Laut aktuellen Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stieg der Anteil regenerativer Quellen am Bruttoendenergieverbrauch moderat auf 23,8%. Dies entspricht einem Plus von 1,3 Prozentpunkten gegenüber 2024. Während ein windschwaches Frühjahr und extreme Trockenheit die Erträge aus Wind- und Wasserkraft dämpften, kompensierte der starke Zubau von 91,6 Terrawattstunden (TWh) im Photovoltaik-Sektor diese Defizite. Dennoch bleibt Windenergie mit 134 TWh der wichtigste Stromlieferant, gefolgt vom zweitwichtigsten Stromträger im deutschen Strommix, der Photovoltaik. Auch im Verkehr steigt der Einsatz von Biokraftstoffen und grünem Strom. Trotz dieser günstigen Fortschritte zeigt sich auch, dass Deutschland im Rahmen der Energiewende seine Klimaziele für 2030 nur schwer erreichen kann, sofern kein deutlich schnellerer Ausbau von Windkraft, Netzen und Speichern stattfindet.
Kennzahlen zur Statistik Erneuerbare Energien 2025
- Gesamtanteil: Anstieg der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf 23,8%.
- Strommix: Erneuerbarer Anteil am Bruttostromverbrauch steigt auf 55,1%.
- Top-Energieträger: Windkraft (134 TWh) wichtigste Energiequelle; PV (91,6 TWh) auf Platz 2.
- Solar-Zubau: Rekordwert von 17.600 MW Neuinstallationen; PV-Gesamtleistung fast 120 GW.
- Windkraft: Zubau nimmt mit 5.100 MW wieder Fahrt auf; Gesamtkapazität bei 77.900 MW.
- Wärmesektor: Anteil steigt auf 19,0%; Biomasse dominiert mit 84 %; Wärmepumpen +17%.
- Verkehr: Erneuerbarer Anteil 8,0%; getrieben durch Biokraftstoffe (+9 %) und Grünstrom (+12%).
- Klimaschutz: 265 Mio. t vermiedene CO2-Äquivalente durch regenerative Energieträger.
Stromsektor: Photovoltaik rückt auf Platz zwei vor
Trotz schwieriger Witterungsbedingungen stieg der Ökostrom von ca. 287 TWh auf 290 TWh – ein Plus von rund 1 Prozent – der Eckpfeiler der gesamtdeutschen Versorgung. Da die Stromnachfrage insgesamt leicht sank, kletterte der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch von 54,4% auf 55,1%. Wind- und Solarkraft sind dabei für über drei Viertel des erneuerbaren Stroms verantwortlich.
- Windenergie: Mit 134 TWh (Land und See) bleibt die Windkraft die wichtigste Quelle. Der Zubau hat sich mit einem Plus von 5.100 Megawatt (MW) deutlich beschleunigt, was die installierte Gesamtleistung auf 77.900 MW hob.
- Photovoltaik: Mit einer neu installierten Leistung von 17.600 MW erreichte der gesamte PV-Anlagenpark fast 120 Gigawatt (GW). Dies entspricht einer Steigerung der installierten Gesamtleistung um rund 17% gegenüber dem Vorjahr. Somit ist Solarstrom nun der zweitwichtigste Energieträger, noch vor Braunkohle und Erdgas. Die tatsächliche Stromerzeugung durch den starken Zubau und sonnenreiche Phasen stieg um 21% auf insgesamt 91,6 TWh. Somit ist Solarstrom der zweitwichtigste Energieträger, noch vor Braunkohle und Erdgas.
- Wasserkraft und Biomasse: Die Wasserkraft litt enorm unter der Trockenheit und lag daher weit unter dem Vorjahreswert. Auch die Stromerzeugung aus Biomasse und biogenem Abfall verzeichnete einen leichten Rückgang.

Vergleich der Kennzahlen 2024 vs. 2025
*Berechnet aus den Prozentangaben des Umweltbundesamt.
Verkehrssektor zeigt langsamen Aufwärtstrend
Der Verkehrsbereich weist weiterhin die geringste Durchdringung mit erneuerbaren Energien auf. Dennoch stieg der Verbrauch erneuerbarer Energieträger in diesem Sektor um 10% auf knapp 48 TWh an. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch zwei Faktoren getrieben. Zum einen stieg der Einsatz von Biokraftstoffen um gut 9%, zum anderen wurde im Verkehr 12% mehr erneuerbarer Strom verbraucht als im Vorjahr. Da gleichzeitig auch der gesamte Endenergieverbrauch im Verkehr um rund 2% zunahm, erhöhte sich der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Sektorverbrauch von 7,4% im Vorjahr auf nunmehr 8,0%.
Wärmesektor: Biomasse dominiert, Wärmepumpen holen auf
Im Bereich der Wärmewende stieg die erzeugte Menge aus erneuerbaren Quellen um knapp 6% auf insgesamt 210 TWh an. Parallel dazu erhöhte sich der Anteil dieser Energieträger am gesamten Wärmebedarf von 18,2% auf 19%, was einem Zuwachs von 0,8 Prozentpunkten entspricht. Die Nutzung von Biomasse nahm insgesamt um 5% zu, was primär auf die kühlere Witterung im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen ist.
Übersicht der erneuerbaren Wärmequellen 2025

Klimaschutz und Zielerreichung bis 2030
Der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien leistet zudem einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz, was sich vor allem durch eine signifikante Reduzierung der CO2-Emissionen zeigt. Im Jahr 2025 wurden durch den Einsatz regenerativer Energieträger in Deutschland insgesamt 265 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Diese Einsparungen verteilen sich ungleichmäßig auf verschiedene Sektoren. Mit 207 Millionen Tonnen entfällt somit der mit Abstand größte Anteil auf den Stromsektor, gefolgt vom Wärmesektor mit 43 Millionen Tonnen und dem Verkehr mit rund 15 Millionen Tonnen.
Diese Zahlen verdeutlichen zwar die Fortschritte, zeigen aber auch die Notwendigkeit weiterer Bemühungen auf. Um den im Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) festgelegten Zielwert von 41% Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 zu erreichen, muss das Ausbautempo signifikant gesteigert werden. Experten sehen deshalb vor allem beim Ausbau von Windkraftanlagen, Wärmepumpen, Stromnetzen und der Elektrifizierung des Verkehrs weiterhin großen Handlungsbedarf.
Herausforderungen und häufige Kritikpunkte
Der Ausbau erneuerbarer Energien wird in Deutschland weiterhin kontrovers diskutiert, wobei kritische Stimmen meist steigende Netzausbaukosten, den Flächenbedarf von Wind- und Solaranlagen sowie die Versorgungssicherheit bei schwankender Erzeugung anführen. Da Photovoltaik und Windenergie stark wetterabhängig sind, müssen Stromnetze und flexible Kraftwerke zunehmend größere Schwankungen ausgleichen. Branchenexperten betonen deshalb, dass parallel zum Ausbau der Erzeugung Investitionen in Netze, Stromspeicher und Flexibilitätsoptionen unerlässlich sind.
Ein häufiger Kritikpunkt betrifft sogenannte „Dunkelflauten“, also Zeiträume mit minimaler Wind- und Sonneneinstrahlung. Energieexperten verweisen jedoch darauf, dass ein kombinierter Mix aus verschiedenen regenerativen Quellen, Speichersystemen und europäischen Stromverbindungen, die Schwankungen zunehmend ausgleichen können. Dennoch bleibt die Frage nach ausreichenden Backup-Kapazitäten ein wichtiger Bestandteil der energiepolitischen Diskussion, um Kimaziele und die Stabilität der Energieunion zu gewährleisten.
Hintergrund zur Datenbasis
Die Erhebung und Bilanzierung dieser Daten erfolgt durch die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), wobei die Geschäftsstelle beim Umweltbundesamt (UBA) angesiedelt ist. Die Daten dienen als Grundlage für nationale und internationale Berichtspflichten.
Quellen / WeiterlesenErneuerbare Energien in Deutschland: Wachstum 2025 verhalten | Umweltbundesamt
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