EU verhängt rückwirkende Zölle gegen Solar-Hersteller aus China

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eu-zoelle-solar-hersteller-chinaChina, als weltgrößter Hersteller von Solarmodulen, stellt weit mehr als der Hälfte aller Solarmodule her. Ein Großteil davon wird exportiert. Im Mai letzten Jahres eröffnete die EU ein Anti-Circumvention-Verfahren gegen chinesische Hersteller von Solarmodulen und -zellen, die ihre Waren über Malaysia und Taiwan in die EU eingeführt hatten. Im Februar verhängte die EU nun rückwirkende Zölle gegen diese Unternehmen, wie das pv magazine berichtet.

Undertaking schreibt Mindestimportpreise in die EU vor

Ein sogenanntes Undertaking schreibt seit 2013 Mindestimportpreise und Einfuhrvolumen in der EU vor. Viele chinesische PV-Hersteller haben sich zur Einhaltung dieser Standards verpflichtet. Zahlreiche Hersteller ließen ihre Waren jedoch in Drittländern umlabeln und führten sie von dort aus in die EU ein, um damit die geltenden Mindestimportpreise zu umgehen. Als Reaktion darauf verhängte die EU einen Ausgleichszoll von 11,5 Prozent des Nettopreises für Waren chinesischen Ursprungs, die aus diesen Ländern in die EU gebracht werden. Zusätzlich wird der Anti-Dumpingzoll von 53,4 Prozent erhoben. Beide Zölle gelten rückwirkend ab Verfahrenseröffnung. Von diesen Regelungen nicht betroffen sind aus diesen Ländern stammende Hersteller, die keine Handelsbeziehungen mit chinesischen Unternehmen pflegen.

Europäische Solarhersteller leiden unter chinesischem Preisdumping

Das Anti-Circumvention-Verfahren wurde letztes Jahr von der Vereinigung EU ProSun angeregt. EU ProSun ist eine Initiative von Unternehmen der europäischen Solarindustrie, die sich unter anderem für faire Wettbewerbsbedingungen zwischen europäischen Unternehmen und China einsetzt. Sie kritisiert, dass europäische Solarunternehmen aufgrund unfairer chinesischer Praktiken aus dem Markt gedrängt würden. Die Europäische Kommission hatte 2013 festgestellt, dass ein Großteil der chinesischen Subventionen für heimische Solarhersteller illegal ist. Dazu gehören umfassende Subventionen durch staatseigene Banken, lokale Behörden und andere Finanzquellen. Aufgrund der sehr niedrigen, teilweise unter den Produktionskosten liegenden Preise für chinesische Solarmodule, sind chinesische Hersteller hoch verschuldet und werden nur durch die massiven Subventionen vor dem Bankrott bewahrt. Nach Angaben von EU ProSun mussten aufgrund der chinesischen Dumpingpreise über 60 europäische Solarunternehmen Insolvenz anmelden. Die Vereinigung setzt sich daher für eine Verlängerung des im Dezember ausgelaufenen Undertaking ein. Dies wird derzeit von der EU-Kommission geprüft, da die chinesischen Hersteller nicht nachweisen konnten, dass die illegalen Praktiken nicht mehr existieren.

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Quellen / Weiterlesen:
EU-Kommission verhängt Umgehungszölle gegen chinesische Photovoltaik-Hersteller – pv magazine Deutschland
Fairer Wettbewerb und freier Handel – EU ProSun
Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio – www.pixelio.de


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