Kyocera und Maxell testen Feststoffakkus in Industrierobotern

Kyocera und Maxell testen All-Solid-State-Batterien in Industrierobotern. Ziel: 10 Jahre Lebensdauer und weniger Abfall.

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Kyocera und Maxell starteten am japanischen Standort Kagoshima Sendai den Testbetrieb für All-Solid-State-Batteriemodule in der industriellen Fertigung. Seit Dezember 2025 kommen die wiederaufladbaren Einheiten vom Typ PSB401010H in Industrierobotern und Steuergeräten zum Einsatz. Ziel der Kooperation ist es, herkömmliche Primärbatterien zu ersetzen, die man bisher alle 1 bis 2 Jahre tauschen musste. Durch die Kombination aus Maxell Batterietechnologie und hitzebeständigen Keramikgehäusen von Kyocera soll die Lebensdauer der Stromversorgung auf über 10 Jahre steigen. Dies reduziert nicht nur deutlich den Wartungsaufwand, sondern minimiert auch die Menge an anfallendem Industrieabfall.

Überblick: All-Solid-State-Batterietest von Kyocera und Maxell

  • Standort: Pilotbetrieb im Kyocera-Werk Kagoshima Sendai (Japan).
  • Technik: Wiederaufladbare All-Solid-State-Module vom Typ PSB401010H.
  • Konstruktion: Maxell-Zellen in luftdichten Kyocera-Keramikgehäusen.
  • Wartungsvorteil: Betrieb über 10 Jahre statt bisher 1–2 Jahre.
  • Nachhaltigkeit: Weniger Industrieabfall durch Ersatz von Einwegbatterien.
  • Ziel: Standortweite Ausweitung und Steigerung der Kapazität.

Technik: Maxell-Zellen in Kyocera-Keramikgehäusen

Der aktuelle Testlauf für Halbleiterkeramikgehäuse am Kyocera-Standort konzentriert sich primär auf die technische Zuverlässigkeit der eingesetzten Module. Dabei nutzt das Projekt eine spezifische Materialkombination, um die physikalischen Grenzen bisheriger Energiespeicher in der Produktion zu erweitern. Maxell liefert hierfür die All-Solid-State-Zellen, während Kyocera die passenden Gehäuse bereitstellt. Diese Keramikgehäuse sind so konstruiert, dass sie eine außergewöhnliche Hitzebeständigkeit sowie eine dauerhafte Luftdichtigkeit gewährleisten.

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Infolgedessen bleibt die Leistungsfähigkeit der Batterien auch unter den anspruchsvollen Bedingungen einer automatisierten Fertigung stabil. Da Industrieroboter oft in thermisch belasteten Umgebungen agieren, gilt diese robuste Bauweise als wichtiger Vorteil gegenüber konventionellen Lösungen. Die technische Integration der Module erfolgt direkt in den Stromversorgungsmodulen der Roboter, um eine nahtlose Energieversorgung der internen Steuergeräte sicherzustellen.

Wirtschaftlichkeit durch reduzierte Wartungsintervalle

In Produktionsumgebungen verursachen regelmäßige Wartungsarbeiten an der Elektronik beachtliche Kosten und führen meist auch zu zeitlichen Ausfällen. Bisher kommen in den meisten industriellen Anlagen nicht wiederaufladbare Primärbatterien zum Einsatz, deren Kapazität nach maximal 2 Jahren erschöpft ist. Folglich müssen Techniker diese Komponenten in festen Intervallen austauschen, was neben dem Personalaufwand auch Industrieabfälle generiert.

Vorteile der Feststoffbatterien von Maxell und Kyocera im Überblick:

  • Verlängerte Nutzungsdauer: Die neuen Festkörper-Akkus ermöglichen einen Betrieb von über einem Jahrzehnt ohne Austausch.
  • Abfallvermeidung: Durch den Wegfall der Einwegbatterien sinkt die Umweltbelastung an den Produktionsstandorten spürbar.
  • Erhöhte Sicherheit: Feststoffbatterien gelten aufgrund ihres festen Elektrolyten als wesentlich sicherer im Vergleich zu flüssigkeitsbasierten Systemen.
  • Prozessstabilität: Weniger manuelle Eingriffe an den Steuergeräten minimieren das Risiko von ungeplanten Stillstandszeiten während der Fertigung.

Strategische Ausweitung und technologische Weiterentwicklung

Auf Basis der Ergebnisse aus der Pilotphase in Kagoshima Sendai prüft Kyocera bereits jetzt Möglichkeiten, den Einsatz dieser Technologie auf weitere Standorte auszuweiten. Das Unternehmen verfolgt damit das langfristige Ziel, die Umweltbelastung durch die eigene Produktion enorm zu senken und die Effizienz der Anlagenwartung zu steigern. Gleichzeitig treibt Maxell die Entwicklung der All-Solid-State-Batterien kontinuierlich voran, wobei der Fokus vor allem auf den vier Kernbereichen Zuverlässigkeit, Hitzebeständigkeit, Leistung und Versorgungskapazität liegt.

Durch die gezielte Optimierung möchte man künftig auch Anwendungsfelder erschließen, die mit herkömmlichen Batterietechnologien technisch nicht realisierbar waren. Letztlich zeigt dieses Projekt, dass langlebige Energiespeicher künftig ein essenzieller Baustein für eine nachhaltige industrielle Automatisierung sind. Sollten die Testergebnisse die Erwartungen bestätigen, könnten wiederaufladbare Festkörperlösungen bald zur Standardausstattung in modernen Fabriken weltweit gehören.

Quellen / Weiterlesen

Kyocera startet in seinem Werk in Kagoshima Sendai den Testbetrieb von Industrierobotern, die mit All-Solid-State-Batteriemodulen von Maxell betrieben werden | Kyocera Germany
Kyocera und Maxell: Kommt die Festkörperbatterie für die Fabrikautomation? | Vision Mobility
Bildquelle: © Kyocera Germany

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