramm über dem zulässigen Wert lag, bleibt die Abhängigkeit vom Pooling hier vorerst bestehen.

Teslas schwindende Einnahmequelle

Für Tesla bedeutet die Neuordnung eine deutliche finanzielle Veränderung, denn die Zertifikate-Verkäufe stellten jahrelang eine tragende Säule des Gewinns dar. Doch nun zeigt der Trend nach unten.

Jahr Globale Einnahmen aus Zertifikaten
2024 2,76 Mrd. US-Dollar
2025 ~ 1,99 Mrd. US-Dollar

Dieser Rückgang der Einnahmen wird maßgeblich durch zwei Faktoren beeinflusst. Einerseits sank der Bedarf in den USA, da unter der Regierung von Donald Trump der regulatorische Druck auf US-Hersteller abnahm. Andererseits erschwert die veränderte Marktsituation in der EU das Pooling-Geschäft. Während Tesla in Europa rückläufige Zulassungszahlen verzeichnet, sorgen steigende Elektroauto-Absätze bei etablierten Herstellern dafür, dass diese ihre Grenzwerte zunehmend eigenständig erreichen. Da die Kapazität eines Pools an die Anzahl der emissionsfreien Fahrzeuge des Leiters gekoppelt ist, sinkt durch Teslas Absatzschwäche zudem das verfügbare CO2-Guthaben, das an Partner vergeben werden kann.

Fristen und Ausblick

Analysten von Dataforce weisen darauf hin, dass der Tesla-Pool bereits im Jahr 2025 mit einem Wert von 95,7 Gramm CO2 pro Kilometer nur noch minimal über dem Zielwert von 95,3 Gramm lag. Sollten die Verkaufszahlen von Tesla weiter sinken, reicht die Kapazität des Pools womöglich nicht mehr aus, um alle verbleibenden Mitglieder abzusichern.

Obwohl die Absichtserklärungen vorliegen, ist die Entscheidung noch nicht endgültig, weil die EU-Regularien es Herstellern wie Toyota und Stellantis erlauben, bis Dezember 2026 kurzfristig zu entscheiden, ob sie für das laufende Jahr doch wieder einem Pool beitreten möchten – etwa falls die eigenen Absatzziele bei Elektroautos verfehlt werden sollten.

Quellen / Weiterlesen

Tesla verliert Pooling-Partner Toyota und Stellantis | Golem
CO2-Emissionen: Stellantis und Toyota sind vorerst nicht beim Tesla-Pool dabei | Automobilwoche
Bildquelle: KI generiert
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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