Tesla Solardach: Preis, Technik und Verkaufsstart

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tesla-solarcity-solardach-powerwallTesla-CEO Elon Musk ist immer für Überraschungen gut. Im Oktober stellte er der Welt das neuste Produkt vor, mit dem Tesla vom reinen Autohersteller zum Energieunternehmen werden soll: das Tesla Solardach. Es soll den Solarstrom erzeugen, der in Teslas Heimspeicher Tesla Powerwall fließt und später das Elektroauto auflädt.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen das Tesla Solardach vor: Haltbarkeit, Design, Effizienz, Preise, Verkaufsstart in Deutschland und aktuelle Entwicklung. Dieser Artikel wird laufend durch uns aktualisiert.

Hinweis: Dieser Artikel wurde ursprünglich am 06.03.2017 veröffentlicht und am 12.05.2017, 20.07.2017 und 01.09.2017 aktualisiert.

Tesla Solardach: Haltbarkeit, Design und Effizienz

Die Tesla-Dächer sind zunächst nicht von herkömmlichen Ziegeln zu unterscheiden. Bei der Vorstellung des neuen Produkts bemerkte zunächst niemand, dass die umliegenden Dächer mit Solarziegeln gedeckt waren, bis Elon Musk darauf hinwies. Das Tesla Solardach wird in zunächst zwei, später dann in vier verschiedenen Designvarianten in grau und rotbraun angeboten werden: Textured Glass Tile, Slate Glass Tile, Tuscan Glass Tile und Smooth Glass Tile. Jeder Ziegel sieht anders aus, somit ist kein Dach gleich. Obwohl die Solarziegel auf dem Dach von der Straße aus betrachtet aussehen wie traditionelle Ziegel, sind sie frontal durchlässig für Sonneneinstrahlung. Die Beschichtung, die das möglich macht, hat die Firma 3M speziell für Tesla entwickelt.

Das verwendete Material ist Quarzglas. Die Solarziegel sollen nicht nur viel schöner, sondern auch langlebiger sein und bessere Dämmeigenschaften aufweisen. Dabei sind sie widerstandsfähig bei jedem Wetter, selbst bei starkem Hagel. Ein Video während der Präsentation sollte dies unterstreichen. Es zeigte drei herkömmliche Ziegel sowie einen Tesla-Solarziegel bei einem Zerbrechlichkeitstest. Wenig überraschend blieb der Tesla-Ziegel als einziger heil. Das Tesla Solardach werde länger halten als das Haus, verspricht Elon Musk. Auch Heizelemente werden sich in die einzelnen Ziegel integrieren lassen, die Schnee und Eis entfernen. Damit können sie auch im Winter weiter Strom erzeugen.

Die Effizienz der Ziegel liegt der Ankündigung zufolge aktuell bei 98 Prozent der Effizienz eines herkömmlichen Solarmoduls. Derzeit wird daran gearbeitet, die Beschichtung weiter zu verbessern, um den Wirkungsgrad zu erhöhen.

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Die Widerstandsfähigkeit der Solarziegel will Elon Musk mit diesem Video unter Beweis stellen:

Smashing roof tiles with a hail cannon

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Preise und Verkaufsstart in Deutschland

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Das Tesla-Solardach kann ab sofort bestellt werden. Auf der Homepage des Herstellers wurde ein Formular freigeschaltet, mit dem auch deutsche Kunden die Solarziegel gegen eine Anzahlung vorbestellen können. Die Auslieferung in den USA beginnt im Juni, der Rest der Welt folgt erst 2018. Deutsche Kunden sollten trotzdem nicht zu lange mit der Bestellung warten.

Die Quadratmeterpreise für Deutschland wurden noch nicht genannt. In den USA sollen die Ziegel durchschnittlich 21,85 US-Dollar pro Quadratfuß kosten, was 0,093 Quadratmetern entspricht. Mit diesem Preis hat Elon Musk sein Versprechen eingelöst, dass sein Solardach einen Kostenvorteil bieten werde. Viele Kritiker hatten dies angezweifelt. Die US-Verbraucherorganisation Consumer Reports hat berechnet, dass der Preis für ein Solardach in den USA unter 24,50 Dollar pro Quadratfuß kosten muss, um kostengünstiger als herkömmliche Dächer zu sein. Mit seinem Preis liegt Elon Musk zwar darunter, doch dieser ist nicht für jeden Interessenten machbar. Er gilt Tesla zufolge bei einem 35-prozentigen Solaranteil des Dachs, die restlichen 65 Prozent bestehen dann aus optisch identischen herkömmlichen Ziegeln ohne Solarfunktion. Weitere Faktoren, die den Preis beeinflussen, sind die Lage und die Dachgröße. Ein Kostenrechner soll Kunden eine Orientierung geben.

Obwohl Termin und Preise für den deutschen Markt noch fehlen, lohnt es sich, die Bestellung jetzt schon aufzugeben, da Tesla diese in der Reihenfolge des Eingangs bedienen wird. Die nötige Anzahlung von 930 Euro wird nach Herstellerangaben bis zum endgültigen Abschluss des Kaufvertrages auf Wunsch zurückerstattet. Teslas Heimspeicher Powerwall 2 mit einer Kapazität von 14 Kilowattstunden kann ebenfalls mitbestellt werden. Auf das Solardach selbst gewährt Tesla eine Garantie über die Lebenszeit des Hauses ohne zeitliche Einschränkung.

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Bei der Produktpräsentation sagte Elon Musk, dass ein Tesla Solardach nicht mehr kosten würde als ein normales Dach und dazu noch, wenn man die Einsparungen durch den selbst erzeugten Strom einberechnet und dabei noch länger halten. Kurze Zeit später jedoch korrigierte er sich: Nach einem Gespräch mit Ingenieuren von SolarCity sei er nun zuversichtlich, dass die Solardächer so oder so günstiger würden als herkömmliche Dächer, unabhängig von selbst erzeugter Energie. Ob das realistisch ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Elon Musk zufolge soll eine „unvorstellbar effiziente“ Lieferkette den Preisvorsprung möglich machen, weiterhin das geringe Gewicht der Ziegel im Vergleich zu herkömmlichen Materialien wie Beton oder Keramik, was die Logistikkosten senkt. Sollte das wirklich so sein, dann gäbe es für Hausbesitzer tatsächlich keinen Grund mehr, sich für etwas anderes zu entscheiden.

Mit dem Solardach will Tesla den Photovoltaik-Markt revolutionieren. Seit wenigen Wochen können Kunden das „Solar Roof“ nun gegen eine Anzahlung vorbestellen. Obwohl noch nicht einmal die genauen Preise bekannt sind, ist die Nachfrage riesig. Schon jetzt ist die Produktion bis weit in das Jahr 2018 hinein ausverkauft, heißt es. Wer jetzt bestellt, muss also viel Geduld mitbringen.

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Die Massenproduktion in der Gigafactory 2 soll zeitnah beginnen

Tesla hatte die Dachschindeln mit integrierten PV-Modulen letztes Jahr vorgestellt und versprochen, dass sie nicht mehr als ein herkömmlich gedecktes Dach kosten würden. Trotzdem sollen sie länger halten, besser dämmen und besser aussehen. Das Interesse an dem neuen Produkt ist dementsprechend groß. Die ersten Ziegel werden aktuell in der Tesla-Fabrik in Fremont hergestellt, bald beginnt die Massenproduktion in der Gigafactory 2 in Buffalo. Die dafür benötigten Solarzellen kommen von Panasonic. Der japanische Konzern hat letztes Jahr 250 Millionen Dollar in die Fabrik investiert, um die dortige Produktion hochzufahren. Mit dem Solardach scheint es Tesla also ähnlich zu gehen wie mit dem Tesla Model 3, für das ebenfalls innerhalb von wenigen Wochen 400.000 Bestellungen eingingen. Das entspricht ebenfalls ungefähr der Jahresproduktion. Elon Musk muss nun beweisen, dass er auch liefern kann, was er verspricht.

Tesla Solar Roof: Lieferung außerhalb der USA frühestens nächstes Jahr

Die ersten Dächer will Tesla noch in diesem Jahr installieren, allerdings nur in den USA. Alle anderen Märkte inklusive Deutschland werden planmäßig sowieso erst ab 2018 beliefert. Ersten Angaben zufolge wird das Dach für amerikanische Kunden im Schnitt 22 Dollar pro Quadraftfuß kosten, das wären umgerechnet etwa 200 Euro pro Quadratmeter. Diese Preise basieren allerdings auf einer Beispielrechnung bei einer 35-prozentigen Deckung des Dachs mit Solarziegeln, während der Rest optisch identische normale Ziegel wären. Elon Musk zufolge reicht die 35-prozentige Abdeckung aus, um von einem Solardach zu profitieren. Tesla gibt eine 30-jährige Garantie auf die Solarzellen und eine lebenslange Garantie auf die Schindeln selbst.

Erste Tesla Solardächer installiert

Lange war es angekündigt, jetzt hat Tesla die ersten Solardächer installiert. Die Dachziegel aus Quarzglas mit integrierten Solarzellen sollen unterscheiden sich optisch nicht von herkömmlichen Ziegeln und sollen lebenslang halten, verspricht Tesla. Die ersten Häuser, die mit dem Solar Roof gedeckt wurden, gehören Tesla-Mitarbeitern, die aus gutem Grund als die ersten Kunden ausgewählt wurden.

Probleme mit dem Solar Roof können noch im Vorfeld behoben werden

Auch Tesla-CEO Elon Musk selbst und Technikchef JB Straubel testen die Ziegel bereits auf den eigenen Häusern. Neue Produkte erst an Mitarbeiter auszugeben und testen zu lassen hat den Vorteil, dass eventuelle Probleme nur im engen Kreis auffallen und noch vor Beginn der Massenproduktion behoben werden können. Dieselbe Strategie hatte Tesla bereits beim Tesla Model 3 gewählt, von dem die ersten 500 Wagen ebenfalls an Mitarbeiter gingen.

Die Solarziegel für die Testphase stammen aus der Tesla-Fabrik in Fremont. Später will Tesla sie in der Gigafactory 2 in Buffalo herstellen, die aber noch nicht fertig ist. Man arbeite derzeit noch an verschiedenen Aspekten des Daches, sagte Elon Musk. Tesla übernimmt den gesamten Prozess der Installation und liefert mit der Powerwall auch gleich den passenden Heimspeicher dazu. So können Hausbesitzer tagsüber gewonnene Sonnenenergie rund um die Uhr nutzen und auch zum Aufladen des Elektroautos verwenden.

Deutsche Kunden kommen frühestens nächstes Jahr dran

Seit einigen Monaten kann man das Solar Roof über die Tesla-Website vorbestellen, und die Nachfrage hat selbst Tesla überrascht: Die Produktion ist schon jetzt bis weit in 2018 hinein ausgelastet. Auch deutsche Kunden können das Dach nach wie vor gegen eine Anzahlung von 930 Euro bestellen, die Auslieferung soll irgendwann im nächsten Jahr beginnen. Was das Tesla Solardach in Deutschland kosten wird, ist noch nicht klar. Amerikanische Kunden zahlen im Schnitt 21,85 US-Dollar pro Quadratfuß, also etwa 20 Euro für 0,093 Quadratmeter bzw. 200 Euro für knapp einen Quadratmeter. Gleichzeitig profitieren Hausbesitzer jedoch von niedrigeren Stromkosten durch den selbst erzeugten Solarstrom. Der tatsächliche Preis des Solardachs hängt jedoch von einer Reihe von Faktoren ab, die individuell beachtet werden müssen. Ebenfalls noch unklar ist, ob die für die USA angekündigte lebenslange Haltbarkeit der Ziegel auch für deutsche Kunden gelten wird.

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Quellen / Weiterlesen:
Überblick: Tesla stellt Solar-Dachziegel und Powerwall 2 vor | Teslamag
Tesla Solar Roof: Release Date, Cost And Everything You Need To Know | An F1 Blog
Musk: Solardach kostet weniger als herkömmliche Dächer, unabhängig von der Energieerzeugung | Teslamag
Tesla Solar | Tesla Deutschland

Tesla-Solardach ab sofort vorbestellbar | Wired
Solar Roof: Teslas Solardach teilweise günstiger als normales Dach | Golem.de
Tesla Solardach: Bis „weit in 2018 hinein“ ausverkauft! | Utopia
Tesla’s solar roof tiles are already sold out ‘well into 2018’ | electrek
Tesla hat die ersten Solardächer installiert | Business Insider Deutschland
Tesla beginnt mit Solardach-Pilotprojekten | pv magazine
Teslas erste Solarzellen sind in Betrieb – 30 Jahre Garantie | PC Welt
Bildquelle: Tesla Motors

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Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

5 KOMMENTARE

  1. Eine großartige fantastische Möglichkeit autarke Energie in die Zukunft zubringen, Danke
    unabhängig der technischen, technologischen und gestalterischen Varianten.
    Effizienter wäre es, wenn die Dachfläche aus einen Guss montiert werden kann, aber gestalterisch so wirkt wie einzelne Ziegel. Oder man verabschiedet sich von diesem Design und entwickelt eine stufenlose Fläche, Platte, Rolle und montiert das weitaus praktikabler. Nicht nur die betuchten sind gefragt, sondern wir alle

  2. Wohl wahr. Aber ich habe nicht 2 Flächen im Abstand übereinander, sondern nur eine.

    Und ich hoffe mal, dass das Verbindungssystem wartungsarm ausgelegt ist. Bei einem normalen Dach eine Pfanne zu wechseln ist ja auch kein Zauberkunststück.

  3. Solarziegel sind eine tolle Sache, weil sie traditionelle Dacheindeckungen nachempfinden. Nachteil, sind die vielen Elemente, die alle elektrisch verbunden werden müssen. Das macht ein Solarziegeldach teuer in der Montag und aufwändig in der Pflege. Die Summe der Verbindungen ist um ein vielfaches höher als bei vergleichbaren, traditionellen Solaranlagen und somit steigern sich auch die potentiellen Fehlerquellen. So zumindest die Erfahrung aus der Vergangenheit, denn Solarziegel gibt es seit Jahren von unter anderem italienischen und deutschen Herstellern.

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