Der autonome Elektrobus Enviro100AEV des britischen Herstellers Alexander Dennis (ADL) erhielt bei den Self-Driving Industry Awards 2025 den Titel „Vehicle of the Year“. Folglich bestätigt die Auszeichnung die aktuellen Fortschritte bei der Weiterentwicklung einer vernetzten und automatisierten Bustechnologie. Bei dem 8,5 Meter langen E-Bus handelt es sich um eine kompakte Variante des „big small bus“. Entwickelt wurde der Enviro100AEV in Partnerschaft mit Fusion Processing. Das Unternehmen stellt das CAVStar-System für automatisiertes Fahren auf SAE-Level 4 bereit. Im Rahmen staatlich geförderter britischer Pilotprojekte wie Connector (realer Passagierbetrieb) und AutonoBus wolle man den Enviro100AEV nun intensiv erproben. Ziel ist es, automatisierte E-Busse als zukünftige emissionsarme Mobilitätslösung im öffentlichen Nahverkehr zu etablieren.
Enviro100AEV als „Vehicle of the Year“
Alexander Dennis (ADL), ein erfolgreicher britischer Bushersteller, festigt seine Führungsrolle in der Entwicklung autonomer Elektrobusse. Der kompakte Enviro100AEV erhielt bei den Self-Driving Industry Awards 2025 im Turner Contemporary in Margate, England, die Auszeichnung „Vehicle of the Year“. Diese Preisverleihung honorierte das Fahrzeug für seinen Beitrag zur Weiterentwicklung vernetzter und automatisierter Bustechnologien. Mit diesem Erfolg setzt ADL eine Tradition fort, denn bereits 2023 wurde der Vorgänger Enviro200AV mit demselben Titel ausgezeichnet. Somit verdeutlichen die beiden Auszeichnungen nochmals die Pionierrolle des Herstellers. Als Teil der britischen Mobilitätsstrategie soll der prämierte E-Bus nun in Pilotprojekten wie Connector und AutonoBus zeigen, wie autonomes Fahren die Zukunft des emissionsarmen öffentlichen Nahverkehrs gestalten kann.
Das CAVStar-System und die Fusion-Processing-Partnerschaft
Der Enviro100AEV ist das Ergebnis einer strategischen Technologiepartnerschaft zwischen Alexander Dennis und Fusion Processing, einem Experten für automatisierte Fahrsysteme. Dabei ist das CAVStar-Automated-Drive-System von Fusion das technische Fundament der autonomen Funktionalität. Dieses System setzt z.B. auf eine hochentwickelte Kombination aus Künstlicher Intelligenz (KI), Radar-, Lidar und Kamarasensorik. Anschließend verarbeiten leistungsstarke Rechner die gesammelten Daten in Echtzeit.
Aufgrund dieser technologischen Basis ist es dem Elektrobus möglich, in entsprechend vorbereiteten Umgebungen nach SAE-Level 4 automatisiert zu fahren. Ein wichtiger Vorteil des Systems ist zudem seine architektonische Flexibilität, denn es ist grundsätzlich in jedes „drive-by-wire“-fähige Fahrzeug integrierbar. Für einen künftig erfolgreichen Einsatz dieser Technologie im öffentlichen Nahverkehr, führt man in Großbritannien im Rahmen staatlich Förderungen die nötigen Tests durchs.
Technische Details des „Big Small Bus“
Das britische Unternehmen Alexander Dennis ist Teil der global agierenden NFI Group Inc. und legt seinen Fokus hauptsächlich auf Leicht- und Doppelstockbusse mit emissionsfreien oder -armen Antriebssystemen. Der Mutterkonzern bietet somit eine breite Palette an Elektro-, Wasserstoff- und Hybrid-Fahrzeugplattformen, in die sich der kompakte Enviro100AEV als zukunftsorientierte Plattform optimal einreiht.
Bei dem Enviro100AEV handelt es sich um die autonome Variante des sogenannten „big small bus“ von Alexander Dennis. Ferner ist das vollelektrisch betriebene Fahrzeug speziell darauf ausgelegt, den Passagierkomfort größerer Modelle in einem besonders kompakten Format bereitzustellen. Durch seine Abmessungen von 8,5 Meter Länge und 2,35 Meter Breite bietet er ausreichend Platz für bis zu 26 Sitzpassagieren.
Praxistests und staatliche Förderung in Großbritannien
Die Erprobung des Enviro100AEV erfolgt in Großbritannien im Rahmen mehrerer staatlich geförderter Pilotprojekte. Beide Programme sind Teil des übergeordneten CAM Pathfinder Programme, welches vom britischen Department for Business and Trade (DBT) initiiert wird und die Entwicklung automatisierter Mobilitätslösungen strategisch vorantreibt. Im Rahmen dieser Programme testet man den E-Bus in zwei Hauptszenarien.
- Connector-Projekt: Hier kommen gleich mehrere Enviro100AEVs in Cambridge zum Einsatz, um den autonomen Betrieb unter realen Passagierbedingungen zu testen.
- AutonoBus-Projekt: Dieses Projekt fokussiert sich auf Testfahrten auf abgesperrtem Gelände. Bei diesem Testverfahren befindet sich der Bus auf dem vollen SAE-Level 4-Niveau, während die Kontrolle durch einen geschulten Sicherheitsfahrer aus einer entfernten Leitstelle erfolgt.
In Zusammenarbeit mit Organisationen wie z.B. Innovate UK und Zenzic werden die Programme unterstützt, um die industrielle Modernisierungsstrategie der britischen Regierung voranzutreiben. Im Mittelpunkt stehen dabei die praktische Erprobung und die strategische Weiterentwicklung automatisierter Mobilitätskonzepte für den öffentlichen Verkehr.
Quellen / Weiterlesen
Alexander Dennis testet prämierten autonomen Bus in britischen Pilotprojekten | busplaner
Bildquelle: © Alexander Dennis

