Der US-amerikanische Elektroflugzeughersteller Electra beantragte kürzlich die FAA-Zulassung für das hybrid-elektrische Kurzstart-Flugzeug EL9. Das Modell EL9 Ultra Short nutzt die „Blown-Lift“-Technologie, um auf sehr kurzen Pisten von nur 46 Metern zu operieren. Mit einer Reichweite von 611 Kilometern bei einer Reisegeschwindigkeit von 175 Knoten und Platz für 9 Passagiere oder 1.360 Kilogramm Fracht möchte das Unternehmen unter dem Begriff „Direct Aviation“ den regionalen Flugverkehr effizienter gestalten. Trotz des frühen Stadiums liegen bereits über 2.200 Vorbestellungen vor, wobei auch die NASA und das US-Militär großes Interesse an der Technologie zeigen.
Kurzstart-Performance durch Blown-Lift
Das Herzstück des elektrischen Kurzstarters EL9 ist die Fähigkeit, auf kleinstem Raum zu operieren. Während herkömmliche Flugzeuge lange Rollfelder benötigen, reichen dem Hybrid-Flieger dank der „Blown-Lift“-Technologie bereits 46 Meter für den Start. Dabei wird der Luftstrom der Propeller direkt über die Tragflächen geleitet, wodurch bei geringem Tempo ein enormer Auftrieb erzeugt wird. Somit ermöglicht dieses Konzept den Betrieb auf improvisierten Flugfeldern mitten in Ballungszentren oder in abgelegenen Regionen. Marc Allen, der frühere Boeing-Vorstand und heutige Hauptgeschäftsführer (CEO) von Electra, betont zudem:
„Dieser Antrag auf Zulassung signalisiert, dass die EL9 schnell Realität wird, und spiegelt die Fortschritte wider, die unser Team und die FAA gemeinsam erzielt haben. Die EL9 kombiniert ,Blown-Lift’ mit Elektroantrieb, um Flugreisen zu ermöglichen, die Menschen direkt von ihrem Standort zu ihrem Zielort bringen. Wir werden […] zeigen, dass die EL9 ein zuverlässiges Flächenflugzeug ist, das noch viele Jahre lang Passagiere befördern, Fracht transportieren und Gemeinden miteinander verbinden wird.“
Hybrid-Konzept für reale Reichweiten
Im Gegensatz zu rein batterieelektrischen Ansätzen verfügt Electra über ein kombiniertes System. Die EL9 startet rein elektrisch aus Batteriereserven, was den Lärmpegel am Boden minimiert. Während des Reiseflugs schaltet sich ein effizienter Verbrennungsmotor als Generator dazu, der die Akkus nachlädt und die Flugdistanz auf über 600 Kilometer erhöht. Damit schließt das Elektroflugzeug die Lücke zwischen Kurzstreckenflieger und dem klassischen Regionalverkehr, ohne auf schwere Ladeinfrastruktur angewiesen zu sein.
Kommerzieller Durchbruch und staatliches Interesse
Mit der Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA würden gewerbliche Flüge mit dem hybrid-elektrisch angetriebenen Flugzeug möglich. Durch den nun eingereichten Zulassungsantrag bei der FAA nach der Bauvorschrift FAR 23 konkretisiert Electra die Markteinführung. Darüber hinaus ist das Vertrauen der Branche bereits sichtbar. Die über 2.200 Vorbestellungen von rund 60 Kunden unterstreichen das wirtschaftliche Potenzial der „Direct Aviation“. Die EL9 ist sowohl für den Personentransport als auch für Logistikaufgaben auf engstem Raum prädestiniert. Deswegen zeigen neben zivilen Betreibern auch Institutionen wie die NASA sowie verschiedene Zweige des US-Militärs großes Interesse an dem Hybrid-Flieger.
Quellen / Weiterlesen
Electra stellt Antrag auf FAA-Zulassung der EL9 Ultra Short | Aerobuzz
Bildquelle: © Electra

