Laut einer aktuellen E.ON-Umfrage gewinnt die zeitliche Flexibilisierung des Stromverbrauchs in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Während rund 40% der Befragten die Anpassung an das Ökostromangebot grundsätzlich befürworten, plant fast jeder Vierte für 2026 bereits die konkrete Umsetzung. Ziel ist es, den Betrieb steuerbarer Geräte wie E-Autos oder Wärmepumpen gezielt in Zeiten hoher Netzkapazität zu verschieben. Ziel dieser „Flexibilität“ ist es, Verbrauchsspitzen zu glätten und Haushalte finanziell an der Nutzung günstigerer Energiephasen zu beteiligen. Laut Prognosen lässt sich bis 2030 durch gezielte Lastverschiebungen ein energetisches Potenzial von jährlich rund 31 Terawattstunden nutzbar machen.
Rückblick und Wachstumspotenzial bis 2030
Bereits im Jahr 2025 gaben rund 27% der Befragten an, aktiv Energie gespart zu haben, während jeder Zehnte bereits auf flexible Verbrauchszeiten achtete. E.ON sieht hier ein enormes Wachstumspotenzial. Während das verschiebbare Energievolumen für 2025 auf 15,6 Terawattstunden geschätzt wird, soll sich dieser Wert durch die gezielte Lastenverschiebung bis 2030 auf rund 31 Terawattstunden im Jahr verdoppeln. Diese Kapazität ist ein entscheidender Baustein, um das Stromsystem effizienter zu steuern und die Integration erneuerbarer Energien zu sichern. Um auch die bisher unentschiedenen 22% sowie die restlichen 39% der Verbraucher zu gewinnen, setzt E.ON verstärkt auf Tarife, die Flexibilität durch direkte Prämien belohnen, ohne die Kunden den vollen Schwankungen der Börsenpreise auszusetzen.
Vom Nischenkonzept zum Massenmarkt
Die öffentlichen Diskussionen des vergangenen Jahres über dynamische Tarife und intelligente Netze änderten das Bewusstsein der Verbraucher. Dass die Anpassung des Verbrauchs an das Ökostromangebot für 40% der Befragten ein wichtiges Thema ist, unterstreicht den Wandel vom Nischenkonzept zum Massenmarkt. Dieser Aufwärtstrend zeigt, dass die energetische Flexibilität nicht mehr nur als technisches Erfordernis, sondern auch als persönlicher Gestaltungsspielraum wahrgenommen wird.
Diese positive Einstellung mündet nun in konkrete Handlungsabsichten der Verbraucher. Folglich belegen die Umfrageergebnisse eine wachsende Bereitschaft, die eigene Energienutzung aktiv anzupassen. Fast ein Viertel der Teilnehmer möchte das Verbrauchsverhalten im Jahr 2026 flexibler gestalten. Dabei geht es vor allem darum, Strom nicht mehr rein nach Bedarf, sondern nach Verfügbarkeit und Preis zu nutzen.
Mit Flex-Treiber Kosten sparen und Netze entlasten
Bei der Frage nach der praktischen Umsetzung stehen klassische Haushaltsgeräte an erster Stelle. Somit können sich 45% der Befragten vorstellen, die Waschmaschine zeitversetzt zu nutzen, gefolgt vom Geschirrspüler mit 38%. Doch auch technisch komplexere Lösungen rücken immer mehr in den Fokus. Energielösungen wie Batteriespeicher (17%), Elektroautos (15%) und Wärmepumpen (13%) gelten als zentrale „Flex-Treiber“, da sie durch ihr hohes Speichervolumen besonders große Mengen an Energie verschieben können.
Das Konzept „Flex“ bietet zudem mehrere Vorteile. Durch die Verschiebung des Verbrauchs in Zeiten mit hoher Wind- oder Sonnenstromerzeugung lassen sich Kosten sparen und Verbrauchsspitzen glätten. Dies erhöht wiederum die Stabilität der Stromnetze. Gleichzeitig profitieren Haushalte von modernen Tarifen. Sie ermöglichen den Strombezug zu günstigen Börsenpreisen oder belohnen die Einbindung steuerbarer Geräte ‒ wie E-Autos, Batteriespeicher und Wärmepumpen ‒ mit attraktiven Prämien. So wird intelligenter Verbrauch zu einem Hebel für dauerhaft sinkende Energiekosten im Alltag.
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Bildquelle: CCNull – Tim Reckmann

