Der Ladedienstleister enercity nahm am Hamburger Kaiserkai, in unmittelbarer Nähe zur Elbphilharmonie, den 120. Ladepunkt in Betrieb. Bis Ende 2026 planen enercity und WWL insgesamt 400 Ladepunkte in Hamburg zu errichten, wobei alle 500 bis spätestens Mitte 2027 im Einsatz sein sollen. Inbegriffen sind z.B. auch DC-Schnellladepunkte mit einer Leistung von bis zu 200 kW.
Technisch setzt das Unternehmen dabei erstmals auf ein automatisiertes System für intelligentes Laden an öffentlichen AC-Säulen, das eine softwaregesteuerte Kostenoptimierung ermöglicht. Durch die Kopplung der Ladevorgänge an die aktuelle Strompreisentwicklung können Nutzer ihre Kosten reduzieren, während gleichzeitig die Integration von Wind- und Solarstrom in das lokale Verteilnetz verbessert wird. Konkret ist dieses Bestreben Teil der Ladeinfrastruktur-Offensive der Hansestadt. Folglich sollen bis 2027 insgesamt 2.500 zusätzliche, privatwirtschaftlich betriebene öffentliche Ladepunkte bereitstehen, um die flächendeckende Versorgung zu sichern.
Das Wichtigste zum enercity-Ausbau in Hamburg
- Status: 120 Ladepunkte bereits aktiv, 250 weitere im Genehmigungsverfahren.
- Zielsetzung: 400 Ladepunkte bis Ende 2026, 500 bis Mitte 2027.
- Technik: Überwiegend AC-Ladepunkte, ergänzt durch DC-Schnelllader mit bis zu 200 kW.
- Besonderheit: Premiere für intelligentes AC-Laden im öffentlichen Raum Hamburgs.
- Kostenvorteil: Software-gesteuertes Laden spart bis zu 10% (ca. 1,50 €) pro Vollladung.
- Voraussetzung: Nutzung der easyGo-App mit aktivem „SmartLaden“-Abonnement.
- Nachhaltigkeit: Betrieb der gesamten Infrastruktur mit 100% Ökostrom.
Zeitplan und Konzessionsdetails: 500 neue Ladepunkte bis 2027
Die Inbetriebnahme am Kaiserkai ist Teil einer Konzession der Stadt Hamburg, die enercity Ende 2024 erhalten hat. Gemeinsam mit dem Nachunternehmer Westfalen Weser Ladeservice (WWL) sollen bis Ende 2026 insgesamt 400 und bis Mitte 2027 alle 500 vereinbarten Ladepunkte realisiert werden. Über 250 davon befinden sich aktuell bereits im Genehmigungsverfahren.
Dieses Vorhaben ist in die Hamburger Ladeinfrastruktur-Offensive eingebettet, die bis 2027 insgesamt 2.500 zusätzliche öffentliche Ladepunkte bereitstellen möchte. enercity betreibt bundesweit bereits in 47 Kommunen eine öffentliche Ladeinfrastruktur mit über 1.000 Ladepunkten – alle zu 100% mit Ökostrom. Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard betont hierbei die Notwendigkeit eines dichten Netzes für die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität.
„Elektromobilität funktioniert nur mit einem dichten Netz an Ladepunkten in der Stadt. […] Jeder neue Ladepunkt macht Elektromobilität im Alltag ein Stück einfacher. Intelligente Lösungen beim Laden zeigen zugleich, wie Mobilitäts- und Energiewende zusammen gedacht werden können – Schritt für Schritt hin zu einer modernen Mobilität für Hamburg.“
Intelligentes Laden: Kosten senken per App-Steuerung
An den neuen AC-Ladesäulen können Nutzer nun in Hamburg erstmals ihre Ladekosten automatisiert optimieren. Zudem führt enercity als erster Anbieter in Hamburg an seinen öffentlichen AC-Ladepunkten das sogenannte „Intelligente Laden“ ein. Die Steuerung erfolgt dabei über die easyGo-App, die im Hintergrund die Strompreisentwicklung analysiert. Dadurch lässt sich der Ladevorgang präzise in kostengünstige Zeitfenster verschieben. Unter Angabe der gewünschten Abfahrtszeit startet das System den Ladevorgang bevorzugt dann, wenn die Preise niedrig oder die Einspeisung aus erneuerbaren Energien (Wind/Solar) hoch ist.
Markus Dehn, Leiter E-Mobilität bei enercity, betont, dass dies ein entscheidender Schritt in Richtung einer smarten Energienutzung der Zukunft sei. Überdies ergänzt er:
„Mit jedem weiteren Ladepunkt erhöhen wir den Komfort für die Hamburger:innen und treiben die Elektromobilität sichtbar voran.“
Die Vorteile im Überblick:
- Ersparnis: Pro Vollladung lassen sich beispielsweise bis zu 1,50 € einsparen.
- Effekt: Je nach Batteriegröße sinken die Gesamtladekosten um bis zu 10%.
- Gutschrift: Der Differenzbetrag wird direkt dem easyGo-Konto gutgeschrieben.
- Voraussetzung: Ein aktives „SmartLaden“-Abonnement in der App.
Standort-Vorteile und technische Einordnung
Die Standortwahl – wie aktuell an der Elbphilharmonie – zielt darauf ab, E-Autofahrer und E-Autofahrerinnen ohne privaten Stellplatz im urbanen Raum zu unterstützen. Technisch setzt die Konzession auf einen Mix aus verschiedenen Ladesäulen. Während die AC-Ladesäulen für längere Standzeiten (z.B. über Nacht) gedacht sind, bieten zusätzliche DC-Schnelllader mit bis zu 200 kW Leistung eine schnelle Zwischenladungen im Alltag. Über den individuellen Kostenvorteil hinaus entlastet die zeitliche Verschiebung der Ladevorgänge („Smart Laden“) das lokale Verteilnetz. Gleichzeitig werden dadurch Lastspitzen vermieden, was die Netzstabilität nachhaltig erhöht. Infolgedessen lässt sich die Mobilitätswende auch technisch absichern, da die vorhandene Infrastruktur effizienter ausgelastet wird.
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Bildquelle oben: © enercity


