SVolt: Serienproduktion von Semi-Feststoffakkus

SVolt startet 2026 Serienproduktion von Semi-Feststoffakkus (270 Wh/kg). BMW-Marke Mini als Abnehmer für 2027 geplant.

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SVolt Energy plant, ab 2026 mit der Serienfertigung der ersten Generation seiner Semi-Feststoffbatterien zu beginnen. Die quadratischen Zellen erreichen eine Energiedichte von 270 Wh/kg und gehen zeitnah in die C-Muster-Testproduktion. Zudem ist eine dedizierte Fertigungslinie mit 2,3 GWh Kapazität bereits installiert. Die Technologie setzt auf nicht-brennbare, feste Elektrolyte, um die thermische Stabilität gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus zu erhöhen. Abnehmer sind ein chinesisches Flugtaxi-Projekt (eVTOL) sowie eine europäische Automarke; Berichten zufolge wird auch die BMW-Marke Mini ab 2027 beliefert. Parallel entwickelt das Unternehmen bis 2028 bereits Nachfolgegenerationen mit Zielwerten von bis zu 450 Wh/kg.

Produktionsstart ab 2026 mit einer Kapazität von 2,3-GWh

Für 2026 plant SVolt den Übergang zur Serienfertigung seiner ersten Generation von Semi-Festkörperbatterien. Wie CEO Yang Hongxin auf der World Power Battery Conference 2025 im November bestätigte, nahm das Unternehmen bereits eine dedizierte Produktionslinie mit einer jährlichen Kapazität von 2,3 GWh in Betrieb. Aktuell bereitet der Hersteller die sogenannte C-Muster-Testproduktion vor. Dies ist eine entscheidende Phase kurz vor der industriellen Anwendung, in der die Zellen in größeren Chargen unter realitätsnahen Bedingungen gefertigt werden.

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Technische Spezifikationen und Entwicklungsstufen

Die technologische Roadmap von SVolt ist eng an die Anforderungen der jeweiligen Zielmärkte gekoppelt. Da die Energiedichte (Wh/kg) maßgeblich über das Gewicht und die Reichweite entscheidet, verfolgt das Unternehmen einen schrittweisen Ansatz. Zunächst erhöht das Unternehmen die Sicherheit durch den partiellen Ersatz flüssiger Elektrolyte. Anschließend optimiert man in den Folgegenerationen die Materialzusammensetzung der Anode und Kathode. Dieser mehrstufige Plan stellt sicher, dass die Produktionstechnologie mit den steigenden Anforderungen an die Speicherkapazität mitwachsen kann, ohne die Prozessstabilität zu gefährden. Konkret sieht die Entwicklung folgende Stufen vor:

  • Generation 1 (Serienreife): Fokus auf quadratische Zellen mit 270 Wh/kg. Diese dienen als robuster Ersatz für herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus in der aktuellen Fahrzeuggeneration.
  • Generation 2 (in Entwicklung): Zielwert von 400 Wh/kg. Verfeinerung der chemischen Zusammensetzung, um höhere Reichweiten bei gleichem Bauraum zu ermöglichen.
  • Zukunftsausblick bis 2028: Abschluss der Entwicklung von Pouch-Zellen mit 450 Wh/kg. Diese extrem leichten Zellen sind speziell für gewichtskritische Anwendungen in der elektrischen Luftfahrt konzipiert.

Sicherheitsvorteile durch modifizierte Elektrolyte

Ein zentraler technischer Fokus liegt auf der thermischen Stabilität. Herkömmliche ternäre Lithium-Batterien sind zwar leistungsstark und die beliebte Wahl für High-End-EVs, aber anfällig für thermisches Durchgehen (Thermal Runaway). Sie machen rund 70% der durch thermisches Durchgehen verursachten EV-Brände aus. SVolt ersetzt den flüssigen Elektrolyten teilweise durch nicht-brennbare und nicht-korrosive Feststoffe. Laut Hersteller verhindert diese Modifikation die Brandgefahr bei mechanischer Beschädigung oder Überhitzung, ohne die Herstellungskosten signifikant in die Höhe zu treiben oder die Leistungsdaten zu verschlechtern.

Einsatzgebiete in der Automobilindustrie und Luftfahrt

Darüber hinaus hat SVolt bereits konkrete Liefervereinbarungen getroffen. Ein bedeutender Abnehmer ist ein ungenannter europäischer Automobilhersteller. Ferner erfolgt die Belieferung der BMW-Marke Mini ab 2027 primär mit prismatischen 140-Ah-Zellen. Dieser Typ ist der Standard für die Automobilindustrie, da sich die starren Gehäuse leicht kühlen lassen und die nötige Robustheit für den Alltagseinsatz bieten.

Im Gegensatz dazu sind die geplanten Pouch-Zellen (bis 450 Wh/kg) für die eVTOL-Projekte entscheidend. Sie sollen ein Projekt für elektrische senkrecht startende Flugzeuge (eVTOL) eines chinesischen Staatsunternehmens antreiben, wobei erste Testflüge bereits für Ende 2025 avisiert sind. Da in der Luftfahrt jedes Gramm zählt, ermöglicht der Verzicht auf ein schweres Metallgehäuse eine maximale Energiedichte.

Markteinordnung und Wettbewerb

SVolt, 2018 aus dem Automobilkonzern Great Wall Motor (GWM) hervorgegangen, hat sich als fester Bestandteil der globalen Batterieindustrie etabliert. Mit einem Marktanteil von rund 2,7% belegt das Unternehmen aktuell Platz 7 unter den größten Batterieproduzenten in China. Neben der Zellchemie deckt SVolt zudem die gesamte Wertschöpfungskette ab – von Batteriematerialien über Batteriemanagementsysteme (BMS) bis hin zu stationären Energiespeichern.

Im Vergleich dazu plant der Wettbewerber Dongfeng Motor für September 2026 die Massenproduktion von Zellen mit 350 Wh/kg, was Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen soll. SVolt liegt mit seiner ersten Generation (270 Wh/kg) zwar zunächst unter diesem Wert, zielt jedoch darauf ab, mit der bereits in Entwicklung befindlichen zweiten Generation (400 Wh/kg) Dongfeng technisch zu überholen.

Quellen / Weiterlesen

SVolt kündigt Serienproduktion von Semi-Feststoffbatterien an | Battery News
Svolt Energy to start volume deliveries of 1st-gen semi-solid-state batteries in 2026 | CnEVPost
Bildquelle: © SVolt

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