Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) und der Systemintegrator TRICERA energy schlossen einen Vertrag über die Installation eines stationären Batteriespeichersystems. Dabei soll der Großspeicher eine Leistung von 10 MW sowie eine Kapazität von 21 MWh haben. In seiner Funktion als Generalunternehmer (EPC) verantwortet TRICERA energy dabei den gesamten Prozess von der Planung und Genehmigung bis zur schlüsselfertigen Inbetriebnahme der Anlage. Primär soll der Speicher die Netzstabilität durch Regelleistung stützen und den Energiehandel optimieren. Dadurch schafft das System die notwendige Flexibilität, um fluktuierende erneuerbare Energien effizient in die regionale Infrastruktur zu integrieren.
Projektierung und technischer Leistungsumfang
Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) beauftragten das Unternehmen TRICERA energy mit der Errichtung eines großskaligen Batteriespeichersystems. TRICERA fungiert dabei als sogenannter EPC-Partner (Engineering, Procurement, Construction) und trägt somit die Verantwortung für das gesamte Projekt ‒ von der technischen Planung und dem Komponenteneinkauf über den Bau bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe. Ferner sorgt TRICERA in der Rolle des Systemintegrators dafür, dass die komplexen Einzelkomponenten (z.B. Batteriezellen und Wechselrichter) softwareseitig perfekt zusammenarbeiten. Das System ist auf eine Leistung von 10 MW und eine nutzbare Speicherkapazität von 21 MWh ausgelegt.
Netzstabilität und Energiehandelsoptimierung
Aus technischer Sicht bietet das Speichersystem den Vorteil, dass es für ein duales Einsatzszenario konzipiert ist. Hauptsächlich dient es der Bereitstellung von Regelleistung (PRL/SRL), um die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz zu halten. Dabei gleicht das System Schwankungen in Sekundenschnelle aus, indem es bei einem Überangebot im Stromnetz Energie aufnimmt und diese bei Unterversorgung wieder einspeist.
Zum anderen ermöglicht das System über die Netzstabilisierung hinaus eine strategische Teilnahme am Energiehandel. Durch die gezielte Zwischenspeicherung von Strom – insbesondere aus Photovoltaikanlagen – können die Stadtwerke flexibler auf Preissignale am Energiemarkt reagieren. Diese bedarfsgerechte Einspeisung trägt somit dazu bei, die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien zu erhöhen und die lokale Versorgungsstruktur zu stabilisieren. Klaus Eder, Geschäftsführer der SWU, unterstreicht die strategische Bedeutung dieser Investition:
„Mit dem Batteriespeichersystem schaffen wir zusätzliche Flexibilität für unser Energieportfolio. Wir können erneuerbare Energie gezielt speichern und bedarfsgerecht einsetzen. Das gilt insbesondere beim Einsatz für den Energiehandel. Damit stärken wir den wirtschaftlichen Einsatz von Photovoltaikstrom und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Energieversorgung für die Bürgerinnen und Bürger.“
Strategische Bedeutung für die kommunale Energieinfrastruktur
Schließlich verdeutlicht das Projekt, welche zentrale Rolle die Stadtwerke bei der praktischen Umsetzung der Energiewende einnehmen. Durch die Integration des Großspeichers schaffen die SWU notwendige Flexibilitäten, um den steigenden Anteil dezentraler und fluktuierender Energiequellen in das lokale Netz zu integrieren. Tim Müller, Geschäftsführer der TRICERA energy, betont außerdem:
„Das Batteriespeicher-Projekt mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm zeigt erneut, wie gut Stadtwerke und TRICERA zusammenpassen. Beim Gelingen der Energiewende nehmen Stadtwerke eine bedeutende Rolle ein.“
Für TRICERA energy stellt der Auftrag eine Erweiterung des Portfolios im Stadtwerke-Segment dar; er folgt auf bereits realisierte Projekte mit kommunalen Partnern wie dem Stadtwerke-Verbund Trianel und den Stadtwerken in Karlsruhe und in Schneeberg. Das Vorhaben zeigt zudem exemplarisch, wie Stadtwerke durch technische Infrastrukturmaßnahmen, die regionale Stromversorgung durch moderne Speichertechnologien flexibler, unabhängiger und nachhaltiger gestalten.
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Bildquelle: © TRICERA energy


