Toyota nahm in Liberty, North Carolina, die Produktion in seinem ersten Batteriewerk außerhalb Japans auf. Hierfür investierte der Konzern rund 13,9 Milliarden US-Dollar in den Standort, der bis 2030 auf 14 Produktionslinien ausgebaut werden soll. Das Werk deckt den Bedarf für Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge und stattet zunächst Modelle wie den Camry, Corolla Cross und RAV4 aus. Ferner bietet die Anlage bei voller Auslastung 5.100 Arbeitsplätze und erreicht eine Kapazität von 30 Gigawattstunden (GWh). Darüber hinaus kündigte Toyota weitere Milliardeninvestitionen in den USA sowie Förderprogramme für die lokale MINT-Bildung an.
Kapazitäten und technische Ausrichtung bis 2030
Der 1.850 Hektar große Standort in Liberty dient als zentraler Knotenpunkt für die Entwicklung und Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien. Die Inbetriebnahme der insgesamt 14 geplanten Produktionslinien erfolgt schrittweise bis zum Ende des Jahrzehnts. Dabei entfallen vier Linien auf klassische Hybrid-Fahrzeuge (HEV), während zehn Linien für die Bestückung von batterieelektrischen Autos (BEV) sowie Plug-in-Hybriden (PHEV) reserviert sind. Nach Abschluss der letzten Ausbaustufe stellt das Werk eine jährliche Gesamtkapazität von 30 Gigawattstunden bereit, um die steigende Nachfrage nach elektrifizierten Antrieben in Nordamerika zu bedienen. Das Projekt wurde 2021 angekündigt und der Baubeginn soll noch im selben Jahr erfolgen.
Belieferung der US-Modellpalette und neue Fahrzeugprojekte
Die in North Carolina gefertigten Batteriemodule werden bereits jetzt an das Toyota-Werk in Kentucky sowie das Gemeinschaftsunternehmen Mazda Toyota Manufacturing in Alabama versandt. Sie kommen dort in den Hybrid-Versionen der Modelle Camry, Corolla Cross und RAV4 zum Einsatz. Ein wesentlicher Bestandteil der Standortstrategie ist zudem die Produktion eines neuen, vollelektrischen SUV mit drei Sitzreihen. Dieses bisher namentlich ungenannte Modell wird das erste reine Elektroauto von Toyota sein, das direkt in den USA gefertigt wird. Seit dem Jahr 2000 hat Toyota in den USA bereits über 6,6 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge verkauft. Aktuell montiert das Unternehmen dort elf verschiedene Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modelle. Damit setzt das Unternehmen seinen Kurs fort, Fahrzeuge verstärkt in den Regionen zu bauen, in denen sie auch verkauft werden.
Wirtschaftspolitische Einordnung und künftige US-Investitionen
Mit dem Produktionsstart am 12. November 2025 in Liberty unterstreicht Toyota seine „Multi-Pathway-Strategie“, um verschiedene Antriebstechnologien parallel weiterzuentwickeln. Ted Ogawa, Präsident und CEO von Toyota Motor North America (TMNA), bezeichnete die Eröffnung als wichtigen Zeitpunkt. Die Fertigungsinvestition in Höhe von 10 Milliarden Dollar festige weiter das Engagement für Teammitglieder, Kunden, Händler, Gemeinschaften und Zulieferer.
„[Die Eröffnung des] US-Batteriewerks und die US-Investition von bis zu 10 Milliarden Dollar markieren einen entscheidenden Moment in der Geschichte unseres Unternehmens. Toyota ist ein Pionier bei elektrifizierten Fahrzeugen. Die bedeutende Fertigungsinvestition des Unternehmens in den USA und North Carolina festigt unser Engagement […].“ ‒ Ted Ogawa
US-Verkehrsminister Sean Duffy und Gouverneur Josh Stein werteten das Projekt als Zeichen für die Stärkung der US-Fertigung und der sauberen Energiewirtschaft in der Region Piedmont Triad. Über das aktuelle Projekt hinaus plant Toyota zudem, in den nächsten fünf Jahren bis zu 10 Milliarden US-Dollar zusätzlich in künftige US-Mobilitätsprojekte zu investieren. Damit steigen die Gesamtinvestitionen des Unternehmens in den USA seit dem Markteintritt vor fast 70 Jahren auf knapp 60 Milliarden US-Dollar.
„Toyotas Entscheidung, die Produktion in North Carolina auszuweiten, ist der jüngste Vertrauensbeweis in die Bemühungen der Regierung, die Produktion zurückzuholen, neue, großartig bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen und Milliarden von Dollar in die Wirtschaft einzuspeisen. Wir fangen gerade erst an!“ ‒ Sean Duffy
Regionale Auswirkungen und Engagement in der MINT-Bildung
Neben der Schaffung von 5.100 Arbeitsplätzen wurde die Anlage als moderner Arbeitsstandort mit Kindertagesstätte, medizinischer Klinik, Apotheke und Fitnesscenter konzipiert. Parallel dazu kündigte die Toyota USA Foundation die zweite Phase des Programms „Driving Possibilities“ an. In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation shift_ed fließen 2,7 Millionen US-Dollar in die Guilford County Schools und den Asheboro City School District. Ziel des Programms ist die Förderung der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Überdies soll es die Ausbildung künftiger Fachkräfte in der Region Piedmont Triad unterstützen. Zudem wird die Initiative durch die Toyota USA Foundation, Toyota Motor North America und Toyota Financial Services (TFS) finanziert.
„[Dies] wird unseren Schülern und ihren Familien lebensverändernde Möglichkeiten bieten. Toyota ist zu einem großzügigen Unterstützer und engagierten Akteur bei der Bereicherung unserer Schulbezirke geworden, indem es Innovationen anstößt und Neugier sowie Kreativität bei unseren Lernenden vom Klassenzimmer bis zum Beruf fördert. Programme wie diese sind unerlässlich, um Chancen- und Erfahrungslücken zu schließen und Schülern zu helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.“ ‒ Wendy Poteat
Quellen / Weiterlesen
Toyota startet Batteriefertigung in North Carolina | Battery News
Bildquelle: © Toyota

