HOCHTIEF Ladepartner erweitert die öffentliche Ladeinfrastruktur in Bergisch Gladbach. Insgesamt entstehen dadurch stadtweit 36 neue Standorte mit 72 Ladepunkten, die das Laden von Elektrofahrzeugen im Alltag erleichtern sollen. Das Besondere an diesem Projekt ist die datenbasierte Auswahl der Standorte. Mithilfe demografischer Analysen und Verkehrsflussdaten wurden gezielt Bereiche ausgewählt, in denen Anwohner oft keine eigene Wallbox installieren können. Während HOCHTIEF gemeinsam mit EWE Go bereits große Schnellladeparks für den Fernverkehr realisiert hat, liegt der Fokus in Bergisch Gladbach nun auf der flächendeckenden AC-Versorgung im kommunalen Raum.
Projekt-Check: Ladeinfrastruktur Bergisch Gladbach
- Umfang: 36 Standorte im gesamten Stadtgebiet mit insgesamt 72 Ladepunkten.
- Technik: AC-Laden mit 11 kW (bis zu 22 kW via Lastmanagement).
- Status: 14 Standorte bereits aktiv; vollständige Umsetzung in den kommenden Wochen.
- Zugang: Barrierefreies Laden per App, Ladekarte oder QR-Code (Kreditkarte).
- Besonderheit: Datenbasierte Standortwahl für Anwohner ohne eigene Wallbox.
- Laufzeit: Sondernutzungserlaubnis durch die Stadt für mindestens 8 Jahre.
Datenbasierte Standortwahl für den urbanen Raum
Ein zentrales Hindernis für den Umstieg auf die Elektromobilität sind oft fehlende Lademöglichkeiten für Bewohner von Mehrfamilienhäusern. Da in dicht besiedelten Gebieten häufig keine privaten Stellplätze mit eigener Wallbox vorhanden sind, ist die Verfügbarkeit einer öffentlichen Infrastruktur somit entscheidend. In Bergisch Gladbach erfolgte die Standortwahl daher auf Basis einer detaillierten Analyse von demografischen Daten, Verkehrsflüssen und lokalen Zulassungszahlen. Darüber hinaus wurde durch den Abgleich mit dem interkommunalen Ladeinfrastrukturkonzept des Rheinisch-Bergischen Kreises sichergestellt, dass die 36 neuen Standorte genau dort entstehen, wo der Bedarf im Alltag am höchsten ist. Folglich ermöglicht dieser datenbasierte Ansatz eine bedarfsgerechte Versorgung in Gebieten, die bisher unterversorgt waren.
Technische Details und Usability
Zum Einsatz kommen klassische AC-Ladesäulen, die jeweils über zwei Ladepunkte verfügen, wobei die reguläre Ladeleistung 11 kW beträgt. Ein integriertes intelligentes Lastmanagement ermöglicht es jedoch, die Leistung im Einzelbetrieb auf bis zu 22 kW pro Ladepunkt zu erhöhen. Dabei steht vor allem die einfache Handhabung für die Nutzer im Vordergrund, denn der Zugang ist barrierefrei gestaltet und unterstützt neben gängigen Ladekarten und Apps auch das Ad-hoc-Laden. Über einen QR-Code an der Säule kann die Bezahlung direkt per Kreditkarte abgewickelt werden, was die Hürden für Gelegenheitsnutzer senkt. Ragnar Migenda, Erster Beigeordneter der Stadt, erklärt:
„Die Entwicklung der Ladeinfrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich E-Mobilität auch in unserer Stadt durchsetzt und noch attraktiver wird. Es ist wichtig, dass dabei nicht nur die attraktivsten Standorte bedient werden, sondern dass eine flächendecken de Versorgung des Stadtgebietes mit E-Ladepunkten sichergestellt wird.“
HOCHTIEF als wichtiger CPO
Als Charge Point Operator (CPO) übernimmt HOCHTIEF Ladepartner die vollständige Verantwortung für die Infrastruktur ‒ von der Planung und Finanzierung über den Bau bis hin zum langfristigen Betrieb der Anlagen. Für die Stadt Bergisch Gladbach bedeutet dies einen Ausbau ohne eigene Investitionskosten. Das Unternehmen, ein Spin-off der HOCHTIEF PPP Solutions GmbH, trägt allerdings das volle wirtschaftliche Risiko hinsichtlich der Auslastung der Ladepunkte und ist für die technische Instandhaltung sowie die Abrechnungsmodelle verantwortlich. In der Rolle des CPO fungiert HOCHTIEF somit als zentraler Ansprechpartner sowohl für die Kommune als auch für die Endnutzer, was die Verwaltung der Stadt deutlich entlastet, und eine einheitliche Qualität des Ladenetzes sicherstellt.
Effizienz durch digitale Prozesse
Ein wesentlicher Faktor für die zügige Projektumsetzung – 14 Standorte bereits in Betrieb – war die erfolgreiche Abstimmung zwischen Unternehmen und Kommune. Die Stadt Bergisch Gladbach setzte hierfür ein digitales Genehmigungstool ein, das die internen bürokratischen Abläufe deutlich beschleunigte. Durch die digitale Erfassung und Bearbeitung der Anträge konnten Abstimmungswege verkürzt und die Genehmigungsphasen für die einzelnen Standorte effizienter gestaltet werden.
Dieses Vorgehen dient als praktisches Beispiel dafür, wie Kommunen den oft langwierigen Ausbau der Ladeinfrastruktur durch Prozessoptimierung beschleunigen können. Ergänzend dazu erhielt HOCHTIEF Ladepartner eine Sondernutzungserlaubnis für einen Zeitraum von mindestens acht Jahren. Diese rechtliche Absicherung ermöglicht es dem Betreiber, die öffentlichen Flächen verbindlich für den Betrieb der Infrastruktur zu nutzen. So kann die notwendige Planungssicherheit für die private Finanzierung geschaffen werden.
Strategische Einordnung: Von der Langstrecke in den städtischen Raum
Das Vorhaben in Bergisch Gladbach markiert eine konsequente Erweiterung in der Strategie des Unternehmens. Während HOCHTIEF im Rahmen des Deutschlandnetzes gemeinsam mit EWE Go primär auf HPC-Schnellladeparks an Fernstraßen setzt, wie etwa am Standort Oer-Erkenschwick, setzt das aktuelle Projekt die zweite Säule der Ausbaustrategie um. Hierbei geht es vor allem um die flächendeckende AC-Grundversorgung innerhalb gewachsener Stadtstrukturen.
Dieser Mix ist für die Skalierung der Elektromobilität entscheidend. Während Schnellladestationen die Reisefähigkeit auf Langstrecken sicherstellen, zielt die feinmaschige Versorgung in Bergisch Gladbach auf sogenannte „Laternenparker“ ab. Durch die Installation in Wohngebieten mit hoher Bebauungsdichte wird das Laden besser in den Alltag integriert – genau dort, wo das Elektroauto über mehrere Stunden ohnehin parkt. Somit wird Elektromobilität auch für jene Nutzergruppen attraktiv, die keinen Zugriff auf private Stellplätze oder eigene Wallboxen haben.
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HOCHTIEF Ladepartner bringt Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur in Bergisch Gladbach voran | HOCHTIEF
Bildquelle: © HOCHTIEF


