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Lange angekündigt, nun ist es soweit: Das Tesla Solardach geht in der neuen Gigafactory 2 in Serienproduktion. In diesem Jahr sollen dort Solarziegel mit einer Gesamtleistung von zwei Gigawatt hergestellt werden. Die gesamte Jahresproduktion ist allerdings schon verkauft, und wann die Auslieferung in Deutschland beginnt, bleibt unsicher.

Als Tesla-Chef Elon Musk sein Produkt Ende 2016 ankündigte, warb er damit, die langlebigsten, schönsten und gleichzeitig günstigsten Solarziegel herstellen zu wollen. Die Ziegel sollen sogar weniger kosten als ein herkömmliches Dach und dem Kunden ein komplettes Ökosystem aus eigenem Solarstrom, Powerwall-Stromspeicher und Elektroauto bieten. Und das bei völliger Unabhängigkeit vom Energieversorger. Das kam gut an: Tesla konnte viele Vorbestellungen verzeichnen. Doch wie so oft bei Tesla verzögerte sich der Lieferbeginn, bisher kamen nur einige hochrangige Mitarbeiter zu Testzwecken in den Genuss eines Solar Roof. Inzwischen werden aber die ersten regulären Vorbestellungen abgearbeitet und die ersten Kundendächer vermessen. Die Solarzellen stammen von Panasonic, zusammengebaut werden die Schindeln von SolarCity-Mitarbeitern. Dass die Produktion endlich angelaufen ist, ist erfreulich. Jetzt muss Tesla beweisen, dass es die Versprechungen zu Leistung und Preis einhalten und die Nachfrage zeitnah bedienen kann.

Gibt es noch baurechtliche Hürden für einen Marktstart in Deutschland?

Bei der Auslieferung wird sich Tesla zunächst auf Kunden in den USA konzentrieren. Wann die ersten deutschen Kunden an der Reihe sind, ist unklar. Vor allem, weil die Solar-Ziegel einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge in Deutschland unter Umständen baurechtlich noch gar nicht zugelassen sein könnten. In den USA gibt Tesla eine unbegrenzte Garantie auf die Ziegel selbst, auf Stromerzeugung und Witterungsbeständigkeit sind es 30 Jahre. Außerdem sind die Solarziegel aus gehärtetem Quarzglas in Bezug auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Hagel, Wind oder Feuer in den USA in der jeweils höchsten Klasse eingestuft. Auf der Solar Roof-Website ist allerdings zu lesen, dass alle Garantien und Klassifizierungen nur für die USA gelten. Für andere Märkte strebe man ähnliche Garantien und Zertifizierungen an.

Überraschende Verkaufsstrategie in den USA

Dank ihrer speziellen Beschichtung sehen die Ziegel, die zunächst in zwei, später in vier Designs erhältlich sein sollen, wie normale Dachziegel aus. Der einzige Nachteil des Solar Roof, den Tesla selbst einräumt, ist der Wirkungsgrad, der zwei Prozent unter dem einer herkömmlichen Photovoltaikanlage liegt. Hier will man aber nachbessern. Bei der Vermarktung hat Elon Musk einen für Tesla sehr ungewöhnlichen Weg gewählt: Er will in über 800 Filialen der US-Baumarktkette Home Depot Verkaufsstände für das Solar Roof aufstellen lassen. Dort soll passenderweise auch die Tesla Powerwall präsentiert werden. Dieser Schritt ist etwas überraschend, da Tesla normalerweise nur über die eigene Webseite und über Showrooms verkauft.

Auf der Tesla-Website können deutsche Kunden das Solar Roof weiterhin gegen eine Anzahlung von 930 Euro vorbestellen. Der Preis für den deutschen Markt steht nach wie vor nicht fest. Rechnet man den Preis für die USA auf europäische Maße um, liegt er bei etwa 196 Euro pro Quadratmeter.

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Quellen / Weiterlesen:
Tesla startet nun mit der Installation der Solardächer | Mein Elektroauto
Tesla verkauft eines seiner Produkte jetzt auch im Baumarkt – es sagt einiges über Elon Musks neue Strategie aus | Business Insider Deutschland
Tesla’s Gigafactory 2 startet Solardachziegel-Produktion | The Motley Fool
Tesla hat mit Serienproduktion der Solarziegel begonnen | Ingenieur.de
Teslas Solarziegel in Serienproduktion | enorm
Was Elon Musk vergessen hat | Wirtschafts Woche
Bilderquelle: © Tesla

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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