Ford verhandelt mit dem chinesischen Batteriehersteller BYD über Lieferungen der Blade-Batterien für eine globale Hybrid-Offensive. Diese Neuausrichtung folgt auf die Auflösung des 11,4 Milliarden US-Dollar schweren Joint Ventures mit SK On im Dezember 2025. Während viele Hersteller ihre E-Ziele revidieren, setzt Ford auf die kosteneffiziente LFP-Technik von BYD, um Hybride bezahlbar zu machen. Erst kürzlich unterstrich BYD das Vertrauen in die eigene Technik und weitete die Batteriegarantie in Europa auf 8 Jahre bzw. 250.000 Kilometer aus ‒ ein wichtiger Schritt für Ford, um die langfristige Modellstrategie international zu stabilisieren.
Ford und BYD: Das Wichtigste in Kürze
- Batterie-Deal: Ford plant BYD-Zellen für die weltweite Hybrid-Flotte außerhalb der USA.
- Strategie: 19,5 Mrd. USD Abschreibung und Stromer-Aus erzwingen Kurswechsel.
- Allianz-Aus: Ende 2025 lösten Ford und SK On 11,4 Mrd. USD Joint Venture auf.
- Technik: Ford wechselt von teuren NCM-Zellen zur langlebigen LFP-Blade-Batterie.
- BYD-Batteriegarantie (8 Jahre/250.000 km) kontert Brand-Rückrufen bei Ford-Hybriden.
- Produktion: Fokus auf Werke in Köln, Valencia und der Türkei, um Zölle zu umgehen.
Der Fokus auf Hybridfahrzeuge als strategische Neuausrichtung
Der US-Automobilhersteller Ford verhandelt mit BYD über Batteriezellen für Hybridmodelle außerhalb der USA. Die Gespräche folgen auf die im Dezember 2025 verkündete Abschreibung von 19,5 Milliarden US-Dollar und das Aus für mehrere reine Elektromodelle (BEV). Der Fokus auf kosteneffiziente Hybride ist die Reaktion auf die weltweit abkühlende Nachfrage nach reinen Stromern und den Preisvorteilen chinesischer Anbieter.
Infolge gestoppter NCM-Großprojekte setzt Ford für seine Hybrid-Offensive nun auf die kosteneffizientere LFP-Technik (Lithium-Eisenphosphat) von BYD. LFP-Zellen wie die Blade-Batterie verzichten auf teure Rohstoffe und bieten eine höhere Zyklenfestigkeit. Dabei greift Ford auf bewährte Strukturen zurück, denn in China nutzt Ford diese Technik bereits seit 2021 im Mustang Mach-E und im Bronco; die aktuellen Verhandlungen zielen darauf ab, diese Lieferkette auf internationale Standorte außerhalb der USA zu übertragen.
Geografische Strategie für eine globale Produktion abseits der US-Zölle
Die Kooperation konzentriert sich vor allem auf Ford-Standorte außerhalb des US-Heimatmarktes. Als potenzielle Fabriken für BYD-Zellen gelten Valencia (Spanien), Köln/Saarlouis (Deutschland) sowie Standorte in der Türkei (Ford Otosan) und Thailand. Mit dieser geografischen Trennung umgeht Ford politische Hürden und Strafzölle, die den Import chinesischer Batterietechnik in die USA derzeit erschweren und nahezu unmöglich machen.
Besonders in Europa nutzt Ford die lokale Nähe zu BYDs wachsendem Produktionsnetzwerk logistische Vorteile – z.B. neue Werke in der Türkei und Ungarn. Während der US-Markt regulatorisch bedingt außen vor bleibt, dient Europa und Asien als Testfeld, um die kosteneffiziente LFP-Technik in der Breite auszurollen und den Anschluss an die preiswerte Konkurrenz zu wahren.
Neuer Partner als Konsequenz der gescheiterten Allianz mit SK On
Die BYD-Partnerschaft resultiert aus gescheiterten Allianzen mit den südkoreanischen Partnern SK On und LG Energy Solution (LGES). Im Dezember 2025 beendeten Ford und SK On ihr 11,4 Milliarden US-Dollar schweres Joint Venture „BlueOval SK“. Die beiden Partner teilten die US-Standorte unter sich auf: Ford übernahm die Werke in Kentucky und SK On den Standort Tennessee.
Bereits Ende 2023 scheiterte zudem eine gemeinsame Gigafactory in der Türkei mit der Koç Holding und LG Energy Solution (LGES). Zusätzlich kündigte Ford im Dezember 2025 einen 6,5-Milliarden-Dollar-Liefervertrag mit LGES für Europa. Demnach scheint der Wechsel zu BYD die direkte Antwort die gescheiterten Allianzen und das Ende einer kostspieligen Ära zu sein. Da die Nachfrage nach reinen Elektroautos stagniert, sichert sich Ford durch die preiswertere LFP-Technik von BYD die wirtschaftliche Basis für seine globale Hybrid-Offensive mit bezahlbaren Fahrzeugen für den Massenmarkt.
Warum ist die LFP-Technologie die bessere Hybrid-Basis?
Der Wechsel von der Nickel-Kobalt-Chemie (NCM) von SK On zur LFP-Technik von BYD ist nicht nur kostengünstiger, sondern bietet auch technische Vorteile. Obschon NCM-Zellen eine hohe Energiedichte haben, ist die Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) deutlich robuster gegenüber den extremen Belastungszyklen in Hybridfahrzeugen. Da die kleineren Batterien in Hybridfahrzeugen wesentlich häufiger geladen und entladen werden, ist die Zyklenfestigkeit der BYD-Blade-Batterie ein wichtiger Vorteil. Laut Hersteller bestehen die Blade-Batterien bis zu 5.000 Zyklen ohne nennenswerten Kapazitätsverlust.
Darüber hinaus ermöglicht BYDs Cell-to-Pack-Technologie eine über 50 % effizientere Bauraumnutzung gegenüber herkömmlichen Modulbauweisen. Die Integration in komplexe Hybrid-Antriebe wird einfacher und durch den Verzicht auf Kobalt rund 30 % kostengünstiger. Für Ford ist diese Kombination aus Langlebigkeit und niedrigen Systemkosten die einzige Möglichkeit, die neue Hybrid-Offensive nach den Milliardenverlusten der BEV-Sparte profitabel zu skalieren.
Das Qualitäts-Signal: Garantie als Vertrauensanker
Dass Ford verstärkt auf europäische Standorte und BYD-Technologie setzt, ist durch aktuelle Entwicklungen in Europa verständlich. Erst im Januar 2026 weitete der Hersteller die BYD-Batteriegarantie auf 8 Jahre oder 250.000 Kilometer aus. Somit ist dieser Schritt für Ford ein starkes Argument für die Kundenkommunikation. Folglich lässt sich die Entscheidung für den chinesischen Lieferanten nicht nur über den Preis, sondern auch über eine verbesserte Langzeithaltbarkeit rechtfertigen.
Schließlich dient diese Garantie als notwendiger Vertrauensanker nach massiven Rückschlägen, wie dem Produktionsstopp des F-150 Lightning wegen Batteriebränden und den Rückrufen beim Kuga PHEV (zuletzt Code 25SC4, Januar 2026). – muss der Konzern die Zuverlässigkeit seiner neuen Hybrid-Flotte garantieren. Die Blade-Batterie bietet die Chance, die Qualitätsprobleme der SK-On-Ära hinter sich zu lassen und die Hybrid-Offensive auf einer stabilen Basis auszurollen.
Quellen / Weiterlesen
Ford prüft Batterie-Kooperation mit BYD für Hybridfahrzeuge | Battery News
Ford and BYD discuss hybrid battery supply outside US – report | Just Auto
Ford in talks with BYD for hybrid vehicle batteries – WSJ | Investing
Ford Hybrids May Use Cutting-Edge Batteries From China’s BYD: Report | Inside EVs
NMC vs. LiFePO4: Strategische Auswahl und Kompromisse bei der Batteriechemie für Industrieroboter | Large Battery
Bildquelle: © Ford

