Batterie-Joint-Venture von SK On und Ford beendet

SK On und Ford beenden US-Batterie-Joint-Venture. Fokus auf Energiespeicher wegen sinkender E-Auto-Nachfrage und Schulden.

0
128
batterien-sk-on

Der südkoreanische Batteriehersteller SK On und Ford Motor beenden ihr 11,4 Milliarden Dollar schweres Joint Venture in den USA. Grund für die strategische Neuausrichtung sind die sinkende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sowie das Auslaufen von US-Subventionen. Im Zuge der Aufspaltung übernimmt Ford die alleinige Kontrolle über die Werke in Kentucky, während SK On das Werk in Tennessee übernimmt. SK On plant, sich künftig verstärkt auf das wachsende Geschäft mit Energiespeichersystemen (ESS) zu konzentrieren, um die Rentabilität zu steigern und Fixkosten zu senken. Der Produktionsstart in Tennessee bleibt aufgrund des Eigentumsübergangs vorerst flexibel.

Neuordnung der Besitzverhältnisse in Kentucky und Tennessee

Die 2022 begonnene Partnerschaft, in die beide Unternehmen insgesamt 11,4 Milliarden US-Dollar investierten, wird neu strukturiert. Folglich teilen die Partner die Zuständigkeiten für ihre gemeinsamen Standorte neu auf. Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt eine Tochtergesellschaft von Ford das vollständige Eigentum an den beiden Batteriewerken in Kentucky. SK On hingegen erhält die alleinige Verantwortung für das Werk in Tennessee. Die Trennung soll es beiden Unternehmen ermöglichen, ihre Kapazitäten unabhängig voneinander zu steuern. Während Ford seine US-Produktion in Kentucky bündelt, verschiebt sich der Fokus für die Anlage in Tennessee unter der Regie von SK On. Da der Eigentumsübergang in Tennessee noch Zeit in Anspruch nimmt, bleibt der genaue Termin für den dortigen Produktionsstart vorerst offen.

Anzeige

Strategische Reaktion auf sinkende Nachfrage und fehlende Subventionen

Der Grund für das Ende der Zusammenarbeit ist das schwache Geschäft mit Elektroautos in den USA. Die Nachfrage nach Elektroautos hat sich deutlich abgekühlt, was durch das Ende der staatlichen Kaufprämie von 7.500 US-Dollar im September 2025 verschärft wurde. Ford-Chef Jim Farley prognostizierte daraufhin einen möglichen Absatzeinbruch bei E-Autos von rund 50 Prozent. Zudem zwingt der Wegfall weiterer US-Subventionen die Hersteller dazu, ihre Kostenstrukturen grundlegend zu überdenken. In diesem Umfeld erwies sich das ursprüngliche Großprojekt als unrentabel. Die ursprüngliche Planung des Joint Ventures passte nicht mehr zur aktuellen Marktrealität, was eine Neubewertung der gemeinsamen Investitionen notwendig machte.

Fokus auf Energiespeichersysteme als neues Kernsegment

SK On will die frei werdenden Kapazitäten nutzen, um Batterien für große Energiespeicher (ESS) zu bauen. Da die Zellchemie von EV-Batterien und stationären Speichern ähnlich ist, können Kapazitäten flexibler genutzt werden. Diese Speicher gewinnen unter anderem für die Versorgung von Rechenzentren an Bedeutung. Ein wichtiger Schritt hierbei ist die Kooperation mit Flatiron Energy zur Lieferung von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), womit SK On seine Abhängigkeit von der Automobilindustrie reduziert.

Wirtschaftliche Konsolidierung und Reduzierung der operativen Verluste

Die Restrukturierung ist auch eine Reaktion auf die angespannte finanzielle Lage von SK On. Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal 2025 einen operativen Verlust von 124,8 Milliarden Won (ca. 84,72 Millionen Dollar), was fast einer Verdoppelung des Vorquartalsverlusts entspricht. Demzufolge machten die wirtschaftlichen Kennzahlen deutlich, wie wichtig ein zeitnaher Handlungsbedarf ist. Die Auflösung des Joint Ventures soll dazu beitragen, die hohen Fixkosten zu senken und die Verschuldung abzubauen. Durch die Neuausrichtung der Kapazitäten will das Unternehmen schneller auf Marktschwankungen reagieren und seine Profitabilität stabilisieren.

Branchenweiter Trend ‒ Anpassung südkoreanischer Zellhersteller

SK On ist mit dieser Kurskorrektur kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Entwicklung. Auch andere führende südkoreanische Produzenten wie LG Energy Solution und Samsung SDI reagieren auf die geänderten Rahmenbedingungen in den USA. Somit baut auch die Konkurrenz ihre US-Werke um. Weil die staatliche Unterstützung in den USA nachlässt, funktionieren viele Hersteller ihre Produktionslinien für E-Auto-Batterien derzeit zu Anlagen für Energiespeicher um. Dadurch versucht die gesamte Branche, auf die Krise am Elektroauto-Markt zu reagieren.

Quellen / Weiterlesen

SK On und Ford beenden Batterie-Joint-Venture in den USA | Battery News
South Korea’s SK On, Ford Motor to end US battery joint venture | Reuters
Bildquelle: © Ford Motor Company

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein